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Borna Blick über die Bruchsteinmauer: Eulaer Höfe öffnen zur 925-Jahr-Feier
Region Borna Blick über die Bruchsteinmauer: Eulaer Höfe öffnen zur 925-Jahr-Feier
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00:30 23.08.2015
Aus der Vogelperspektive fällt auf, dass Eula den typischen Ortskern vermissen lässt. Die Gehöfte hangeln sich an den Straßen entlang. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Das traditionelle Straßendorf lebt seine Geschichte an allen Gassen und Wegen. Das wollen die Bewohner beim Tag der offenen Höfe während der Festlichkeiten zur Gründung des Dorfes vor 925 Jahren demonstrieren. Dazu lassen sie nicht nur Nachbarn und Gäste auf ihre privaten Grundstücke ein. Auf 16 Anwesen, die zur historischen Bebauung gehören, zelebrieren sie zudem ein Stück eigene und Dorfgeschichte. Die kann, muss aber nicht im gestern angesiedelt sein. Auch heutige Stärken und allgegenwärtiges Netzwerk der Bewohner werden den Trubel prägen.

Einer, der den Tag des offenen Hofes maßgeblich vorangetrieben hat, ist Frank Gruner. Der Leipziger Bauunternehmer hatte sich vor Jahren in den Dreiseithof am Anfang der Kirschallee verliebt und das Ensemble übernommen. Inzwischen ist es so weit saniert, dass er mit seiner Familie in Eula heimisch geworden ist. Ein Blick auf den als Wohnhaus umgebauten Pferdestall reicht, um Gruner eine Affinität für historische Bausubstanz zu attestieren. Fenster und Türen sind von Zeitzer Sandstein gerahmt. Die Bruchsteinmauern bleiben unverputzt. Der Bilder-Vergleich vorher und nachher verblüfft. Die früheren Ruinen zeigen jetzt nicht nur kräftige Fassadenfarben. Eingestürzte Dächer lassen über geschwungene Fenster Licht ins Gebälk. Dort, wo sich einst Giebel berührten und zerstören, geben Durchbrüche den Blick frei.

Gruners Hof ist heute ein Flächendenkmal und ein Vorzeigeobjekt unter den vielen sanierten Gehöften im Ort. Aber das hatte der Bauunternehmer, der zur Zeit das Nebengelass saniert, weniger im Sinn, als er die Aktion anregte. "Das Fest soll den Ort näher zusammenbringen", sagte er. Verschiedenste Aktionen von Ausstellungen über Theater bis zur Kaffeetafel würden zum Verweilen animieren.

Der Rundgang entlang der historischen Perlen des Dorfes beginnt in der Kirschallee bei Gruner. Gleich gegenüber offeriert der heutige Kindergarten die 70-jährige Geschichte des Gebäudes, das einst als Schule diente. Die Kirche, die mit einem Festgottesdienst die Ära der Beseitigung von Brandschäden feiert, lädt unter Wiprechts Dach ein. Als Kunst- und Kulturhof präsentiert sich der Oleanderhof. Landwirtschaftliche Geräte sind auf Mitzscherlings Hof zu bestaunen. Die heute noch florierende Rolle wird Schauvorführungen für die Neu-Eulaer auflegen. Im Vereinshof stellt die Arbeitsgruppe Chronik aus. Die tolle Knolle steht im Mittelpunkt des Treibens auf Pertermanns Hof. Mit einer Traktorenschau wird die Straße der Genossenschaften belebt. Der in einer Nebenstraße liegende Hof Pretzsch zeigt Allerlei vom Bauern. Mit historischer Wäsche wartet die Pension auf, die auch heute noch einen Wäscheservice betreibt. Am Feldrain, wo sich junge Bauherrenfamilien ansiedelten, wird das Puppentheater Eierpappe auftreten. Hier soll es außerdem eine Spielstraße für Kinder geben. Mitten im Ort wird ein Flohmarkt abgehalten. Nach soviel Trubel bietet das historische Café bei Schwäbls eine Verschnaufpause, bevor der König von Neapel im Herrenhaus Gestewitz sein Temperament spielen lässt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.08.2015
Birgit Schöppenthau

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