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Bohrtrupp fahndet auf Frohburger Gebiet nach alten Kohleschächten

Bohrtrupp fahndet auf Frohburger Gebiet nach alten Kohleschächten

90 Jahre nach dem konkursbedingten Ende der Bubendorfer Kohlenwerke machen sie noch einmal von sich reden - und erfordern eine Investition im sechsstelligen Euro-Bereich: Was an untertägigen Strecken und Schächten bis heute erhalten ist, lässt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) jetzt fachgerecht verfüllen.

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Testbohrungen im alten Bergbaugebiet zwischen Frohburg und Bubendorf rechts im Auftrag der LMBV

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg. Sie will ausschließen, dass es noch Jahrzehnte nach dem Ende des Kohleabbaus zu Setzungen und Brüchen kommt. Betroffen ist das Gebiet zwischen Harthsee, Bundesstraße 95 und der Staatsstraße, die Frohburg und Flößberg verbindet. Eine Fläche, die ungefähr zwei Kilometer mal 600 Meter groß ist. Nach unsystematischen und wenig gründlichen Verfüllungen soll nun Ruhe herrschen, für alle Ewigkeit sozusagen. "Damit wird die öffentliche Sicherheit gewährleistet", sagt LMBV-Sprecherin Claudia Gründig. Die im vergangenen Jahr begonnenen Arbeiten würden Mitte des Jahres abgeschlossen.

Der Bohrtrupp mit seinem großrädrigen Lastwagen ist nicht zu übersehen: Seit Wochen ist er regelmäßig auf einem Feld parallel zur B 95 unterwegs. "Die schwierigste Aufgabe besteht darin, die Strecken zu finden. Die historischen Unterlagen sind nicht immer korrekt", sagt Andreas Wenzel von der Geos Ingenieurgesellschaft, der sich um die Planung und Überwachung des Vorhabens kümmert. Genau genommen sind die Experten hier den Hinterlassenschaften zweier Gruben auf der Spur: jenen der Bubendorfer Kohlenwerke und denen des Braunkohlenwerkes Himmelreich bei Benndorf. Ende des 19. Jahrhunderts gegründet, fusionierten beide später; finanziell angeschlagen, wurde der Betrieb 1926 stillgelegt, begann der Abriss einiger Anlagen.

Einiger, nicht aller, denn bis heute stehen einige Gebäude der Schachtanlage und der Brikettfabrik Himmelreich nördlich der S-Bahn-Strecke. Dort beginnt ein ganzes System von Strecken nach Norden, Süden und Osten. Die Strecken in zehn Metern Tiefe waren mit Holz ausgebaut; nach der Auskohlung wurden die Stützen entfernt; das Erdreich brach nach. "Zum Teil wurden die Strecken schon während des Betriebes mit Sand und Kies verfüllt", erläutert Bauleiter Horst Hoffmann vom Büro Baugrunderschließung Grimme. 

Grundlage der jetzt laufenden Sicherung ist eine Gefahrenprognose. Unerlässlich sei eine gründliche Verfüllung und Stabilisierung des Untergrundes etwa im Bereich des Getreidehandels am Frohburger Stadtrand und der ehemaligen Tagesanlagen, die heute zu Wohn- und Gewerbezwecken genutzt werden. Dass darüber hinaus auch ein Areal südlich des Harthsees und der breite Feldstreifen zwischen S-Bahn und Bundesstraße einbezogen würden, erkläre sich einfach, sagt Andreas Wenzel: "Die LMBV ist bestrebt, die Grube abschließend zu sanieren." Den Aufwand beziffert er auf mehrere Hunderttausend Euro.

Das Auffinden der alten Strecken mittels Bohrungen wird in den nächsten Wochen abgeschlossen. Im Frühsommer soll dann konzentriert die Verfüllung passieren. Verwendet wird eine Suspension, ein Gemisch aus Braunkohlen-Filterasche und Wasser, die in die Hohlräume gepresst wird und dort aushärtet. Verschlossen werden so nicht nur die letzten Stollen, sondern auch fünf Wetterschächte, die bisher auch nicht in dieser Gründlichkeit gesichert wurden. "Die Filterasche ist ein dafür zugelassener Baustoff", sagt Wolfgang Blumstengel, Gutachter des Büros Bioplan. Er ist für die Belange des Naturschutzes verantwortlich. Die Asche werde in Abständen beprobt; sie sei trinkwasserverträglich. Ende Juli sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Südwestlich von Borna laufen zurzeit vergleichbare Arbeiten. Auf den Fluren von Borna und Blumroda werden bergbauliche Unter-Tage-Hinterlassenschaften des Wilhelmschachtes lokalisiert und für alle Zeiten verschlossen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2015
Schulreich, Ekkehard

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