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Beteiligungen im Blick: Katrin Friebel wacht über Jahresabschlüsse und Bilanzen

Der Kreis als Unternehmer Beteiligungen im Blick: Katrin Friebel wacht über Jahresabschlüsse und Bilanzen

Der Landkreis Leipzig unterhält zwei Eigenbetriebe und ist an neun Gesellschaften unmittelbar beteiligt. Ein Auge auf Bilanzen und Jahresabschlüsse hat Katrin Friebel, die Landrat Henry Graichen (CDU) seit kurzem direkt unterstellt ist.

Wichtige Dokumente zu den einzelnen Gesellschaften, wie Satzungen oder Gesellschafterverträge, hat Katrin Friebel sofort griffbereit. Die 46-Jährige ist im Landratsamt für das Beteiligungsmanagement zuständig.

Quelle: Simone Prenzel

Landkreis Leipzig. Wie fährt der Landkreis mit seinen wirtschaftlichen Beteiligungen? Welche Risiken lauern möglicherweise in kreiseigenen Unternehmen? Aufgabe von Katrin Friebel ist es, diese Fragen im Auge zu behalten. Im Landratsamt ist die 46-Jährige für das sogenannte Beteiligungsmanagement zuständig.

Auf ihrem Tisch landen sämtliche Jahresabschlüsse aller Eigenbetriebe und Gesellschaften, an denen der Kreis beteiligt ist. „Man muss schon Spaß daran haben, sich durch einige Aktenordner zu wühlen“, lacht die Mutter eines 14-jährigen Sohnes, die seit Januar 2005 in Diensten der Kreisverwaltung steht. Ihre erste Station war der Betrieb für Grundsicherung im damaligen Muldentalkreis, seit der Gebietsreform 2009 verantwortet Katrin Friebel die Beteiligungsverwaltung.

Um vielfältige Aufgaben zu erfüllen, wird die öffentliche Hand als Unternehmer tätig. Sei es bei der Abfallwirtschaft, im ÖPNV oder dem Gesundheitswesen. Die besondere Herausforderung besteht darin, dennoch die öffentliche Kontrolle zu gewährleisten. Das ist Aufgabe der Aufsichtsräte, in denen der Landrat selbst oder andere gewählte Vertreter sitzen.

Zusammenarbeit mit Geschäftsführern

In Zeiten reduzierter Finanzierungsspielräume und hoher Leistungserwartungen der Bürger kommt dem Beteiligungsmanagement eine wichtige Rolle zu. Die Kreisspitze reagierte darauf bereits strukturell: Katrin Friebel ist seit kurzem Landrat Henry Graichen (CDU) direkt unterstellt und gehört zum Mitarbeiterteam seines Büros. So sind kurze Entscheidungswege garantiert. „Der Landrat steht in vielen Themenbereichen sehr gut im Stoff“, zollt die studierte Betriebswirtin ihrem Chef Respekt. Allerdings könne niemand erwarten, dass er die Jahresabschlüsse sämtlicher Gesellschaften, Verbände und Eigenbetriebe selbst studiert, nebenbei noch die finanziellen Abläufe in den Zweckverbänden im Blick hat. „Deshalb ist es meine Aufgabe, entscheidungsreife Vorlagen für die Verwaltungsspitze sowie die Gremien vorzubereiten.“ Eng arbeitet Katrin Friebel auch mit den jeweiligen Geschäftsführern zusammen, um zum Beispiel die Wirtschaftspläne zu erstellen. Darin sind alle wichtigen Investitionen der nächsten fünf Jahr verankert.

Zwei Gesellschaften widmet die Mittelsächsin dabei jetzt noch mehr Aufmerksamkeit. In der Thüsac Personennahverkehrsgesellschaft wurde die Betriebswirtin vom Kreistag in den Beirat gewählt. Außerdem ist sie neues Aufsichtsratsmitglied der Altenheimgesellschaft Muldental. „Natürlich bin ich seit Jahren mit den Themen beider Gesellschaften vertraut, auch wenn sich das bislang eher auf die reinen Zahlen beschränkt hat“. Die Funktion in einem Aufsichtsrat bringe nun aber neue Herausforderungen mit sich. Die Altenheimgesellschaft (AHG) Muldental gehört zu den Muldentalkliniken, die sich komplett in kommunaler Hand befinden und deren alleiniger Gesellschafter der Landkreis ist. Die AHG betreibt zwei Pflegeheime in Wurzen und Brandis mit über 200 Mitarbeitern. „Da trägt man schon eine große Verantwortung“, ist sich Katrin Friebel bewusst.

Kein Thema für Schnellschüsse

Gibt es aktuell Sorgenkinder im Kreis-Portfolio? Die Wächterin über Jahresabschlüsse und Bilanzen schüttelt bei dieser Frage mit dem Kopf. „Nicht, dass ich wüsste.“ Eine Korrektur habe es in jüngster Vergangenheit lediglich bei der Will, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung des Landkreises, gegeben. „Die Gesellschaft befindet sich nach wie vor in der Liquidation.“ Vorm Hintergrund der Frage, ob sich der Staat als Unternehmer eher zurückhalten sollte, ist Katrin Friebel überzeugt: „Man kann sicher nicht auf Teufel komm raus GmbHs gründen. Der Zweck des Unternehmens muss schon durch Aufgaben der Daseinsfürsorge gerechtfertigt sein.“ Die wirtschaftliche Betätigung des Landkreises sei auch nicht für Schnellschüsse geeignet. Ihrer Einschätzung nach würden sich die kommunalen Unternehmen auf solidem Kurs befinden. Die kreiseigenen Muldentalkliniken würden zum Beispiel Gewinne ausschütten, von denen wiederum die Weiterbildungsakademie mit den Volkshochschulen Leipziger Land und Muldental profitiert.

Von Simone Prenzel

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