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Borna Blick für das Schöne und Besondere
Region Borna Blick für das Schöne und Besondere
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14:32 19.05.2015

Die Produkte sind in der Regel spottbillig, oft sehr schlecht und manchmal sogar giftig. In unserer neuen LVZ-Serie "Made in..." wollen wir Handwerksbetriebe und Kunsthandwerker vorstellen, die hier produzieren und gute Qualität liefern. Heute: Keramik aus Elstertrebnitz.

Wenn Doreen Neumann zu Hause in ihre Werkstatt geht, vergisst sie die Welt um sich. Die Arbeit mit den Händen, das Modellieren von Gebrauchsgegenständen für den Haushalt und Garten oder kunstvollen Figuren aus Steinzeug hat fast etwas Meditatives an sich. "Ich habe schon als Kind gerne mit Holz, Keramik und Steinen gespielt und fand die natürlichen Formen faszinierend", sagt die 43-Jährige. "Und ich habe immer die Menschen bewundert, die daraus etwas Schönes machen können."

Erst nach vielen Berufsjahren fand die Facharbeiterin für Werkzeugmaschinen den Weg in die Töpferstube. Bei einer Künstlerin am Bodensee erlernte Doreen Neumann nicht nur das Handwerk, sondern schulte zugleich ihren Blick für das Schöne und Besondere, für das Material und ihre eigene Kreativität. Ihr erster Versuch mit dem Steinzeug war ein Männerkopf in Reliefform. "Er hängt heute noch bei uns im Garten", sagt die Elstertrebnitzerin, die seit fünf Jahren im Dorf lebt, und sie freut sich selbst über ihre eigene Weiterentwicklung.

Seither formt sie nicht nur Gesichter und Köpfe, Hände und Füße, sondern auch kunstvolle Stelen für den Garten, Blumenampeln, Vogeltränken, Windspiele, Lichtkegel, Vogelhäuschen, Zauberhüte oder Kugeln. Ihre Arbeiten werden zweimal gebrannt, zunächst bei 900 Grad Celsius, dann sparsam glasiert, und anschließend kommen sie für weitere acht bis zehn Stunden bei 1220 Grad in den Ofen. "Wenn sie nicht runterfallen, dürften sie für die Ewigkeit halten", lacht Doreen Neumann, deren Hof, Haus, Garten und Werkstatt voll mit diesen Arbeiten ist.

Auf regionalen Märkten und Messen wie den Gartenwelten in Großpösna, dem Pegauer Altstadtfest oder zum 800. Stadtjubiläum dieses Jahr in Groitzsch ist die Künstlerin mit ihrem Stand vertreten. "Vor Jahren bin ich noch quer durch Deutschland gereist, aber der Aufwand hat sich nicht rentiert. Jetzt mache ich mehr regionale Sachen." Darüber hinaus steht ihre Werkstatt nach Anmeldung jederzeit für Besucher offen - und sie gibt Keramikkurse für Interessenten und Neueinsteiger jeden Alters. Vier Gruppen treffen sich schon in unregelmäßigen Abständen auf dem Hof, der gleich neben der Eisenmühle liegt, und erlernen das uralte Handwerk.

Zudem hat sie das Internetgeschäft für sich entdeckt. Unter dawanda.de, dem Markt für handgemachte Produkte, verkauft die 43-Jährige nun ihre Eigenkreationen und durfte bereits ein Paket in die Schweiz schicken. "Es ist eine wunderschöne Arbeit", sagt sie, "aber davon leben kann man leider nicht." An drei Tagen in der Woche arbeitet die Kauffrau für Bürokommunikation im Leipziger Norden in einem Büro.

Ruhe und Ablenkung vom Alltag findet die gebürtige Salzwedelerin bei stundenlangen Spaziergängen mit ihrem Hund. Das Auflesen von Steinen oder Stöcken, der frische Wind um die Nase, die Weite der Landschaft - das ist für sie Leben pur. Und Inspiration für neue Ideen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.03.2014
Haase

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