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Borna Blitzende Karossen bei Oldtimer-Treffen in Espenhain
Region Borna Blitzende Karossen bei Oldtimer-Treffen in Espenhain
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00:31 04.05.2018
Oldtimer spielen die Hauptrolle beim Familienfest zum 1. Mai in Espenhain. Quelle: Bert Endruszeit
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Espenhain

Nanu, war Audi mal ein volkseigener Betrieb? Auf solche und andere Fragen konnten Besucher am Dienstag beim großen Oldtimer-Treffen in Espenhain Antworten bekommen. Der Werbener Eckard Mank hatte des Rätsels Lösung. Denn sein F 8 Cabrio Baujahr 1955 trug ein eindeutiges Typenschild. „VEB Kraftfahrzeugwerk Audi“ stand da klar und deutlich.

Auf der Suche nach Originalen und Originalteilen

Liebhaber von betagten und liebevoll restaurierten Autos und Motorrädern kamen bei Familienfest zum 1. Mai in Espenhain auf ihre Kosten.

Der traditionsreiche Name wurde damals wie so viele alte Markenzeichen noch eine Weile in der DDR genutzt, bis auch da eigene Wege gegangen wurden. „Das Auto habe ich vor rund 35 Jahren restauriert“, erzählte Eckard Mank. „Schon die Farbe zu bekommen war damals ein Kunststück, das ging nur mit Schmiergeld.“ Aus diesem Grund strahlt der Wagen nicht mehr im elfenbeinfarbenen Originallack, sondern im kräftigen Weinrot. Besonders stolz ist Mank auf die Innenausstattung. „Die Polster sind noch von 1955, da war noch kein Autosattler dran.“ Um Ersatzteile muss er sich keine Gedanken machen. „Schon vor 30 Jahren habe ich geschaut, ob irgendwo ein kaputter F 8 herumstand. So konnte ich schon damals acht Motoren samt Getriebe ergattern. Davon haben auch noch meine Enkel was.“ Alles sei originalgetreu, bis auf die Klingel. „Die habe ich aus einem alten Feuerwehrauto.“

Wege der Liebhaber führen bis nach Texas

Mit einem Chevrolet-Pickup von 1952 fuhr Janko Kästner aus Haselbach auf den Espenhainer Sportplatz. „Den habe ich mir aus Texas geholt. Glücklicherweise lassen die Leute dort ihre alten Autos einfach auf ihren riesigen Grundstücken stehen.“ Übers Internet seien die dann schnell gefunden. Die weltweit vernetzte Fangemeinde hilft auch bei der Restaurierung. „Wenn ich eine Frage habe, bekomme ich innerhalb einer Stunde zehn Antworten. Das hat mir auch bei einem Problem mit der Kupplung geholfen.“

Wer sich sein Fahrzeug aus der Nähe anschaute, dem fiel sofort ein etwas unförmiges Gebilde außen an der Beifahrertür auf. „Das ist eine Klimaanlage. Da werden oben Eiswürfel eingefüllt, die dann durch den Fahrtwind langsam schmelzen. Schon kommt kalte Luft ins Auto.“ Eingesetzt wird die Anlage bei ihm aber nicht, die gehört einfach dazu. „Die schmelzenden Eiswürfel sind nämlich eine Sauerei“, verriet Kästner.

Lada von 1990 ist dicht umringt

Viele staunende Blicke erntet der Leipziger Tim Haferkorn regelmäßig - so auch am Dienstag. Denn er hatte einen 1500er Lada von 1990 mitgebracht. „Der hat fettere Reifen, eine breitere Vorderachse und eine einstellbare Hinterachse. Perfekt für den Driftsport.“ Das sei ein reines Showfahrzeug, aber trotzdem alltagstauglich – wenn auch mit Einschränkungen. „Weil die Spur so breit ist, fährt der jeder Spurrinne nach. Da muss man das Lenkrad ganz schon festhalten. Und eine Servolenkung hatten diese Autos bis zum Schluss nicht.“

Klein, aber fein – so lässt sich der Ford Eifel von Hella und Gerd Eichardt aus Tornau bei Lützen beschreiben. Das Fahrzeug aus dem Jahr 1936 hat sich der stolze Besitzer schon vor drei Jahrzehnten als Schrottfahrzeug in die Garage gestellt. „Ich wollte ihn immer restaurieren, doch immer fehlte mir die Zeit. Jetzt als Rentner habe ich es endlich geschafft.“ In Espenhain ist er immer mit dabei. „Das ist die erste Ausfahrt des Jahres.“

Von Bert Endruszeit

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