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Borna Bewohner von Hagenest ärgern sich über dicht zugewachsenen Dorfteich
Region Borna Bewohner von Hagenest ärgern sich über dicht zugewachsenen Dorfteich
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07:00 31.12.2015
Der Dorfteich in Hagenest wächst mehr und mehr durch Schilf zu. Das ärgert auch Jürgen Claus, Monika Claus, Hans-Jürgen Illig und Rosmarie Hönig (v.l.). Quelle: André Neumann
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Regis-Breitingen/Hagenest

Einwohner des Regis-Breitingener Ortsteils Hagenest fürchten um ihren oberen Dorfteich. Tatsächlich ist der gut zur Hälfte dicht mit Schilf zugewachsen. Die letzte große Entschlammung liegt schon fast ein halbes Jahrhundert zurück, erinnern sich Bewohner. Es sieht nicht so aus, als würde sich an der Situation etwas ändern.

Wenn im Herbst massig Laub von den Bäumen am Ufer des Teiches fällt, fegt Jürgen Claus manchmal das Laub auf dem Uferweg unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses. Das wäre eigentlich Sache der Stadt. Die Bäume sind mit den Jahren größer geworden, so fällt auch immer mehr Laub in den Teich. Der verschlammt zusehends und wächst mit Schilf zu. Höchstens die Hälfte ist noch als Wasserfläche erkennbar.

Vor 25 Jahren sah das noch ganz anders aus, ist auf den Fotos zu erkennen, die Monika Claus zeigt. Kein Schilf, an den Ufern ein paar kleine Büsche, ein paar Enten und Schwäne schwimmen auf dem Wasser. „Uns bedrückt, wie es hier aussieht“, bedauert nicht nur Monika Claus. Noch früher soll es auf dem Teich sogar eine Tanzdiele gegeben haben. Von der Terrasse der früheren Gaststätte oberhalb des Teiches soll ein Steg bis zu der kleinen Insel geführt haben, wo jetzt ein kleines Entenhaus im dichten Schilf versteckt ist.

Vor ein paar Jahren, erinnert sich Jürgen Claus, sei einmal ein bisschen Schlamm aus dem Teich gezogen worden. Der wurde am Ufer auf die Wiese gekippt, die in Hagenest als grüne Lunge bezeichnet wird und wo ein Picknicktisch mit Dach steht. Seitdem ist dort das Ufer verschlammt, der Teich sei sogar kleiner geworden. Kleine Kinder könne man nicht mehr allein ans Ufer lassen, sie könnten abrutschen. Und wirklich: Wegen des Bewuchses ist an manchen Stellen nicht mehr genau zu erkennen, wo das Ufer endet und das Wasser beginnt. Und zum Schlittschuhlaufen reicht die Wasserfläche, wenn sie denn einmal zufriert, kaum noch aus.

Hans-Jürgen Illig war bis zum Jahr 2000 der letzte Chef der Hagenester Feuerwehr, die danach aufgelöst wurde. Er erinnert sich, dass der Teich auch mal die Funktion eines Feuerlöschteiches hatte. Heute ist er dafür laut Bürgermeister Wolfram Lenk (Linke) nicht vorgesehen, könnte im Notfall aber genutzt werden. „Ob die da was rauskriegen, weiß ich nicht“, zweifelt Illig. Als es an einem zurückliegenden Neujahr in Hagenest brannte, versuchten es die Feuerwehrleute gar nicht erst. Das Wasser wurde aus einem Hydranten geholt, den die Kameraden laut Illig erst eine Weile suchen mussten.

So sah der obere Dorfteich in Hagenest vor 25 Jahren aus. Quelle: André Neumann

Einige der Bewohner erinnern sich noch an die letzte wirklich große Entschlämmung des Teiches. Das muss 1968 gewesen sein, sagt Jürgen Claus, und es sei damals eine echte Gemeinschaftsaktion des Dorfes mit Hilfe des Tagebaus gewesen. Ein Lader stand im Teich und schaufelte den Schlamm auf eine Zugmaschine, die auf einer Straße aus dicken Bohlen aus dem Tagebau in den Teich hinein fuhr.

Eine ähnliche Aktion wäre heute wieder einmal nötig, meinen die Bewohner, um aus dem Tümpel wieder einen richtigen Dorfteich zu machen. Immerhin stört nicht nur der Anblick, sondern es gibt auch unmittelbare Auswirkungen für die umliegenden Bewohner: Im Sommer nerven Unmengen Blütenstaub von Weiden, Birken und Rohrbomben, die in die Fenster hineingeweht werden.

Etwas Grundlegendes dürfte in der nächsten Zeit allerdings nicht passieren. „Wir haben keine großen Pläne für den Teich“, sagt der Regiser Bürgermeister. Ziel der Stadt sei eine „angemessene Pflege und Wartung“. Lenk weiß, dass Schilf möglichst jährlich beseitigt beziehungsweise verschnitten werden sollte, ebenso gehöre Entschlämmen in regelmäßigen Abständen zu einer ordentlichen Teichbewirtschaftung. „Wir bemühen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten auch darum, dies regelmäßig zu tun“, sagt er.

Was das Häuschen auf der kleinen Insel angeht, glaubt Lenk offenbar nicht an die Geschichte von der früheren Tanzdiele. „Das ,Tanzhaus’ war eigentlich ein Schwanenhaus, die Insel wäre auch viel zu klein“, meint das Stadtoberhaupt.

Von André Neumann

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