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Borna Blumen vom Streithahn
Region Borna Blumen vom Streithahn
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13:43 11.12.2009

. Denn die Hainichenerin bekleidet im mittlerweile neunten Jahr das Amt der Friedensrichterin der Stadt Kitzscher.

Sie hat in diesem ebenso die Erfahrung gemacht, dass es nahezu nichts gibt, über das sich nicht trefflich streiten lässt, wie auch jene, dass davor keine Generation gefeit ist. „Die Jahrgänge unter 40 stehen darin der Generation 55 Plus in keiner Weise nach“, weiß die Hausfrau. Sie wollte nach ihrer Arbeitslosigkeit weiterhin nützlich in der Gesellschaft aktiv sein und bewarb sich deshalb  für das Amt. Ein Schritt, den sie nach eigenem Bekunden bis heute nicht bereut hat.

„Ich bin gern als Friedensrichterin tätig, weil es eine dankbare Tätigkeit ist.“ Komme es doch nicht selten vor, dass ein ehemaliger Streithahn nach erfolgreicher Streitschlichtung ihre Tätigkeit mit Blumen würdigen oder sich spontan auf der Straße noch einmal bei ihr bedanken würde. Diese Dankbarkeit liegt möglicherweise auch darin begründet, dass die 54-Jährige alles daran setzt, die Streite nicht in eine Verhandlung münden zu lassen, die für die Beteiligten auch mit Kosten verbunden wären.

„Ich versuche, die Probleme nach Möglichkeit bereits im Vorfeld in Gesprächen mit den beiden Parteien zu klären“, so Tonndorf, die eine durchaus beachtliche Erfolgsquote vorweisen kann. Denn in immerhin gut 70 Prozent aller Fälle hat die Kitzscheraner Friedensrichterin bislang ihr Ziel erreicht. Auch in jenen Fällen, die in ein Schiedsverfahren mündeten, konnte sie die Streithähne vor einem Gang zum Gericht bewahren. „Lediglich zwei Fälle löste ich seit meinem Amtsantritt nicht im Rahmen einer Schiedsverhandlung“, so Tonndorf, die nicht verhehlen will, dass ihre Arbeit bei allem Erfolg eine durchaus schwierige ist. Zumal die Fälle im Laufe der Jahre in punkto Schwierigkeitsgrad zugenommen hätten. Auch würden die Streitparteien zunehmend unverrückbarer auf ihren Standpunkten verharren.

„Dabei spielt die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit in unserer Region sicher keine unwesentliche Rolle, weil die Leute zum einen unzufrieden mit ihrer Situation sind, zum anderen einfach viel Zeit zum streiten haben“, so Dagmar Tonndorf, die es sich zugute hält, immer für Problemfälle erreichbar gewesen zu sein.

„Über meine monatliche Sprechstunde hinaus kann man mich im Prinzip rund um die Uhr ansprechen“, so die Hainichenerin, die im Dienst für die Gesellschaft auch sehr viel für sich gelernt habe.

Roger Dietze

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