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Borna Böhlen: Großdeubener kämpfen für Erhalt ihres Konsums
Region Borna Böhlen: Großdeubener kämpfen für Erhalt ihres Konsums
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00:18 18.03.2017
Der Konsum in Großdeuben soll zum Monatsende schließen. Die Einwohner kämpfen um ihre einzige Einkaufsmöglichkeit im Stadtteil. Quelle: Andreas Döring
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Böhlen

Großdeuben wächst, die Kita ist gut besucht, das Gymnasium verzeichnet zunehmend mehr Anmeldungen, Reservierungen für den zweiten Bauabschnitt in der Zeschwitzer Straße übersteigen das Angebot. Zeitgleich schließt die Konsum-Filiale in Böhlens Stadtteil. Am 31. März macht das Geschäft dicht – und damit das einzige in Großdeuben.

„Das ist – kurz gesagt – eine Katastrophe“, sagt Babett Fichtner, Vorsitzende des SC Eintracht 09. Gerade für die älteren Bewohner sei der Konsum die einzige Einkaufsmöglichkeit gewesen, ab April müsse jeder nach Böhlen fahren. Doch auch das sei in Anbetracht der überschaubaren Busverbindungen leichter gesagt als getan. Nach Aussage von Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) hatte es die Konsumzentrale bisher nicht geschafft, von sich aus die Stadt und die Bewohner über die drohende Schließung zu informieren, lediglich die Mitarbeiter der Filiale hatten davon Kenntnis. Erst nach Anfrage durch die Stadt bei der Zentrale in Leipzig bestätigte sich das Gerücht. Zudem sollte es bereits Anfang März ein Gespräch zwischen Konsum und Berndt geben, allerdings sagte das Unternehmen den Termin kurzfristig ab, ein neuer Anlauf ist in der kommenden Woche geplant.

Für den Großdeubener Gerald Rattunde, ist es schlicht „eine Schande“, dass sich die Zentrale nicht von sich aus gemeldet habe. Der Konsum sei nun noch die letzte Einkaufsmöglichkeit, die verschwinde. Doch Rattunde zeigt sich kämpferisch. Ähnlich wie bei seinem Versuch, für Großdeuben einen barrierefreien Haltepunkt zu bekommen (die LVZ berichtete), hat er eine Unterschriftensammlung gestartet, um doch noch eine Wende zu erreichen. „Laut unserer Nachforschung gibt es den Konsum im Ort seit 1945 und nun zum 1000. Geburtstag von Großdeuben soll dieses Traditionsobjekt schließen“, schreibt Rattunde an die Zentrale. Dabei habe sich für eine defekte Gefrierkombination im Supermarkt ein Sponsor gefunden, die dringend notwendige Renovierung der Verkaufsräume wollten Mitarbeiter und Bewohner gemeinsam stemmen.

Aus wirtschaftlichen Gründen will die Zentrale nach Aussage der Stadtverwaltung die Filiale schließen, für die Großdeubener nicht völlig unverständlich. „Mir ist durchaus bewusst, dass unser Konsum in Großdeuben nicht den größten Gewinn erzielt, aber es ist soviel mehr, was diesen kleinen Laden so bedeutsam macht“, betont Rattundes Tochter Lisa-Marie, die einige Zeit als Aushilfe dort gearbeitet hat. Der Konsum sei ein sozialer Treffpunkt und auch schon deshalb unverzichtbar.

Doch selbst wenn die Konsumzentrale bei ihrer Entscheidung bleibt, ist vielleicht noch nicht alles verloren. Claude Böhler, Inhaber des Autohauses und zudem Bauträger des Gebietes in der Zeschwitzer Straße, hatte bereits vor einigen Monaten angedacht, selbst einen kleinen Einkaufsladen in der Lindenstraße zu eröffnen. „Gespräche mit der Stadt diesbezüglich stehen noch aus, aber denkbar wäre das“, sagt er.

Von Julia Tonne

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