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Borna Besseres Image für Landwirtberuf
Region Borna Besseres Image für Landwirtberuf
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17:48 23.03.2010
Der alte und neue Vorstand mit dem Präsidenten des Landesbauernverbandes. Quelle: Günther Hunger
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Zedtlitz

Das ist dringend notwendig, sonst sieht es mit gutem Nachwuchs im demografischen Knick schlecht aus.

Am Rednerpult klebte ein Plakat mit der Aufschrift „Wir Bauern ackern für Deutschland“. Der Redner Siegfried Runkwitz ackert kräftig mit. Er ist Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Borna/Geithain/Leipzig und Chef eines 50-Mann-Landwirtschaftsbetriebes in Frohburg. Er kennt all die Probleme bestens. Die Preise sind im Keller, sei es für Milch, Getreide oder Schweinefleisch. Im Agrardiesel-Streit fühlen sich die Landwirte von der Politik verschaukelt. Die Besteuerung wurde zwar gesenkt, zunächst befristet. Aber die versprochene Entfristung der Regelung soll nun doch nicht kommen. Und die Sache mit dem Risiko-Ausgleich – eine Rücklage für Härtefälle, zum Beispiel eine miese Ernte – kommt auch nicht so richtig in Schwung. Zudem naht die neue Agrarreform mit großen Schritten.Trotz all der Schwierigkeiten gibt sich Runkwitz kämpferisch. Viele Politiker hätten im Superwahljahr allerhand versprochen, jetzt sei es an der Zeit, sie daran zu erinnern. „Wir müssen agieren, nicht reagieren“, betonte er. Das betrifft auch den Nachwuchs. Wenn die Landwirtschaftsbetriebe überhaupt Bewerbungen auf den Tisch bekommen, seien die oft schlimm, berichten die Bauern. „Wir müssen uns Jugendlichen und deren Eltern besser mitteilen, wir sollten zeigen, was wir für interessante Berufe haben“, sagte Siegfried Runkwitz. Das sei eine der wichtigsten Aufgaben zur Sicherung des Berufsstandes.Über den demografischen Knick habe man vor Jahren zwar viel gesprochen, aber mehr sei nicht passiert, kritisierte Wolfgang Vogel, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes. Jetzt sei das Problem da und alle wären erstaunt: Es gibt deutlich weniger Schulabgänger, und die wollen lieber KFZ-Mechaniker oder Banker werden statt Landwirt. Das lasse sich nur durch ein besseres Image des Berufsbildes ändern. „Wenn es uns nicht gelingt, den Leuten die Ehre eines Landwirtes nahezubringen, werden wir keinen geeigneten Nachwuchs finden“, so Vogel. Landwirtschaft sei ein Hochtechnologiezweig. An eine Maschine für 300000 Euro setzt der Bauer keinen Mitarbeiter, der kaum rechnen kann. Ganz wichtig für ein besseres Image: „Wir müssen aufhören zu jammern.“ Wenn die jungen Leute immer nur hören, was alles nicht funktioniert, könne man niemanden hinterm Ofen hervor locken.Zum Kreisbauernverband Borna/ Geithain/Leipzig gehören 39 Landwirtschaftsbetriebe und 172 Einzelmitglieder. Sie beackern 70 Prozent der Landwirtschaftsfläche im Leipziger Land und der Stadt Leipzig. Der alte Vorstand ist nach der gestrigen Wahl auch der neue: Siegfried Runkwitz bleibt Vorsitzender, seine Stellvertreter sind Alex Kunze und Gerhard Rößner. Yvonne Kern bestätigten die Verbandsmitglieder als hauptamtliche Geschäftsführerin.

Claudia Carell-Domröse

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