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Borna Böhlener Turnhalle ist als Flüchtlingsunterkunft bereit
Region Borna Böhlener Turnhalle ist als Flüchtlingsunterkunft bereit
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00:25 01.01.2016
Die Umbauten in der Turnhalle des Beruflichen Schulzentrums in Böhlen sind abgeschlossen. Im Januar werden voraussichtlich die ersten Asylbewerber einziehen. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Die Stadt Böhlen und das Berufliche Schulzentrum Leipziger Land (BSZ) haben einen Aufschub bekommen, was die Belegung der Turnhalle des BSZ mit Asylbewerbern betrifft. Wie berichtet, sollte die Halle noch in diesem Jahr Flüchtlinge aufnehmen, die ihren Asylantrag bereits gestellt haben und nun auf eine Entscheidung warten. Doch nun teilt das Landratsamt mit, dass wohl mit der Ankunft der ersten Asylbewerber erst Anfang Januar zu rechnen sei.

Indes sind die Umbauarbeiten in der Turnhalle, die Mitte Dezember begonnen haben, schon abgeschlossen. Der Boden wurde mit Filz ausgelegt, zudem entstanden einzelne voneinander abgetrennte Bereiche, in denen jeweils bis zu fünf Personen leben. Auf dem Außengelände wurden die Sanitäranlagen mithilfe von Containern erweitert.

In etwa jeden Dienstag bekommt der Landkreis Leipzig laut Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, vom Land Sachsen Asylsuchende zugewiesen. In der kommenden Woche, also der ersten Januarwoche, rechnet Laux mit rund 150 Menschen, die im Landkreis untergebracht werden müssen. Es sei durchaus denkbar, dass ein Teil von diesen tatsächlich dann auch ins Böhlener BSZ gebracht wird, die Zahl aber stehe noch nicht fest. „In diesen Tagen bis Jahresanfang brauchen wir die Halle noch nicht, aber wir halten sie auf jeden Fall vor“, macht sie deutlich.

In den kommenden Wochen gehen mehrere Hundert Asylbewerber aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in die Verantwortung des Landkreises Leipzig über, der jeweils die weitere Unterbringung gewährleisten muss, um Obdachlosigkeit zu verhindern. Dazu werden zunächst die Einrichtungen, die in der Trägerschaft des Landratsamtes sind – und dazu gehört das BSZ – zu Asylunterkünften umfunktioniert.

Dass die Turnhalle in Böhlen noch nicht sofort belegt wird, liegt unter anderem daran, dass in anderen Unterkünften derzeit noch oder wieder freie Kapazitäten vorhanden seien. Dabei ging Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) bei der jüngsten Stadtratssitzung Mitte Dezember noch davon aus, dass am 29. Dezember zirka 160 Flüchtlinge hier vorübergehend einziehen würden. Und auch das Landratsamt war zu diesem Zeitpunkt noch recht sicher, Ende des Jahres die Turnhalle dringend zu benötigen. „Aber im jetzigen Augenblick haben wir keine Not, alle unterzubringen“, betont Laux.

Die Sprecherin des Landratsamtes rechnet damit, dass das BSZ ab dem 7. Januar gebraucht werde. „Aber schon jetzt ist es betriebsbereit.“ Träger der Einrichtung wird die Asyl-Betreuungs- und Betreibergesellschaft.

Unterdessen haben sich vor der Turnhalle dieser Tage schon die ersten Böhlener eingefunden, die gerne helfen würden. Sie standen aber am Montag und Dienstag noch vor verschlossenen Türen. „Wir hatten gehofft, dass wir ab sofort hier etwas Unterstützung anbieten können“, machte eine Anwohnerin deutlich, die in unmittelbarer Nachbarschaft zum BSZ wohnt. Allerdings sei es unglaublich schwierig, Ansprechpartner zu finden. Zudem sei sie davon ausgegangen, dass bereits am 29. Dezember die ersten Flüchtlinge hier ankommen. „Auch an Informationen kommt man nicht so ohne Weiteres“, bemängelt sie. Jeder Verein und jede Initiative biete Hilfe an, aber eine Koordination aller Angebote gebe es so gut wie nicht. Laux rät daher, sich im Bereich Böhlen unter anderem mit dem Caritasverband Leipzig und der Volkssolidarität in Verbindung zu setzen.

Derzeit leben in Böhlen 82 Flüchtlinge. Sie sind im Apart-Hotel untergebracht, das derzeit noch als Interim für die Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz dient. Doch hier zeichnen sich Veränderungen ab. Denn die Landesdirektion hat den bis 31. Dezember laufenden Vertrag mit dem Eigentümer nach eigener Aussage nicht verlängert. Das würde für die derzeit hier lebenden Flüchtlinge bedeuten, dass sie auf andere Einrichtungen verteilt werden. Angemietet hatte die Landesdirektion insgesamt 200 Plätze.

Laut Böhlens Bürgermeister Berndt hat das Hotel bereits seit dem 1. November mit „Pro Shelter – Gesellschaft für integriertes Wohnen“ einen neuen Besitzer. Ob das Hotel nun vom Landkreis Leipzig als Asylbewerberheim angemietet oder ob es als Flüchtlingsunterkunft gar nicht mehr gebraucht werde, sei hingegen noch unklar und während des Jahreswechsels nicht mehr zu erfahren. Der Stadtchef plant daher, im Januar eine Informationsveranstaltung anzubieten, bei der solche Fragen geklärt werden sollen.

Von Julia Tonne

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