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"Bockwitz ist keine Alternative"

"Bockwitz ist keine Alternative"

Die Stadt Borna kann die angestrebte Wiedereröffnung des ehemaligen Freibades An der Wyhraaue bewältigen. Davon geht der Vorsitzende des Freibadvereins, Holger Luedtke, aus.

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Holger Luedtke

Quelle: unbekannt

Borna. Die Entscheidung darüber liege aber beim Stadtrat, sagt Luedtke, auch Linken-Kreisvorsitzender, im LVZ-Interview. Der Bockwitzer See sei keine Alternative zum Freibad.

Frage: Es war bisher immer die Rede davon, dass das neue Freibad im nächsten Jahr eröffnet wird. Wie steht es damit?

Holger Luedtke: Richtig ist, so ist die Beschlusslage des Stadtrates im Ergebnis des von uns erfolgreich abgeschlossenen Bürgerbegehrens, dass "das im Jahre 2006 geschlossene Freibad "Wyhraaue" bis zum Ende des Jahres 2015 zu einem Naturbad umgebaut wird". Ich weiß, dass die Verwaltung der Stadt Borna sehr aktiv daran arbeitet, weil wir als Verein in die Arbeits- und Entscheidungsprozesse aktiv eingebunden sind. Es gab bereits einen Scoopingtermin mit allen Trägern der öffentlichen Belange unter Leitung des beauftragten Planungsbüros und Bürgermeister Stengel. Außerdem wurden bereits Sachgespräche mit der Landesdirektion und dem Staatsministerium des Inneren geführt. Unser Vorstandsmitglied Klaus Sachse war teilweise bei diesen Gesprächen dabei, da er aus baulicher Sicht für der Verein verantwortlich ist. Ich sag es mal so: Wir sind optimistisch, dass unser Engagement am Ende von Erfolg gekrönt wird. Ob und wie der Zeitrahmen gehalten wird beziehungsweise gehalten werden kann, liegt nicht in unseren Händen. Hier tragen der Stadtrat und die Stadtverwaltung die Verantwortung. Dabei spielt eine große Rolle, wie die Probleme um Lage des Freibades am FFH-Gebiet, im Nahbereich des hochwassergefährdeten Areals und der Bebauung gelöst werden können. Die bisherigen Gespräche lassen uns für unser gemeinsames Vorhaben durchaus optimistisch in die Zukunft blicken.

Was genau soll im Areal des Freibades "Wyhraaue" passieren?

Nachdem der Stadtrat unser Bürgerbegehren übernommen hatte, haben wir uns entschieden, einen Studentenwettbewerb durchzuführen. Die Kosten von rund 18 000 Euro, dessen Übernahme durch die Stadt der Stadtrat übrigens abgelehnt hat, haben wir durch eingeworbene Spenden selbst gestemmt. Zielstellung war eine möglichst ganzjährige und breitere Nutzung des Areals als "nur" als Naturbad. Hier hat uns der Studentenwettbewerb viele machbaren Ideen gebracht. Finnhütten für Übernachtungen für Schulklassen oder Familien, Hochseilgarten, Baumhäuser, Naturerlebnisse zum Beispiel mit einer "Kräuterfrau", Kletterfelsen, Minigolfanlage, gastronomische Betreuung, Beachsoccer, Beachvolleyball, Festwiese für Konzerte, Abenteuerspielplatz, Platz für ein Hütten- oder Zeltdorf und, und- und natürlich ein Naturbad mit einer Nutzung als Eislauffläche im Winter, sofern wir wieder Winter haben. Dass wir vom Einsatz regenerativen Energien bei der Betreibung ausgehen, möchte ich noch erwähnen.

Wer soll das Freibad betreiben?

Als Verein können wir uns die Betreibung des Gesamtareals nicht vorstellen. Für Teile davon können wir uns eine aktive Mitarbeit aber durchaus vorstellen. Darüber muss aber die Mitgliederversammlung befinden. Ich bin davon überzeugt, dass es am sinnvollsten wäre, wenn es eine gewerbliche Betreibung geben würde. Nicht nur aus Sicht des kommunalen Haushaltes, sondern auch aus Sicht der Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Betreibung eines reinen Saisonfreibades durch eine Kommune von Juni bis September ist in der Regel immer ein Zuschussgeschäft. Mit einer Nutzung des Areals mit verschiedenen unterschiedlichen Bereichen, von denen das Naturbad nur einer, wenngleich ein wichtiger Bestandteil ist, sieht das schon anders aus. Da haben wir uns in ganz Deutschland gute Beispiele angesehen.

Geld ist ein gutes Stichwort. Wie soll das angesichts knapper kommunaler Kassen auch in Borna funktionieren?

Nach meinem Kenntnisstand ist das Geld für die Baumaßnahmen in der mittelfristigen Planung vorgesehen, und wir gehen davon aus, dass der Bornaer Stadtrat zu seinem gefassten Beschluss steht. Und die, die das Freibad seit 2007 verhindern wollen, den wollen wir doch nicht ihren Grund nehmen, den Haushalt abzulehnen. Spaß beiseite, der Beschluss des Stadtrates aus dem Jahr 2013 zum Umbau steht. Das Projekt ohne wirklich verhindernde Sach- und Fachargumente vom Tisch zu wischen, nehmen wir als Verein nicht hin. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir dagegen juristisch vorgehen würden.

Wie viel würde das neue Freibad kosten?

Ohne belastbare Planung gehen wir derzeit für das Naturbad von rund 1,5 Millionen Euro aus. 690 000 Euro sind bereits im Haushalt eingestellt. Die Restsumme muss sich im neuen Haushalt wiederfinden.

Können die Bornaer sicher sein, dass die Finanzierung des Freibades nicht durch Verzicht auf andere Dinge "zusammengespart" werden muss?

Ich denke, als erstes haben wir Bornaerinnen und Bornaer seit 2006 auf unser Freibad verzichtet. Dies hat der damalige Stadtrat mit zwei Gegenstimmen beschlossen. Es ist an der Zeit, dass dies geändert wird. Ich gehe davon aus, dass unsere Stadt dies stemmen kann und auch muss, wenn wir den Ausbau der touristischen Entwicklung in unserer Stadt nicht zur leeren Worthülse verkommen lassen wollen. Letztendlich, und das ist wichtig, liegt die Entscheidung beim Stadtrat allein. Er hat das Hoheitsrecht über den Haushalt der Stadt. Der Stadtrat muss abwägen, ob die Stadt Borna zukünftig wieder ein Freibad bekommt oder nicht. Wir haben den Gedanken daran nur am Leben gehalten und Druck aufgebaut. Denn es ging nie um den Verein oder die Protagonisten, es ging immer um unser Freibad, um die Lebensqualität in unserer Stadt.

Was sagen Sie den Kritikern des Projekts?

Dazu ist alles gesagt. Eine große Kreisstadt ohne Freibad ist wie ein Rettungsschwimmer ohne Rettungsring. Jeder, der in Borna groß geworden ist, war als Kind im Freibad "Wyhraaue". Das dürfte allen unvergesslich sein. Sollen unsere Kinder weiter nach Neukieritzsch, Böhlen, Frohburg oder Regis-Breitingen, nichts gegen die dortigen Freibäder und das Engagement der Kommunen und dortigen Vereine, fahren oder gefahren werden, oder wollen wir das herrliche Freibadgelände wieder mit Leben füllen?

Wäre der Bockwitzer See denn keine Alternative?

Genauso wenig, wie der Witznitzer, die Adria oder der Harthsee. Man kann und wird zukünftig bestimmt vieles am Bockwitzer See entstehen lassen. Der See hat Potenzial. Aber ein Freibad oder eine freibadähnliche Anlage geht aus unserer Sicht aus mehreren Gründen nicht. Zum einen die Frage der Sicherheit. Außerdem ist eine ganzjährige Nutzung ausgeschlossen. Der Vergleich der innerstädtischen Lage der Wyhraaue zum Bockwitzer See muss gezogen werden. Eine Erschließung wird gerade begonnen. Die Wasserqualität wird noch einige Jahre für Badequalität brauchen. Und wenn schon immer die Kosten als Ablehnungsfaktor für das Freibad angeführt werden, dann sind die Kosten für den Umbau des Freibades "Wyhraaue" vom Chemie- zum Naturbad wahrscheinlich Peanuts im Gegensatz zu einer Neuerschließung und einem Neubau eines Freibades am Bockwitzer See.

Interview: Nikos Natsidis

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.03.2014
Nikos Natsidis

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