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Bewohner protestieren gegen das Projekt eines offenen Strafvollzugs am Bockwitzer See

Bewohner protestieren gegen das Projekt eines offenen Strafvollzugs am Bockwitzer See

„Wir können unsere Häuser nicht verbarrikadieren, nur weil wir am nächsten dran wohnen“, sagte ein Kesselshainer. Die Angst vor dem Projekt offener Strafvollzug am Bockwitzer See treibt den Einwohnern des kleinen Örtchen nördlich von Borna die pure Angst in die Adern.

Borna/ Kesselshain. Am Freitagabend stellte der Verein Prisma, der vom Sächsischen Justizministerium mit dem Bau und Betrieb des Projekts beauftragt worden ist, seine Pläne im Gasthof Kesselshain vor.

Die Fronten blieben verhärtet. Die Besucher forderten lauthals von Oberbürgermeisterin Simone Luedtke als ihre „Volksvertreterin“, den Stadträten die Ablehnung der Kesselshainer deutlich klarzumachen. „Wir sind schon mit der B 95 und der kommenden Autobahn genug bestraft. Da brauchen wir nicht noch einen Strafvollzug vor der Haustür“, so Edeltraud Schulze vom Siedlerverein Kesselshain und Umgebung. Es werde mit Sicherheit keine Annäherung geben.

„Urlaub am Baggersee“ und weitere hämische Bemerkungen schwirrten lauthals durch den Raum. Da hatte es Projektleiter Michael Richter vom Verein Prisma nicht leicht, die sinnvolle Arbeit und Erziehung der 14- bis 23-jährigen Strafgefangenen darzustellen. Einen brachte er am Freitag mit. Der junge Mann sollte detailliert über seine Erfahrungen im Seehaus Leonberg, dem ersten Prisma-Objekt, berichten. Per Beamer und Leinwand wurde ein Film von dem Objekt in Baden-Württemberg gezeigt mit dazugehörigen Erklärungen. Es handele sich um eine Mischung zwischen offenem und geschlossenem Vollzug. „Dort werden garantiert keine Sexualtäter, Drogenhändler oder psychisch Kranke unterkommen“, versprach Richter. Durch ein strenges Bewertungssystem für Pünktlichkeit, Arbeit und Motivation sollen die Insassen auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet werden. Doch immer wieder wurde Richter bei seinen Ausführungen mit lauten Zwischenrufen unterbrochen. Oft musste der Leipziger klein beigegeben.

Es war bereits die zweite Informationsveranstaltung. Viele der Besucher waren vor Monaten im Bürgerhaus „Goldener Stern“ dabei. In der Zwischenzeit kamen Fragen auf, die unklar schienen. „Ökostationsleiter Harald Krug hätte doch am liebsten einen kompletten Zaun um sein Naturschutzgebiet gebaut. Wieso kann man jetzt plötzlich einen Knast dorthin setzen?“, fragte ein Besucher. Andere vermuteten, dass viel Geld dahinter stecke, was Richter vehement bestritt. Zudem forderten einige Kesselshainer, das Projekt in der JSA Regis-Breitingen zu installieren. „Dort haben die Gefangenen in der dritten Stufe ja bereits Freigang“, so ein Kesselshainer.

Die JSA sei laut Richter letztendlich für die zwanzig Gefangenen zuständig, die auf der Gemarkung von Alt-Bockwitz in maximal vier Wohngemeinschaften untergebracht werden sollen.

Laut OBM Luedtke hatte Borna das Areal am 7. April erworben. Nach etlichen Vorwürfen, die Stadt würde das Stück Land für einen Knast verscherbeln, antwortete Luedtke pragmatisch: „Wer soll den Strand denn später sauber halten? Die Kommune schafft das nicht.“ Darum könnten sich aber die Strafgefangenen kümmern.

Peter Krischunas

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