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Borna Böhlen: Saisoneröffnung des Leipziger Symphonieorchesters mit Slawischer Nacht
Region Borna Böhlen: Saisoneröffnung des Leipziger Symphonieorchesters mit Slawischer Nacht
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00:19 16.08.2017
Chefdirigent Wolfgang Rögner agierte in Doppelfunktion. Er legte den Taktstock beiseite, um charmant zu moderieren. Quelle: Gislinde Redepenning
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Böhlen

Kunst und Kulinarisches boten am Sonnabend im Kulturhaus Böhlen das Leipziger Symphonieorchester (LSO) zur Spielzeiteröffnung und das Restaurant „Strike In“. Sie hatten zu einer Slawischen Nacht eingeladen.

Die Idee, die jeweilige Spielzeit mit einem länderspezifischen Thema zu eröffnen, reifte nach der positiven Resonanz der letzten Jahre zur Tradition heran. Nach Italien und Spanien standen nun die Slawen Pate für eine ganz besondere Nacht, kulturell und kulinarisch. Die Intention hinter dem Konzept: Das LSO will mit Sonderkonzerten auf das Publikum zugehen.

Heike Päßler und Katrin Kuenzer vom Restaurant „Strike In“ servierten in der Konzertpause slawische Spezialitäten Quelle: Gislinde Redepenning

Auch musikalisch, mit einer Reise durch die unterschiedlichen Genres. „Das ist unser Ding“, schmunzelte Chefdirigent Wolfgang Rögner. „Es ist alles eine Frage der Besetzung. Wir haben ein weites Feld von der romantischen Oper bis zum Musical und noch viele Ideen“, fügte er hinzu. „Die Mischung macht’s, wir verbinden die Tradition mit der Moderne“, erklärte dazu Lars Proxa aus dem Orchestervorstand. So ist das LSO im August unter dem Motto „Rock meets Symphony“ unterwegs, bei einem Crossover-Konzert mit der Gruppe Six, bei Operettenkonzerten und der Europa-Tournee mit Albert Hammond.

Seit einigen Monaten erst können die Musiker ganz entspannt aufspielen. Finanzielle Sorgen wegen ständig knapper Mittel im Kulturbereich, sogar die Angst vor einer Auflösung standen 2016 im Raum. „Die Fördermittel wurden jetzt aufgestockt, in den letzten Monaten hat sich die Situation beruhigt“, berichtete erfreut Geschäftsführer Hans-Ulrich Zschoch.

Das anspruchsvolle Programm der kommenden Spielzeit 2017/18 begann mit Werken von Komponisten mit slawischen Wurzeln, wie Bedrich Smetana oder Franz Lehár, vorgetragen mit großer Sensibilität und Präzision zwischen beschwingter Leichtigkeit und wuchtigem Pathos. Das Ensemble bekam viel Applaus. „Die Slawischen Tänze von Antonín Dvorák ziehen sich wie ein roter Faden durch unser Programm“, hatte Rögner angekündigt. Mit der Serie der Tänze, von der ersten Komposition bis zur Orchesterfassung, gelang Dvorák 1878 der internationale Durchbruch.

Rögner legte immer wieder den Taktstock beiseite, um als Moderator zu agieren. Charmant und souverän erzählte er Wissenswertes über Land und Leute. Zum Auftakt widmete er sich einem westslawischen Volk, den Sorben, ihrer Geschichte und den Unterschieden zwischen Obersorben, in der sächsischen Oberlausitz beheimatet, sowie den Niedersorben oder Wenden aus der Niederlausitz in Brandenburg.

Viel anerkennenden Beifall bekam er für seinen Begrüßungstext in obersorbischer Sprache. Er habe lange geübt, gab er zu. Sicher waren ihm dabei seine Tätigkeiten als Chefdirigent am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen von 1985 bis 1989 und von 2002 bis 2010 als Intendant des Sorbischen National-Ensembles hilfreich.

Rauschenden Applaus bekam auch Solistin Patrica Bänsch. Die zierliche Sopranistin mit einer gewaltigen Stimme ist seit 2003 Opern- und Konzertsängerin am Theater Görlitz. Am Gerhard-Hauptmann Theater in Görlitz-Zittau wurde sie mehrfach zum Publikumsliebling gewählt.

Der erste Teil des Konzerts machte Appetit auf das landestypische Buffet im Foyer. Katrin Kuenzer und ihr Team vom Restaurant Strike In hatten lange recherchiert, um slawische und sorbische Spezialitäten kredenzen zu können. „Wir haben verschiedene Rezepte ausprobiert und abgeschmeckt“, erzählte Maria Schütze. „Kleine Schnitzel wären einfacher gewesen“, schmunzelte die Chefin. „Wir hatten lange zu tun, etwas typisch Deftiges herauszusuchen.“ Höhepunkt war die Reispfanne, aber auch scharfe Hähnchensticks und gespritzte Eier schmeckten in der Pause vor dem zweiten Teil, den – wie könnte es anders sein – Dvoráks mitreißenden Slawischen Tänze einrahmten.

Von Gislinde Redepenning

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