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Böhlen will LMBV-Pläne zur Pleißereinigung nicht gutheißen

Kahnsdorfer See Böhlen will LMBV-Pläne zur Pleißereinigung nicht gutheißen

Böhlen positioniert sich in der Stadtratssitzung vorsichtig gegen die Pläne der LMBV. Diese will die Pleiße mit Hilfe des Kahnsdorfer Sees von Eisenhydroxidschlämmen reinigen. Dass das Thema jetzt in Böhlen aktuell wird, liegt an der Tatsache, dass der See zum großen Teil auf Böhlener Gemarkung liegt.

Böhlen will die Pleißereinigung durch den Kahnsdorfer See nicht mittragen, immerhin liegt ein Großteil des Sees auf Böhlener Gemarkung.

Quelle: Detlef Kothe

Böhlen. Die Böhlener Stadtratssitzung am Donnerstag war eher eine Informationsveranstaltung denn ein Abend voller Beschlüsse. Lediglich ein Beschluss stand auf der Tagesordnung – die Mittelübertragung aus dem Jahr 2016 in den diesjährigen Haushalt. Und der war einstimmig und daher schnell abgehandelt. Deutlich mehr Zeit nahm ein Vortrag von Rolf Schlottmann ein, der als Planungsleiter Westsachsen-Thüringen für die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) das Vorhaben Pleißereinigung durch den Kahnsdorfer See vorstellte. Das Unternehmen plant die Umleitung der Pleiße durch den See, um den Fluss auf diese Weise von Eisenhydroxidschlämmen zu reinigen.

Hintergrund für Schlottmanns Besuch war, dass die Stadt Böhlen im November, als das Thema erstmals spruchreif und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, nicht zu der damaligen Info-Veranstaltung eingeladen worden war. Von den Bürgermeistern der anliegenden Kommunen des Kahnsdorfer Sees sei damals lediglich Neukieritzschs Rathauschef Thomas Hellriegel (CDU) vor Ort gewesen. „Die Diskussion ist in Böhlen noch gar nicht richtig angekommen“, machte Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) deutlich. Er begründete das vor allem damit, dass kaum jemand von dem Umstand wisse, dass der Kahnsdorfer See zum größten Teil auf Böhlener Gemarkung liege.

Doch auch wenn die Stadt eine Nutzung des Seeufers und der umliegenden Flächen in naher Zukunft ausschließe, so wolle sie dennoch verhindern, dass die Eisenhydroxidschlämme im See abgelagert werden. „Wir können die Folgen noch gar nicht abschätzen, auch die LMBV hält sich bei dem Punkt bedeckt“, betonte Berndt. Es könne nicht sein, dass die Regionen, die erst vom Bergbau gebeutelt worden sind, nun zukünftig auch für dessen Folgen aufkommen müssen. „Leipzig profitiert, weil dort die Pleiße dann schön sauber ist, die Gemeinden hier aber müssen mit den Folgen der Folgen leben.“

Zu Wort meldete sich am Donnerstag auch Matthias Renger, Sprecher der Bürgerinitiative, die gegen die Pläne der LMBV vorgeht. Er bat eindringlich um Unterschriften von Seiten der Stadträte und der Bevölkerung, um dem Anliegen der BI noch mehr Nachdruck zu verleihen. Lothar Kapitza von der Bürgerkontaktgruppe war ebenfalls Zuhörer bei der Sitzung und forderte das Gremium auf, sich gegen das Vorhaben zu positionieren. „Wir müssen unseren See verteidigen, damit er nicht zur Kloake verkommt“, erklärte er. Maria Gangloff, vor Berndt Böhlener Bürgermeisterin und unter den Besuchern, bat darum, genau prüfen zu lassen, inwieweit die LMBV-Pläne Einfluss auf das derzeitige ökologische Großprojekt der Benzolbeseitigung im Grundwasser haben könnten. „Es muss untersucht werden, ob es Wechselwirkungen gibt, denn beides hat Einfluss auf den Wasserhaushalt“, sagte Berndt. Er sicherte zugleich zu, das Thema am 6. April bei der nächsten Informationsveranstaltung der LMBV in Neukieritzsch anzusprechen.

Von Julia Tonne

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