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Borna Böhlen: Fackel über dem Dow-Werk brennt wohl bis Sonntag
Region Borna Böhlen: Fackel über dem Dow-Werk brennt wohl bis Sonntag
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17:06 17.03.2017
Von einer Störung zeugte am Mittwochabend die Fackel über dem Dow-Werk Böhlen. Voraussichtlich brennt sie bis einschließlich Sonntag. Quelle: Inge Engelhardt
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Böhlen/Lippendorf

Nach der Störung am Cracker im Dow-Werk in Böhlen am Mittwochabend, von der auch am Freitag noch der weithin sichtbare Schein der Hochfackel zeugte, lobt die Bürgerkontaktgruppe Industriestandort Lippendorf/Böhlen das Verhalten des Unternehmens gegenüber der Öffentlichkeit. „Ich bin sofort per Anruf und E-Mail über die Situation informiert worden“, sagt Lothar Kapitza von der Bürgerkontaktgruppe.

Die Anwohner seien auch bisher immer gut informiert worden. Bei der Einschätzung möglicher, von der Störung und von der Fackel ausgehender Gefahren, vertraut die Kontaktgruppe den Aussagen des Unternehmens. Das habe versichert, dass durch die Fackeltätigkeit, bei der Kohlenwasserstoffe verbrannt werden, „für Leib und Leben keine Beeinträchtigungen“ entstehen. Bisher, fügt Kapitza hinzu, habe man keinen Grund gehabt, an den Aussagen des Unternehmens zu zweifeln.

Die Fackel sei eine Notfackel, betont der Sprecher der Bürgerkontaktgruppe. Man könne froh sein, dass es die gibt, dass sei besser, als wenn „es irgendwo kracht oder explodiert.“ Darüber hinaus könne als sicher gelten, dass die Dow selbst zuallererst daran interessiert sei, die Störung so schnell wie möglich zu beheben, denn mit der Fackel werde „bares Geld verbrannt“.

Dow-Sprecherin Sandra Brückner beteuerte am Freitag erneut, dass von dem Ruß, der bei der Verbrennung über die Fackel entsteht, keine Gefahr für Anwohner und die Umwelt ausgehe. Nach jetzigem Stand werde die Hochfackel voraussichtlich bis einschließlich Sonntag brennen. „Wir bitten die Anwohner für eventuelle Beeinträchtigungen um Verständnis. Wir tun alles, um diese so gering wie möglich zu halten“, hieß es in der Erklärung von Freitag.

Die Landesdirektion Sachsen, Aufsichtsbehörde für das Dow-Werk, bestätigt die Darstellung des Unternehmens. Die Höhe der Fackel von 146 Meter sichere eine weiträumige Verteilung der Rußpartikel, die zudem nur sehr langsam zu Boden sinken würden. „Es besteht deshalb keine Gesundheitsgefahr für die Belegschaft des Betriebes oder die Einwohner der benachbarten Ortschaften“, sagt Mandy Taube von der Landesdirektion Sachsen auf Anfrage.

Bereits seit Mittwoch Störung

Eine weithin sichtbare Fackel mit leuchtender Flamme und einer großen Rauchsäule zeugte bereits am Mittwochabend von einer Störung. Gegen 18 Uhr sei es an diesem Tag zu einem Ausfall des Crackers gekommen, hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens. Diese und weitere Anlagen seien daraufhin in einen „sicheren Betriebszustand“ gefahren worden.

Bei der Verbrennung der unterschiedlichen Kohlenwasserstoffverbindungen, erläuterte die Sprecherin, entstehen Kohlendioxid und Wasser. „Teilweise kann es auch zu Rußbildung kommen.“ Das geschieht dann, wenn sehr große Mengen Gase in sehr kurzer Zeit verbrannt werden müssen. Dann verbrennen die Gase unvollständig und es entsteht Ruß. Die dicke dunkle Rauchsäule zeugte davon.

Ursache für den Ausfall des Crackers war laut Sandra Brückner ein technisches Problem. Das werde derzeit noch genauer untersucht. „Wir arbeiten daran, eine sichere Wiederinbetriebnahme vorzubereiten“, so die Sprecherin.

Von André Neumann

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