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Bodenverdichtung bei Espenhain: Einschläge kündigen Bau der Autobahn 72 an

Stahlkoloss Bodenverdichtung bei Espenhain: Einschläge kündigen Bau der Autobahn 72 an

Ohne die Bilder zu den Geräuschen könnte man meinen, es schlügen in der Nähe Granaten ein. Alle paar Minuten eine. Tatsächlich handelt es sich um Einschläge, die den dumpfen Knall und die heftig zu spürenden Vibrationen verursachen. Mit einem 35 Tonnen schweren Stahlkörper lässt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) bei Espenhain auf einem besonders kritischen Abschnitt den Baugrund für die Autobahn sichern.

Ein Gewicht donnert im freien Fall zu Boden: Das Landesamt für Straßenbau lässt derzeit bei Espenhain den Boden verdichten und spürt verdeckte Hohlräume auf.

Quelle: Andreas Döring

Rötha/Espenhain. Langsam zieht ein roter Kran mit Stahlgitterausleger, der auf einem Raupenfahrwerk ruht, den stählernen Koloss nach oben. In 30 Metern Höhe klinkt der Maschinenführer das Gewicht aus, der Kran bäumt sich kurz auf und der Stahlkörper saust nach unten, wo er ein, zwei Meter, manchmal auch tiefer in den Boden einsinkt und Sand und Steine umherspritzen lässt. Meist lässt der Fahrer das Gewicht mehrmals auf eine Stelle krachen, eher er in sieben bis 14 Metern Abstand den nächsten mit einem Plastikfähnchen markierten Punkt auf der künftigen Autobahntrasse anpeilt.

Dynamische Intensivverdichtung nennen Fachleute dieses Verfahren, den Baugrund zu sichern. Eigentlich geht es auch darum, überraschende Hohlräume im Boden auf diese Weise überhaupt erst zu finden. Warum das Verfahren bei Espenhain auf einem rund 300 Meter langen Abschnitt der künftigen A 72 angewendet wird, erklärt Holger Wohsmann, Abteilungsleiter Planung und Straßenbau im Lasuv. Demnach sei an dieser Stelle nicht ein Braunkohletagebau sondern der frühere, bis 60 Meter in die Tiefe reichende Untertagebergbau verantwortlich für schwierigen Boden. Zwar seien die alten Stollen verfüllt worden, nicht bekannt seien aber mögliche Hohlräume, die sich später darüber gebildet haben, sagte Wohsmann gestern bei einer vor-Ort-Begehung. Neben Journalisten hatten daran auch zahlreiche Ingenieure des Lasuv teilgenommen, die das nicht allzu oft angewandte Verfahren selbst in Augenschein nehmen wollten.

Zumal in Espenhain mit einer Besonderheit gearbeitet wird. Das Gewicht wird nicht am Seil nach unten geführt, wie in den meisten Fällen bei dieser Technologie. Es wird stattdessen komplett ausgeklinkt und saust im freien Fall nach unten. Die Begründung von Wohsmann klingt plausibel. Sollte der Stahlkörper auf ein tiefes Loch treffen und darin versinken, würde er, wenn er am Seil hängt, schlimmstenfalls den Kran umreißen. Tatsächlich sei das 35-Tonnen-Gewicht hier bei Espenhain einmal rund sechs Meter tief im Boden versunken.

Ist die Fläche mit dem schweren Gewicht quasi abgeklopft, folgen zwei weitere Kräne, die mit am Seil geführten kleineren Gewichten die Zwischenräume verdichten. Die Löcher werden verfüllt und die Fläche später noch mit einem Gitternetz überspannt. Dann können die Straßenbauer anrücken.

Die dynamische Intensivverdichtung wird am Rand von Espenhain, parallel zur Verbindungsstraße in Richtung Hainer See und Rötha, voraussichtlich noch bis Ende der Woche fortgeführt. Dann kehrt vorläufig wieder Ruhe ein. Wobei das Krachen und Vibrieren bisher offenbar nicht für Aufregung gesorgt hat. Jedenfalls sind bei der Stadtverwaltung keine besorgten Anfragen oder gar Beschwerden eingegangen.

Erstmals hatte das Lasuv gestern wegen der Arbeiten die Ortsverbindungsstraße in Richtung Hainer See sperren lassen. Die war zwar vom Geschehen nicht unmittelbar betroffen, allerdings rückte der Kran mit seinem Gewicht erstmals dichter an die Straße heran, so dass aufspritzender Sand und umherfliegende Steine die Fahrbahn erreichen konnten. Im schlimmsten Falle hätte die sogar in Mitleidenschaft gezogen werden können, wenn sich unter dem Gewicht des herabstürzenden Stahlbrockens in Straßennähe ein tiefes Loch aufgetan hätte. Wenigstens einen Autofahrer scherte das gestern nicht. Der fuhr durch den gesperrten Abschnitt und räumte die Sperrzäune einfach beiseite.

André Neumann

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