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Borna Böhlen kämpft um Erhalt des Orchesters und investiert weiter in die Oberschule
Region Borna Böhlen kämpft um Erhalt des Orchesters und investiert weiter in die Oberschule
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00:29 15.01.2016
Die Stadt Böhlen hofft, dass das Leipziger Symphonieorchester weiter besteht. Die Auflösung hätte gravierende Auswirkungen auf das Kulturhaus und damit auf die Stadt. Quelle: LSO
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Böhlen

Zwei Themen brennen Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) förmlich unter der Nägeln: In diesem Jahr stehen nicht nur zahlreiche Investitionen an, auch die Existenz des Leipziger Symphonieorchesters (LSO), das seinen Sitz im Kulturhaus hat, steht auf dem Spiel.

Die Gutachten liegen vor, Gespräche aller Orten und mit zahlreichen Entscheidungsträgern laufen – im ersten Quartal dieses Jahres entscheidet sich, ob eventuell eines der beiden Orchester (Sächsische Bläserphilharmonie und Leipziger Symphonieorchester) aufgelöst werden muss (die LVZ berichtete). Für die Stadt Böhlen käme eine mögliche Auflösung des LSO einer Katastrophe gleich. Um so mehr legen sich Bewohner, Kulturhausmitarbeiter und Stadtverwaltung ins Zeug, um das Ensemble zu retten. So liegen unter anderem noch bis Ende Januar Unterschriftenlisten im Kulturhaus und bei der Stadtverwaltung aus. Unterschreiben können auch die Marktbesucher: Am 27. Januar spielen die Musiker ab 10 Uhr auf dem Marktplatz.

Die Zukunft des LSO steht auf wackligen Beinen. Quelle: Foto Günther Hunger

Der Rathauschef macht deutlich, was ein mögliches Ende des LSO für Auswirkungen auf die Stadt hätte. Er bringt es auf die kurze Formel: die Besucherzahl sinkt, die Konzerttage werden weniger – im Ergebnis gehen die Einnahmen des Hauses deutlich zurück. „Das Leipziger Symphonieorchester ist das Kernstück des Kulturhauses. Würde es wegbrechen, müssten wir uns Gedanken machen, wie es dann mit dem Haus weitergehen kann“, stellt er klar. Denn diese Symbiose sei fast einzigartig und daher ein herausragendes Merkmal der Stadt in der Kulturlandschaft.

Eine andere Baustelle in diesem Jahr ist quasi wörtlich zu nehmen. 2016 investiert die Stadt mehrere 100 000 Euro in die Infrastruktur. Vor allem am Schulzentrum stehen noch die letzten Arbeiten der kompletten energetischen Sanierung des Komplexes aus. „Der dritte und vierte Bauabschnitt an der Oberschule waren prägend für die Stadt im vergangenen Jahr“, sagt Berndt. In den kommenden Monaten solle die Eingangstreppe instandgesetzt werden, die Einfriedung des Geländes fehle noch und die letzten Unterrichtsräume warten auf ihre Fertigstellung. Größter Posten auf dem Schulgelände ist in diesem Jahr der Abriss des Polytechnikums. Für die restlichen Arbeiten an und in der Oberschule rechnet Berndt noch einmal mit einer Summe von rund einer halben Million Euro.

Dass das Polytechnikum weichen muss, ist den entstandenen Fachräumen geschuldet. An dessen Stelle solle die geplante Zweifelderhalle entstehen. Derzeit wartet die Stadt auf ein Ergebnis ihres Fördermittelantrags für den Sporthallenbau. Im Haushalt 2016 spielt die Halle bereits eine große Rolle, Kämmerin Kornelia Hanisch kalkuliert rund 236 000 Euro für erste Vorarbeiten. Insgesamt würde die Sportstätte mit circa 3,4 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Schulleiterin Kerstin Hensel stand vor der Herausforderung, den Schulalltag während der Sanierung zu managen. Quelle: Julia Tonne

Mit Abschluss der Sanierung der Oberschule sind in der Stadt sämtliche Kindertageseinrichtungen und Schulen auf dem neuesten Stand. „In den nächsten Jahren kommen in der Hinsicht vermutlich keine größeren Investitionen auf uns zu“, so der Rathauschef.

Weiteres Geld investiert die Stadt in diesem Jahr in die Instandsetzung der Glück-Auf-Straße. Hier werden die Straßendecke und der Fußweg saniert, zudem gibt es eine neue Beleuchtung. Diese wird zudem in der Leipziger Straße und in der Straße des Friedens im Böhlener Stadtteil Großdeuben auf den aktuellen Stand der Technik gebracht. Auf der Agenda steht außerdem die Erneuerung des Radwegs zwischen Waldstraße und Wiesenbrücke. Um die Aufgaben auch finanziell bewältigen zu können, hatte der Stadtrat bereits Ende des vergangenen Jahres die Erhöhung der Hebesätze beschlossen. Die Änderungen dürften die Böhlener ab jetzt zu spüren bekommen.

Eine bisher angedachte Investition schafft die Stadt in diesem Jahr nicht: den Anbau des Rathauses. Dieser soll künftig das Archiv der Verwaltung beherbergen und einen behindertengerechten Zugang erhalten. Doch mit der Realisierung rechnet Berndt erst im nächsten Jahr.

Von Julia Tonne

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