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Borna Bildhauer-Pleinair in Pegau
Region Borna Bildhauer-Pleinair in Pegau
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16:56 19.05.2015
Besucher sind mit dem Leipziger Bildhauer Konrad Thalmann (Mitte) im Pegauer Klostergarten im Gespräch. Quelle: karich

Mit ihm bearbeiten Konrad Thalmann aus Leipzig und der Kitzener Sebastian Harbort den Speckstein, den Marmor und den Tuff. Ein Maler, ein Pferd und Vögel spielen diesmal eine wichtige Rolle.

Nach mehreren Tagen zeichnen sich schon deutliche Konturen ab, und auch die Bildhauer selber geben im Dialog mit den Besuchern gern Auskunft über das unter ihren Händen Entstehende. Ein hintergründiger Gedanke wird dabei aber schmunzelnd und energisch zurückgewiesen.

Sowohl Thalmann als auch Harbort ließen sich bei ihrer Motivsuche vom Elixier des Lebens, dem Wasser, inspirieren. Prompt wurde die verregnete erste Pleinair-Woche zu einer recht feuchten Angelegenheit. "Nein, das ist weder ein Zeichen noch ein böses Omen", sagt lachend Konrad Thalmann. Alle hoffen aber nun auf eine trockenere zweite Halbzeit.

Große Zeltdächer geben Schutz, wenn es nass von oben kommt. So bleibt das reliefartige Pferd trocken, das der Leipziger Bildhauer inzwischen aus dem finnischen Speckstein herausgearbeitet hat. Der vielseitige Künstler, der sich auch als Maler und Grafiker einen Namen erwarb, sagt: "Pferde sind schöne, erhabene Tiere mit großer Ausstrahlung."

Doch das ist nicht der einzige Grund für sein Thema. Als er jüngst in Pegau einen Pleß'schen Skulpturen-Rundgang besuchte, fiel am Schützenplatz am Ufer der Weißen Elster eine große Grünfläche ins Auge. Ohne dem abschließenden Standort-Votum vorgreifen zu wollen, sollte das Wasser nun Teil des steinernen Kunstwerks werden.

"Als Pegasus mit seinem Huf gegen einen Felsen schlug, entsprang dort eine Quelle", fasst Thalmann seine lange Ideensuche in einem Satz zusammen. Am Fuße des Steines will er jenen Quell andeuten, "und auch die Flügel des Fabelwesens werden auf der Skulptur zu entdecken sein". Nebenan bei Sebastian Harbort musste man in den ersten Tagen kopfüber denken, denn zuerst bearbeitete er den künftigen Boden des kubanischen Marmors. "Ein wunderbarer Stein, der mich schon beim letzten Pleinair fasziniert hat", erinnert er sich. Da hatte seine Frau Jiang Bian-Harbort teilgenommen - er erhielt die Einladung für 2013.

"Die entscheidende Inspiration kam, als ich Vögel in einer großen Pfütze spielen sah. Da wusste ich, das wird eine Vogeltränke." Einen Platz in der Natur soll das kunstvolle Becken nach dem Pleinair finden. "Und am Rand wird natürlich auch ein steinerner Piepmatz sitzen."

Für Gastgeber Rainer Pleß vereinen sich in seinem aktuellen Werk zwei persönliche Motive. Ferdinand von Rayski, den Wikipedia als "bedeutenden deutschen Grafiker und Porträtmaler des 19. Jahrhunderts" beschreibt, gehört schon immer zu seinen Favoriten. "Seine Porträts faszinieren mich", sagt Pleß. "Und Rayski ist 1806 in Pegau geboren." Bald wird nun eine Porträt-Büste an den großen Sohn der Stadt erinnern.

Bis zur Übergabe beim Abschlussfest am 8. Juni bleibt noch Zeit, den Künstlern über die Schulter zu schauen. Rainer Pleß: "Wir hoffen natürlich, dass uns viele Gäste hier im Klostergarten besuchen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 31.05.2013

Hartmut Karich

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