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Böhlen hat Pläne in Großdeuben: Parkanlage auf ehemaligem Friedhof

Umbau Böhlen hat Pläne in Großdeuben: Parkanlage auf ehemaligem Friedhof

Vor zwei Jahren hatte die Stadt Böhlen keinerlei Interesse an der Übernahme des kirchlichen Friedhofs in Großdeuben, nachdem dieser geschlossen worden war. Heute stellt sich die Situation anders dar: Böhlen überlegt, das Areal in eigene Regie zu übernehmen und dort eine grüne Oase zu schaffen.

Ungewöhnlicher Ort für die Sitzung des Verwaltungsausschusses: der kirchliche Friedhof in Großdeuben.

Quelle: Julia Tonne

Böhlen. Zuweilen gibt es ungewöhnliche Orte für die Zusammenkunft eines Verwaltungsausschusses. Das Böhlener Gremium hatte kürzlich den Friedhof im Stadtteil Großdeuben ausgewählt. Hintergrund: die Stadt überlegt, den kirchlichen Teil des Friedhofes in eigene Regie zu übernehmen. Bürgermeister Dietmar Berndt ging es zunächst darum, dem Ausschuss die Überlegungen vorzustellen, die Beratungen dazu sollen in einer der nächsten Sitzungen beginnen.

Der kirchliche Friedhof in Großdeuben der Martin-Luther-Kirchgemeinde Großstädteln/Großdeuben ist seit mittlerweile Herbst 2015 geschlossen. Angehörige von Verstorbenen können diese nicht mehr hier beisetzen lassen, sondern müssen auf den städtischen Friedhof, der gleich nebenan liegt, ausweichen. 2013 fand auf dem kirchlichen Areal die letzte Beisetzung statt. Geöffnet ist er nur noch für diejenigen, die hier eine Grabstelle pflegen. Die Trauerhalle gehört bereits der Stadt, ebenso wie das benachbarte Kutscherhaus, „und das wird auch nicht verkauft, um das Gesamtensemble nicht zu zerstören“, machte Berndt bei der Begehung deutlich.

Der Rathauschef hofft, dass das Gelände mit Hilfe von Leader-Fördermitteln erworben und anschließend saniert werden kann. Eines ist ihm aber wichtig: den Friedhofsteil parkähnlich belassen. „Das ist das einzige grüne Fleckchen Erde, das in Großdeuben nicht in privater Hand ist – von der Wiese vor dem Gasthaus abgesehen.“ Deshalb würde er es befürworten, eine grüne Oase zu schaffen. David Laux von der SPD-Fraktion sieht in dem möglichen Vorhaben „einen deutlichen Erholungswert“ für den Stadtteil. Vorausgesetzt, der Friedhof werde saniert. Allerdings müsse die Denkmalpflege mit eingebunden werden, viele Grabstätten stünden unter Denkmalschutz.

Pfarrerin Kathrin Bickhardt-Schulz von der Kirchgemeinde Großstädteln/Großdeuben hält die Übernahme durch die Stadt „grundsätzlich für denkbar“, allerdings seien die Konditionen noch auszuhandeln, zudem müsse die Landeskirche grünes Licht geben. Bereits vor zwei Jahren – kurze Zeit vor der Schließung – war die Kirchgemeinde an die Stadt herangetreten, um Möglichkeiten der Übernahme auszuloten. Mehrmals hatte Bickhardt-Schulz das Thema in den Ausschüssen zur Sprache gebracht, doch damals lehnte die Stadt das Anliegen ab. „Böhlen hat das Areal als historischen Ort verkannt“, sagt sie.

Für sie ist in Anbetracht der neuen Diskussion eines wichtig: der Friedhof als solcher dürfe nicht wieder für Bestattungen genutzt werden, immerhin habe es bereits erste Umbettungen vom kirchlichen auf den städtischen Teil des Friedhofes gegeben. „Wenn zukünftig doch wieder Bestattungen möglich sind, wäre das ein Skandal“, macht sie deutlich. Allerdings kam eben diese Überlegung bei der Begehung des Verwaltungsausschusses zur Sprache. „Gerade alternative Formen wie Wiesenbestattungen und Beisetzungen unter Bäumen werden zunehmend nachgefragt“, erklärte Berndt. Dennoch sei das Ganze noch längst nicht spruchreif, zunächst einmal stehe die Schaffung einer grünen Oase im Fokus.

Von Julia Tonne

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