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Böhlen hat seine Schulgärten in der Kleingartenanlage

Zusammenarbeit Böhlen hat seine Schulgärten in der Kleingartenanlage

Der Schulgartentrend hält an oder kommt wieder – je nach Sichtweise. Auch vor Böhlen macht er nicht halt, sowohl Oberschule als auch der Kindergarten Böhlener Knirpse und der Hort Pfiffikus haben das Gärtnern für sich entdeckt – in der Böhlener Kleingartenanlage Am Streitteich.

Horterzieherin Oksana Fiebrig (links) bringt den Böhlener Knirpsen und Erzieherin Sonja Wolf ein von der dritten Klasse gestaltetes Schild für den Schulgarten.

Quelle: Julia Tonne

Böhlen. Der Schulgartentrend hält an oder kommt wieder – je nach Sichtweise. Auch vor Böhlen macht er nicht halt, sowohl Oberschule als auch der Kindergarten Böhlener Knirpse und der Hort Pfiffikus haben das Gärtnern für sich entdeckt. Allerdings nicht auf einem eigens angelegten Gelände an den Einrichtungen, sondern in der Kleingartensparte (KGS) Am Streitteich. Während sich Hort und Kita eine Parzelle teilen, hat die Oberschule eine für sich alleine.

„Der Kindergarten ist schon lange bei uns“, sagt Detlef Kothe, Vereinsvorsitzender der KGS. Bereits vor drei Jahren sei die Zusammenarbeit mit Hilfe der DOW entstanden. Zwar sei das Projekt im vergangenen Jahr ausgelaufen, „uns war es aber wichtig, den Kindern weiterhin ein Areal zum Gärtnern und Toben zu bieten“. Gespräche mit Verein, Stadt und Leitung der Kindereinrichtung ergaben: Böhlen zahlt die Pacht für die Parzelle, die Nachwuchsgärtner kümmern sich um Obst, Gemüse und Hütte, Vereinsmitglieder mähen Rasen und schneiden Bäume zurück. Dass ein Schulgarten dazu gehört, um Kinder mit heimischen Pflanzen vertraut zu machen, steht für die Erzieherin Sonja Wolf außer Frage. „Sie lernen spielerisch, wie Tomaten aussehen, dass Kartoffeln unter der Erde wachsen und von oben nur das Kraut zu sehen ist und wann Erdbeeren geerntet werden können“, sagt sie. Anschließend werde die Ernte in der hauseigenen Küche verarbeitet.

Allerdings steht nicht nur Arbeit im Fokus, auch Toben und Naschen sind erlaubt. Für die Pächter der umliegenden Parzellen kein Problem, wenn es mal etwas lauter zugeht. „Das ist schließlich auch der Nachwuchs für die Kleingartensparte“, begründet Groth Burkhard von der KGS. Er habe seine kleine Oase gegenüber und freue sich über die Motivation der Böhlener Knirpse. Gerade jetzt im Sommer könne er auch mal abends noch nach dem Rechten sehen und gießen – „was wiederum für uns auch eine Erleichterung ist, wenn wir mal nicht da sind“, macht Wolf deutlich.

Nach dem gleichen Prinzip funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Neigungskurs der Oberschule. „Das ist vor allem ein Angebot für die Klassenstufe sieben“, sagt Lehrer Marcus Seerig, der die Idee hatte, wieder einen Schulgarten ins Leben zu rufen. 13 Jugendliche waren seinem Aufruf im Frühjahr gefolgt, allerdings musste wegen des schlechten Wetters im April und wegen der zeitlichen Einschränkungen zunächst einmal Theorie vermittelt werden, bevor es ins Beet ging. Das ist mittlerweile angelegt, jetzt gedeihen Kürbisse, Tomaten und Kartoffeln hier.

Seerig ging es bei seinem Vorschlag nicht in erster Linie um Wissen, das vermittelt werden soll, sondern darum, die Jugendlichen für Tätigkeiten in der Natur zu begeistern. „Sie entscheiden dann auch, was gemacht wird“, betont er. In den kommenden Wochen stehe das Anlegen eines Teichs und das „Aufmöbeln der Hütte“ auf der Agenda. Ab Anfang des nächsten Schuljahres solle es zusätzlich zum Neigungskurs „Schulgarten“ zudem ein entsprechendes Ganztagsangebot für die Schüler der Klassen fünf bis zehn geben.

Von der Kooperation profitiert auch die KGS selbst. „Bisher ungenutzte Flächen werden so in Schuss gehalten und müssen nicht von unseren Mitgliedern gepflegt werden“, macht Burkhard deutlich – selbst wenn sich der Verein um Baumverschnitt und Rasenmähen kümmere.

Allerdings gibt es jetzt keine ungenutzten Parzellen mehr. Alle 143 Grundstücke sind verpachtet. Das letzte freie Fleckchen Erde in der Anlage bekam die Oberschule.

Von Julia Tonne

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