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Borna Bockwitzer See: Zufahrt zum Nordufer und Parkplatz sind fertig
Region Borna Bockwitzer See: Zufahrt zum Nordufer und Parkplatz sind fertig
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Die Teilnehmer der gestrigen Straßenfreigabe gehen den Weg ab, über den das Nordufer des Bockwitzer Sees erreichbar ist. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna/Kitzscher

Trotzdem plant Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) einen Strand, einen Bootssteg, Gastronomie. "Der Bebauungsplan sieht eine touristische Nutzung vor", sagte Luedtke. Für den privaten Eigenheimbau werde es jedoch keine Genehmigung geben.

Mit der neugebauten Ortsverbindung zwischen Borna und Dittmannsdorf rücken die Kommunen ein Stück näher an den See heran. Wie der Kitzscheraner Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler) gestern während der Freigabe der Straße sagte, habe der Kampf um die Wiederbelebung der gesperrten Trasse mehr als 15 Jahre gedauert. Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen war der Bau im Herbst vorigen Jahres begonnen worden. Trotz des schwierigen Baugrundes und einer Pause während gestrigen der Amphibienwanderung konnte das 2,3 Millionen teure Projekt vorfristig fertiggestellt werden. Neben der Ortsverbindung entstand auch eine Stichstraße zum See.

Am Ende ihrer Wünsche sind die beiden Kommunen jedoch noch lange nicht. Denn noch immer klafft eine Lücke in der knapp 2,4 Kilometer langen Ortsverbindung. Kurz bevor sie die 176, die Bundesstraße nach Bad Lausick kreuzt, geht der Asphalt in eine unbefestigte Schotterpiste über. Das sächsische Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) - Bauherr der Kreuzung - begründet die Verzögerungen mit Problemen bei der Planung. "Wir mussten das Ingenieurbüro austauschen", sagte Uwe Rohland, stellvertretender Abteilungsleiter im Zentralen Service beim Lasuv. Er rechnet damit, dass der Bau des geplanten Kreisverkehrs im nächsten Jahr beendet werden soll. Bis dahin werden die Autofahrer auf der Mitte der neuen Asphaltpiste ausgebremst. "Das Risiko, die Kreuzung ohne Verkehrsregelung zu befahren, wäre zu groß", verteidigte Schramm die Sperrung.

Während die Dittmannsdorfer und Kitzscheraner also nächsten Sommer noch die lange Anfahrt über die B 176 und die B 95 zum Bockwitzer See in Kauf nehmen müssen, können die Bornaer schon auf direktem Weg ans Ufer gelangen. Luedtkes Angaben zufolge sucht die Stadt private Investoren, die Angebote für einen naturnahen Tourismus unterbreiten. Bezüglich der Wasserqualität verweist sie auf die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltung (LMBV). "Wir sind nicht verpflichtet, die Seen in Badewasserqualität zu übergeben", konterte LMBV-Projektmanager Mike Reichel. Mehrere Millionen Tonnen Kalk seien bereits in das zu saure Gewässer eingebracht worden. Ein weiterer Großversuch laufe derzeit. Ob dieser den pH-Wert neutralisieren könne, müsse abgewartet werden.

"Wir werden darum kämpfen, dass man hier baden gehen kann", sagte Schramm. Luedtke räumte ein, dass im vorigen Sommer bereits im Bockwitzer See gebadet worden ist. "Wir schauen da weg, können das gar nicht kontrollieren", sagte sie. Aber offiziell freigeben könne sie den See nicht.

Birgit Schöppenthau

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