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Borna Besuch aus österreichischem Brunn soll Beziehung zu Groitzsch ankurbeln
Region Borna Besuch aus österreichischem Brunn soll Beziehung zu Groitzsch ankurbeln
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05:02 16.04.2018
Robert Krickl. Quelle: privat
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Groitzsch

Es war wieder etwas ruhiger geworden um Kontakte zwischen Groitzsch und Brunn am Gebirge in Niederösterreich. Doch nun fiebert Robert Krickl aus der Marktgemeinde im bergigen Nachbarland einem Besuch in der Schusterstadt entgegen. Er hatte vor gut zwei Jahren die Verbindung aufgenommen, nachdem er bei Recherchen zu einem Buch auf Beziehungen zwischen den Orten vom Ende der 1920er-Jahre gestoßen war.

„Es wäre mir die größte Freude und Ehre, Groitzsch zu besuchen“, sagte der 36-Jährige gestern mit Wiener Schmäh. „Ich habe jetzt so viel über die Stadt gelesen und auch Kontakt mit Nachfahren der da­maligen Leute ge­habt, dass ich möglichst schnell kommen will.“ Einen Termin gibt es noch nicht. Zwar war schon von August die Rede, es dürfte aber eher September werden. Erst nimmt der Mineraloge und Kristallograf mit Doktortitel, der auch Historiker und seit Kurzem Weinfachmann ist, an einer Tagung in Indien teil.

Vor fast 90 Jahren, als es in Deutschland den Menschen wegen der Weltwirtschaftskrise richtig schlecht gegangen war, hatte Brunn Eisenbahnladungen mit Hilfsgütern nach Groitzsch geschickt. Und Kinder von hier wurden zum Pflegeurlaub in die Gemeinde südlich von Wien geholt. Dies soll der erste Städtekontakt zwischen beiden Ländern gewesen sein.

Den damals regen Briefverkehr ha­ben die Volksschule Brunn und die Grundschule Groitzsch wieder aufgenommen. „Es gibt Ansätze, ja“, sagte der hiesige Leiter Christian Jauer. „Erste Briefe sind hin- und hergegangen. Wenn Herr Krickl hier ist, besprechen wir Weiteres.“ Der Österreicher kann sich vorstellen, den Grundschülern von der gemeinsamen Geschichte der Orte zu erzählen, „wie ich es schon in der Volksschule gemacht habe“. Er schreibe ein Buch über diese Historie. Es gebe durchaus Anknüpfungspunkte zu heute. Und natürlich fände er gegenseitige Besuche interessant.

Der Groitzscher Bürgermeister Maik Kunze (CDU) wartet auf eine neue Information aus Österreich. „Die Verbindung zwischen den Orten ist eine nette Geschichte, wenn sie wieder kommt“, findet er. Er sei vor einiger Zeit per Internetdienst Skype live in einen Vortrag von Krickl in Brunn zugeschaltet worden. „Der Saal war proppevoll. Da ist wohl Interesse da.“ Er sei aber zurückhaltend mit einer Städtepartnerschaft. Die müsse gelebt werden. Noch gebe es keinen offiziellen Kontakt zur dortigen Gemeinde. „Auch da könnte sich demnächst was tun“, meinte Robert Krickl vielsagend.

Von Olaf Krenz

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