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Blitzer-Statistik: Immer weniger Raser im Landkreis Leipzig

Tempo-Sünder Blitzer-Statistik: Immer weniger Raser im Landkreis Leipzig

Der Gewöhnungseffekt ist unverkennbar: An allen stationären Mess-Stellen im Landkreis Leipzig ist die Zahl der ertappten Verkehrssünder 2016 im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. Die Hitliste führen weiter die Espenhainer Blitzer an.

Blitzer in Espenhain: Im Vorjahr wurde der schnellste Raser mit 150 Stundenkilometern registriert.

Quelle: Andreas Döring

Landkreis Leipzig. Autofahrer gehen in Espenhain gewohnheitsmäßig vom Gas. Seit der Landkreis Anfang 2014 an der stark befahrenen Bundesstraße zwei stationäre Blitzer installierte, hat die Zahl der Temposünder kontinuierlich abgenommen. Tappten im Anfangsjahr noch rund 85.000 Eilige in die Foto-Falle, zeigt die Kurve inzwischen deutlich nach unten. Schon 2015 wurden nur noch rund 48.000 Sünder mit teuren Fotos an ihre zu rasante Durchfahrt erinnert.

„Im Vorjahr sanken die Zahlen weiter“, so Klaus-Thomas Kirstenpfad, Leiter des Amtes für Rechts-, Kommunal- und Ordnungsangelegenheiten. Insgesamt knapp 38.000 Mal lösten die beiden Kameras aus. Die Mehrheit – insgesamt rund 32.000 Betroffene – kam 2016 mit einem Verwarngeld davon. Bußgelder mussten rund 5300 Fahrer berappen. Die Espenhainer Blitzer führen dennoch weiter die Liste aller stationären Messanlagen im Landkreis an. Am zweithäufigsten tappten Autofahrer in Markranstädt in die Falle. „Aber auch hier sanken die Zahlen von rund 36 000 im Jahr 2015 auf knapp 27.000 Fälle im Vorjahr“, macht Kirstenpfad deutlich. Knapp 27.000 Verwarngelder stehen in Markranstädt rund 2300 Euro an Bußgeldern gegenüber.

In Machern ist ebenfalls ein Gewöhnungseffekt eingetreten. Auch an der B 6, wo das Tempo in Höhe der Tankstelle überwacht wird, lassen es Autofahrer deutlich gemächlicher angehen. Wurden 2015 noch über 21.000 Überschreitungen registriert, sank deren Zahl im Vorjahr auf unter 14.400. im Verhältnis gesehen hagelte es an der B 6 allerdings etliche Bußgeldbescheide. Im Jahr 2016 wurden immerhin über 880 höhere Strafen fällig, rund 13.500 Mal wurden Verwarngelder verhängt.

Unbelehrbare brettern trotz drohender Strafen ohne Rücksicht auf Verluste in die Ortschaften. Unangefochtener Spitzenreiter im Vorjahr war ein Raser, der in Espenhain 100 Stundenkilometer über dem Limit war – erlaubt sind 50 km/h. In Machern wurde der Schnellste mit 66 km/h zu viel geblitzt. In Markranstädt zeigte die Tachonadel bei der höchsten Überschreitung 61 Stundenkilometer zu viel.

Aber nicht nur die fest installierten Blitzer gelten als probates Mittel, auf das Verkehrsgeschehen Einfluss zu nehmen. Eine wichtige Säule stellen auch die mobilen Mess-Teams der Kreisbehörde dar. Die schwärmten an über 600 neuralgische Punkte aus, die unter anderem von der Verkehrsunfallkommission oder den Kommunen vorgeschlagen werden. 2015 war der Überraschungsmoment rund 14.700 Mal auf der Seite der Kontrolleure. Im Vorjahr ertappten die Radarfallen zwischen Thallwitz und Geithain rund 11.600 Verkehrssünder.

Die steigende Disziplin der Autofahrer schlägt sich einnahmeseitig nieder. Die einkassierten Bußgelder sanken: von 1,9 Millionen im Jahr 2015 auf 1,4 Millionen im Vorjahr. An Verwarngeldern wurden eine halbe Million Euro weniger eingenommen. Die verhängten Geldstrafen in diesem Bereich sanken von 2,4 auf unter 1,9 Millionen Euro.

Auch die Zahl der Fahrverbote ist rückläufig. 2015 mussten 2446 Raser ihren Wagen stehen lassen. 2016 wurden 1613 Betroffene zu unfreiwilligen Fußgängern. Als Scharfrichter erwiesen sich 2016 einmal mehr die Espenhainer Blitzer mit 1284 Fahrverboten, gefolgt von Markranstädt (148) und Machern (79). Im Jahr 2015 waren in Espenhain 2024 Autofahrer aus dem Verkehr gezogen worden, gefolgt von 188 in Markranstädt und 123 in Machern. Nicht berücksichtigt sind Tempo-Verstöße, die die Polizei bei ihren Radarkontrollen registriert.

Von Simone Prenzel

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