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Böhlen: Nach 25 Jahren gibt Petra Engel ihr Schreibwarengeschäft auf

Schließung Böhlen: Nach 25 Jahren gibt Petra Engel ihr Schreibwarengeschäft auf

In Böhlen hat ein weiteres Geschäft seine Türen geschlossen. Petra Engel gibt nach 25 Jahren ihren Schreibwaren- und Spielzeugladen auf. Dennoch müssen die Böhlener zumindest auf die Schreibwaren nicht verzichten: Die Post nebenan hat damit ihr Sortiment erweitert.

Die Regale sind schon fast leergeräumt: Bürgermeister Dietmar Berndt gratuliert Petra Engel zum 25. Geburtstag ihres Geschäfts und bedauert zugleich die Schließung des Ladens.

Quelle: Barbara Lehmann

Böhlen. In Böhlen hat ein weiteres Geschäft seine Türen geschlossen. Petra Engel gibt nach 25 Jahren ihren Schreibwaren- und Spielzeugladen auf. Dennoch müssen die Böhlener zumindest auf die Schreibwaren nicht verzichten: Die Post nebenan hat damit ihr Sortiment erweitert.

Für Engel ist es „komisch schön“, nicht mehr jeden Tag die Geschäftsräume in der Röthaer Straße aufzuschließen. 25 Jahre stand sie in ihrem Laden, nun geht sie in Ruhestand. 1992 war die heute 64-Jährige mit ihrem Mann in ihren Heimatort zurückgekehrt, um die Räumlichkeiten zu übernehmen. Die Entscheidung fiel ihr mehr als leicht, schließlich kehrte sie damit auch in ihr Elternhaus zurück. Bereits ihre Großeltern verkauften in den 30er Jahren an gleicher Stelle Schreibwaren, Spielzeug und auch Tabakwaren, „und ich war fast jeden Tag mit dort“, erinnert sie sich. 1965 dann veränderte sich das Angebot vollständig, in dem Jahr eröffnete ein Pelzgeschäft.

Als sie nach der Wende die Möglichkeit hatte, an die Tradition ihrer Großeltern anzuknüpfen, musste sie nicht lange überlegen. Zur gleichen Zeit schloss das Kinderkaufhaus in Böhlen, weshalb sie sich mit Schreib- und Spielwaren selbstständig machte. „Und in den vergangenen Jahren gab es sowohl gute als auch schlechte Zeiten“, sagt Engel. Bereits die Anfangsjahre waren mit der Herausforderung verbunden, sich gegen einen Markt durchzusetzen, der ein ähnliches Sortiment im Angebot hatte. Allerdings bewies Engel den längeren Atem, erweiterte die Palette ständig und blieb in engem Kontakt mit den Kunden.

„Natürlich war es auch wichtig zu wissen, was sich in den Schulen tut“, erzählt die 64-Jährige. Zwar habe sich bei den Schreibwaren nicht viel verändert, allerdings kamen ja unter anderem doch so einige neue Hefte mit weiteren Lineaturen und Zirkel mit Drehrädchen auf den Markt. Gerade in den Wochen vor dem Schulanfang nahm Engel die von den Schulen ausgegebenen Material-Zettel entgegen und sammelte alles zusammen; zahlreiche Eltern nahmen das Angebot dankend an.

Was die Spielwaren betrifft, gehörte das Böhlener Geschäft zum Verbund Idee + Spiel, was einige Vorteile mit sich brachte. Eine Computerstickerei ergänzte Engels Laden. Gleich mit der Eröffnung ihres Geschäfts „stand körbeweise Wäsche“ im Flur, „jeder wollte seinen Namen auf Handtücher oder Waschlappen gestickt haben“, sagt Engel. Auf die Tradition ihrer Großeltern, Tabakwaren unter die Leute zu bringen, verzichtete sie hingegen. „Das passte nicht wirklich zusammen.“

Nun freut sich die 64-Jährige auf ihren Ruhestand; weil sie das Geschäft ohnehin nur gemietet hatte, stand die Suche nach einer Nachfolge nicht zur Debatte. Vielmehr unterbreitete sie der Post das Angebot, die Schreibwaren zu übernehmen. Jetzt ist das Sortiment dort erhältlich.

Für die Stadt Böhlen ist die Schließung eines weiteren Geschäfts ein nächster Rückschlag hinsichtlich der Innenstadtbelebung. Und schon deshalb hat der Stadtrat während seiner letzten Sitzung beschlossen, das Einzelhandels- und Zentrenkonzept fortzuschreiben. Das bisherige Konzept habe das Ziel verfolgt, die Innenstadt zu stärken, „allerdings entspricht es nicht mehr den aktuellen Anforderungen“, so Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos). Gerade im Bereich der Innenstadt seien weitere Leerstände zu verzeichnen. Demgegenüber stünden jedoch Absichten des Unternehmens Lidl, sich in Böhlen zu vergrößern, und das Vorhaben eines privaten Eigentümers, in Großdeuben nach Schließung des Konsums einen Einkaufsladen neu zu errichten.

Von Julia Tonne

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