Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Böhlen: Industrie-Kultur-Erlebnispfad entsteht
Region Borna Böhlen: Industrie-Kultur-Erlebnispfad entsteht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:13 19.05.2015
Sie arbeiten mit Helfern und Unterstützern an Stelen für einen Industrie-Kultur-Erlebnispfad. Quelle: Gislinde Redepenning

Vorgestellt wurde auf der Suche nach vielen Helfern und Unterstützern das Modell einer Stele mit Daten, kurzen Informationen und Fotos aus der Historie. Solche Stelen sollen noch in diesem Jahr den Verlauf des Pfades prägen.

Der Wettergott machte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung und die auf dem ehemaligen Busplatz der Böhlener Werke geplante Freiluftveranstaltung. Kurzfristig sprang Steffen Winkler ein und öffnete seine "Ladenstraße" gleich nebenan, wo er seine fachkundigen Gäste bewirtete. Nonchalant moderierte Hans-Jürgen Ketzer, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, die Zusammenkunft.

"Es lohnt sich, mit offenen Augen zu schauen, was hier entstanden ist und die Höchstleistungen der Industrie zu bewahren, statt sie zu verschrotten", betonte Ketzer. Die hochkonzentrierte Entwicklung verschiedener Industriezweige und Technologien am Industriestandort Böhlen-Lippendorf könne sich sehen lassen. Vieles sei nicht mehr sichtbar, allenfalls Spuren davon, manches habe Neuem weichen oder verschwinden müssen, weil es unansehnlich geworden war. Daran solle erinnert werden. Musealisierung sei jedoch nicht das Ziel. "Hier bietet sich vielmehr die Chance, aktiv die Auseinandersetzung mit dem im Wandel befindlichen, bestehenden Industriestandort aufzunehmen", sagte Ketzer.

Vier Bereiche, der Braunkohle-Bergbau von der ersten Aufschlussbaggerung im Tagebau Böhlen 1921 bis zur Flutung des Zwenkauer Sees, die Chemie, die Energie-Gewinnung sowie die Kohle-Verarbeitung seit 1923, werden mit Zeitstrahlen thematisiert und schlagen den Bogen zu dem, was bis zum heutigen Tag entstanden ist. Von Fritz Kempe, der im Kraftwerk Lippendorf gearbeitet hat, über Werner Eißner vom Heimatverein Lippendorf-Neukieritzsch, dem Ehrenvorsitzenden Helmut Hentschel bis hin zu Professor Fritz Hönsch, der den "Industriekomplex Böhlen" als Autor untersuchte, erzählten Befürworter des Projekts aus ihren von Kindesbeinen an gesammelten Erfahrungen.

"Es ist erstaunlich, welcher Fundus an lebendigem Wissen vorhanden ist", staunte Landrat Gerhard Gey (CDU). "Die Vortragenden sprühen geradezu vor Energie." Die Region diskutiere derzeit über die Charta Leipziger Neuseenland 2030 mit einem wassertouristischen Nutzungskonzept, so Gey. Später würden die Leute nicht mehr wissen, dass hier Industrie und Wirtschaft florierten, "der Strukturwandel muss nachvollziehbar bleiben". Dem Heimatverein, der mit seinem Projekt einen wichtigen Beitrag dazu leistet, gebühre ein großes Dankeschön, sagte der Landrat.

Dem schloss sich der Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen (CDU) an: "Bei allen Anstrengungen für ein bestmögliches Tourismuskonzept rund um die Seen der Region darf man weder vergessen, wie diese entstanden sind, noch das Lebenswerk vieler Menschen." Das waren Worte ganz im Sinne des Vereinsvorsitzenden Steffen Dorer, der bekräftigte: "Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann Gegenwart und Zukunft nicht begreifen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.05.2014
Gislinde Redepenning

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Riesenaufregung herrschte gestern in Regis-Breitingen. Ein jugendlicher Arrestant war aus der Haftanstalt geflohen. Ein Großaufgebot der Polizei fing den in Afghanistan geborenen jungen Mann nach rund zwei Stunden wieder ein.

19.05.2015

Dass die CDU die stärkste politische Kraft in den Bornaer Ortsteilen ist, wurde am Sonntag deutlich. Bei den Ortschaftsratswahlen, die parallel zum Urnengang für den Stadtrat und das Europaparlament stattfanden, holte die CDU sowohl in Wyhratal als auch in Eula die Mehrheit der Sitze.

19.05.2015

Die Kreistagswahlen am Sonntag haben die Kräfteverhältnisse im Parlament nur marginal verschoben. Kleine Zugewinne für Unabhängige Wählervereinigung (UWV), CDU und Linke, einen kleinen Rückgang für die SPD.

19.05.2015
Anzeige