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Bohrgerät ackert sich seit gestern in die Tiefe

Bohrgerät ackert sich seit gestern in die Tiefe

Auf dem letzten noch zu bauenden Abschnitt der A 72 zwischen Rötha und der A 38 haben gestern die Untersuchungen des Baugrunds begonnen. Ein fahrbares Bohrgerät liefert Proben, die nach fachkundiger Auswertung über die Beschaffenheit des Kippenbodens Aufschluss geben werden.

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Der Spezialbohrer frisst sich in die Erde und liefert Proben ab.

Quelle: Thomas Kube

Rötha. Staatsminister Sven Morlok (FDP) war bei der ersten Bohrung dabei.

Die Mitarbeiter der Firma Terrasond Baugrunduntersuchung aus Bad Bibra haben den Spezialbohrer bereits in Stellung gebracht. Er werde sich circa 70 Meter tief in die Erde rammen, sagt Niederlassungsleiter Eugen Cretu. Mit den Suchbohrungen sollen zwei Entwässerungsstollen aus Tagebauzeiten gefunden und deren Zustand begutachtet werden. Rund 20 Meter pro Tag wird sich der Bohrer ins Erdreich arbeiten.

Geologe Klaus Mißling wird die entnommenen Proben sorgfältig untersuchen. Auf der Kippe zu bauen sei besonders interessant, sagt er. "Der vorhandene Boden muss verbessert werden, um einen stabilen Baugrund zu haben. Welcher Aufwand dafür notwendig sein wird, bleibe abzuwarten. Auf dem Abschnitt 5.2 der Autobahn 72 sind 96 Bohrungen und Sondierungen vorgesehen, erläutert Jan Poßecker. Der Ingenieur der Firma CDM Smith Consult GmbH aus Leipzig erstellt nach der zehnwöchigen Arbeit das Gutachten. Diese Arbeiten seien für die Röthaer "kein Problem", betont Cretu. Der Geräuschpegel des Bohrers ist schon bei ein paar Metern Abstand mit dem eines LKWs zu vergleichen.

Der Minister, wie üblich im feinen Zwirn erschienen, ließ es sich nicht nehmen, den Hebel am Bohrer zu bedienen. "Eine sorgfältige Untersuchung des Baugrundes ist das A und O für die weitere Planung und hilft, unangenehme Überraschungen während der Bautätigkeit zu vermeiden", so Morlok. Er rechnet damit, dass die europaweiten Ausschreibungen für die Bauleistungen noch in diesem Jahr erfolgen können.

Bevor es auf der rund sieben Kilometer langen Strecke richtig losgehen kann, wird das Baufeld frei gemacht. Der dazu notwendige Holzeinschlag sei laut Morlok ab November bis Februar nächsten Jahres vorgesehen. Der eigentliche Bau soll dann ab 2016 erfolgen. Morlok geht davon aus, dass "wir für den Abschnitt 5.2 von Kosten über 100 Millionen Euro ausgehen müssen".

Das Bauprogramm des Bundes ist noch nicht entschieden. Er habe aber "keine Zweifel, dass der letzte Abschnitt aufgenommen wird". Es gebe enge Kontakte. Die Einordnung sei Formsache, deutete er den aktuellen Stand an.

Wann "das wichtigste Straßenverkehrsvorhaben in Sachsen" fertig sein wird, möchte der Liberale nicht prognostizieren. Vier bis fünf Jahre reine Bauzeit seien realistisch. Die Fußball-WM 2006 als Fertigstellungstermin zu nennen, war "aus meiner Sicht fahrlässig. Das war von vornherein nicht einzuhalten", sagte er auf Medien-Anfrage.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.07.2014
Saskia Grätz

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