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Borna Blickpunkt Auge – Beratungsmobil für Menschen mit Sehbehinderung in Borna
Region Borna Blickpunkt Auge – Beratungsmobil für Menschen mit Sehbehinderung in Borna
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09:25 27.07.2017
Ulrike Meinhold (l.) berät Annemarie Till vom Blindenverband Region Grimma/Wurzen. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Seit Anfang des Jahres sind Ulrike Meinhold und Liane Völlger zweimal pro Woche mit ihrem großen Transporter in Sachsen unterwegs. Als die „Blickpunkt Auge“-Beraterin und die Mitarbeiterin der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig (DZB) am Mittwoch in Borna ankamen, wurde schnell deutlich, wie wichtig das mobile Angebot für Menschen mit Seheinschränkung ist. Vor allem ältere nahmen es trotz unfreundlichem Wetter auf dem Bornaer Markt an, darunter Mitglieder des Blindenverbandes der Region Grimma/Wurzen.

„Die Fragen sind ganz unterschiedlich. Einige wollen wissen, welche Unterstützung ihnen zusteht oder welche Hilfsmittel sie zur Verfügung haben“, berichtet Meinhold. Immer wieder müsse sie auch erläutern, was eine Diagnose für den Patienten bedeutet: „Dafür haben die Ärzte zum Teil keine Zeit.“ Getan sei die Arbeit damit nicht. Meinhold berichtet: „Viele Menschen müssen einfach mal reden. Da ist es egal, ob wir auf dem Land oder in der Stadt sind.“ Die eingeplante Beratungsstunde reiche da zum Teil nicht aus. In diesem Fall vereinbart Meinhold einen Folgetermin oder bietet anschließende Beratungen am Telefon an. Diese Fürsorge wird von den Besuchern sehr geschätzt. „Eine Seheinschränkung ist auch eine psychische Belastung“, sagt Meinhold. Viele würden mit Tränen in den Augen das Mobil betreten und es mit ein wenig mehr Hoffnung verlassen.

Dass mit Liane Völlger neben Meinhold auch noch eine Vertreterin der DZB an Bord berät, ist einzigartig für „Blickpunkt Auge“-Mobile in Deutschland. Völlger klärt nicht nur über die Angebote der Spezialbibliothek auf, sondern gibt bei Bedarf auch Hilfestellung, wenn es um die Anmeldung und Bestellungen geht. Hintergrund: Die DZB verfügt nicht über einen klassischen Lesesaal, sondern liefert gegen Vorlage eines Schwerbehindertenausweises kostenlos Hörbücher oder Literatur in Blindenschrift an die Haushalte. Völlger sagt: „Für Menschen, die das Internet nicht nutzen, ist unser Angebot manchmal noch völlig unbekannt. Allein dafür lohnt sich die Arbeit im Beratungsmobil schon.“

Von Anton Zirk

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