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Borna Böhlener Archäologe macht Goldschatz-Fund zum Kriminalroman
Region Borna Böhlener Archäologe macht Goldschatz-Fund zum Kriminalroman
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08:55 16.03.2018
Nach seinen Blumenkohl-Büchern legt Michael Wendel erstmals einen Krimi vor. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett. Seit einigen Tagen ist das Repertoire an Kriminalromanen um ein Buch erweitert worden, so dass Mimi der Lesestoff nicht ausgeht. Der Böhlener Michael Wendel hat mit „Die Gier nach dem Gold der Toten“ sein drittes Werk vorgelegt und liest daraus am Donnerstag bei der Leipziger Buchmesse.

In seiner Kriminalerzählung, erschienen im Verlag Beier und Beran, dreht sich alles um den Raub und die Veruntreuung archäologischer Schätze im Bulgarien der Nachwendezeit. Der Inhalt kommt nicht von ungefähr, schließlich arbeitete Wendel mehr als 30 Jahre lang als Archäologe vor Ort. Und auch den Schatz gibt es.

Als Wissenschaftler Ausgrabungen geleitet

Der Wissenschaftler leitete Ausgrabungen, legte unter anderem ein römisches Limeskastell frei, erforschte das frühe Wegenetz des Landes und fand in Krivina – ein absolutes Highlight in all den Jahren – ein kleines Gefäß mit 45 Goldmünzen aus dem neunten oder zehnten Jahrhundert. „Und was nach dem Fund passiert ist, wer sich dafür interessiert hat, welche Verwicklungen es gab und warum ich immer wieder dazu befragt wurde, ist in dem Buch nachzulesen“, sagt der Autor. Allerdings macht er Einschränkungen. Zwar habe er in Bulgarien vieles gesehen und erlebt, „aber so einiges ist doch schmückendes Beiwerk“, sagt er.

Etwas Wahrheit, etwas schmückendes Beiwerk: Wendel liest bei der Buchmesse aus seinem Krimi. Quelle: Julia Tonne

Für Wendel ist es bereits der dritte Titel, der erschienen ist, jedoch der erste, der Realität und Fiktion vermischt. Die ersten zwei Bücher – „Blumenkohl mit Schlag“ und „Blumenkohl mit Nachschlag“ – rückten hingegen seine Erkrankung, einen Schlaganfall, und deren Auswirkungen auf sein weiteres Leben in den Fokus. Auf die Idee, einen Krimi zum Thema Archäologie zu schreiben, brachte ihn ein Zuhörer während einer Lesung.

Das vergangene Jahr drehte sich bei Wendel zuhause also alles um den Goldschatz. „Der Schatz, den wir damals gefunden haben, umfasste 45 Münzen, eine kostete damals rund 640 000 Schweizer Franken, der gesamte Fund hatte also einen Wert von Millionen“, erinnert sich der Autor. Eine Münze abzuzweigen und zu verkaufen, sei undenkbar und auch unmöglich gewesen, „die Münzen waren durch ihre Prägung einmalig und nur dort verortet“, begründet Wendel. Heute übrigens liegen die Münzen in einer bulgarischen Bank.

Lesung auf der Leipziger Buchmesse

Wer genauer wissen will, was nun Fiktion und Wahrheit ist, kann Wendel bei der Leipziger Buchmesse zuhören. Er liest aus „Die Gier nach dem Gold der Toten“ am Donnerstag, 15. März, um 14.30 Uhr in Halle 3 an Stand H110.

Von Julia Tonne

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