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Böhlen: Benefizkonzert spielt 2700 Euro ein

Böhlen: Benefizkonzert spielt 2700 Euro ein

"Feelmen"-Frontmann Tonelli kündigte am Sonntagabend auf der Bühne des Böhlener Kulturhauses scherzhaft seine Soul-Version des "Gefangenenchors" aus der Oper Nabucco so an: "Wir nehmen Euch alle gefangen, bis wir genug Spenden zusammen haben, um einen Kinderhort auf Stelzen zu bauen.

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Das Benefizkonzert von Symphonieorchester und "Feelmen" spielte 2700 Euro für den Kinderhort Pegau ein.

Quelle: Ulrike Wolf

Böhlen. " Denn beim Benefizkonzert von "Feelmen" und dem Leipziger Symphonieorchester (LSO) wurden Spenden für den vom Juni-Hochwasser zerstörten Kinderhort in Pegau gesammelt. Unter Leitung des Chefdirigenten der Musikalischen Komödie Leipzig, Stefan Diederich, wurden mit den Soul-Musikern Blues, Soul und Swing, aber auch klassische Kompositionen zum Beispiel von Mozart oder Rossini gespielt.

Eine spannende, abwechslungsreiche Mischung der verschiedenen Musik-Genres wurde da auf der Bühne zelebriert. Dirigent Diederich und die mehr als 40 Musiker und Mitwirkenden des LSO und von "Feelmen" hatten an diesem Abend auf ihr Honorar verzichtet. "Es ist selbstredend, das wir etwas tun. Die Musik ist unser Beitrag, den Flutgeschädigten zu helfen", erklärte Solo-Hornist Matthias Bartholomäus, ehe sich der Taktstock hob.

LSO-Geschäftsführer Hans-Ulrich Zschoch ist stolz, dass das Konzert in kurzer Zeit auf die Beine gestellt werden konnte. "Es war ja nicht im Spielplan integriert. Innerhalb von vier Wochen haben wir alles organisiert." Mit dem Konzert wolle man ein Zeichen der Hilfe setzen, so Zschoch weiter. Dankbar sei er, dass das Kulturhaus Böhlen dafür den Rahmen gegeben hat. Für die Organisation des Konzerts gab es nämlich schnelle und vielfältige Unterstützung. Die Böhlener Kulturbetriebs GmbH stellte den Saal und die Technik kostenlos zur Verfügung, die Stadt Böhlen stellte unter anderem die Brandwache. Die Anstrengungen lohnten sich. Mehr als 600 Besucher kamen zum Konzert und gaben statt Eintrittsgeld eine Spende für den Wiederaufbau des Pegauer Hortes.

"Ich bin ein großer Freund der klassischen Musik, und wenn ich dabei etwas Gutes tun kann, freut es mich umso mehr", sagte Konzertbesucherin Sabine Schneider aus Böhlen. Bereits 2002 habe sie nach dem Hochwasser gespendet. "Ich habe auch das Gefühl, dass das Geld wirklich da ankommt, wo es gebraucht wird", so die Rentnerin.

Für ihn sei es ein gutes Gefühl zu spenden, sagte Manfred Burkhardt aus Markkleeberg. Jeden Monat gibt er fünf Euro, wobei immer eine andere Organisation, zum Beispiel das Deutsche Rote Kreuz oder das SOS Kinderdorf, sein Geld erhalte. "Mir geht es gut, andere benötigen Hilfe, ich gebe gern etwas ab."

Brigitte und Lutz Quente aus Knauthain besuchen als Anrecht-Inhaber viele Konzerte des Leipziger Symphonieorchesters. "Wir finden es sehr gut, dass das gesammelte Geld in der Region bleibt und Kindern zu Gute kommt", erzählte das Ehepaar. Das war vom Hochwasser nicht betroffen, "aber die Bilder von den Schäden und von dem Leid haben uns sehr betroffen gemacht." Lutz Quente war beim Hochwasser 2002 in Döbeln als Fluthelfer im Einsatz.

Und während Hits wie "Fly me to the moon" und "Natural Woman" erklangen, wurden auch bei Familie Bergmann aus Böhlen Erinnerungen wach. "Mein großer Sohn ist 17 Jahre alt", berichtete Annette Bergmann. "Er war während des Hochwassers mit dem DRK in Pegau unterwegs und hat uns von den Schäden berichtet." Thomas Bergmann dazu: "Wir unterstützen die Pegauer gern."

Mit viel Applaus endete der Benefizabend. Und nicht nur musikalisch wurde ein positives Resümee gezogen. "Die Spendenbereitschaft war groß. Genau 2686,50 Euro sind zusammengekommen", verkündete LSO-Mitarbeiterin Katrin Jäckel. Die Summe wurde auf 2700 Euro aufgerundet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.07.2013

Ulrike Wolf

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