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Borna Bombendroher von Geithain verurteilt
Region Borna Bombendroher von Geithain verurteilt
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15:33 17.07.2015
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. Leere Worte, die zum Glück nicht real wurden. Das Amtsgericht Borna sprach einen 33-jährigen Arbeitslosen am Mittwoch der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, der falschen Verdächtigung und eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz für schuldig und verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von 14 Monaten. Außerdem muss der Mann 120 Stunden gemeinnützig arbeiten.

Drei verschlüsselte E-Mails des gebürtigen Löbauers lösten im November und Dezember vorigen Jahres aufwendige Ermittlungen der Polizei aus. Sie waren an ein Internet-Gästebuch der Stadt Geithain, die Poststelle des Oberbürgermeisters von Leipzig und verschiedene Medien gesendet worden. Darin drohte der unbekannte Absender, dass er mehrere Rohrbomben besitze und diese auf den Weihnachtsmärkten gezündet würden. In einer Zeit, in der bundesweit gerade vor Anschlägen auf Weihnachtsmärkten gewarnt wurde, blieb derlei naturgemäß nicht wirkungslos. Der Unbekannte zitierte unter anderem Erpresser Dagobert und forderte in Anlehnung der beispiellosen kriminellen Karriere von Arno Funke 250 000 beziehungsweise eine Million Euro.

Geld bekam er nicht. Allerdings geriet der Unbekannte recht schnell selbst in den Fokus der Ermittlungsbehörden. Anlass lieferte seine Strafanzeige, die einen Nachbarn bezichtigte, Waffensammler zu sein, Rohrbomben zu lagern und einen Amoklauf zu planen. Das daraufhin eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen den unschuldigen Mann wurde später eingestellt.

Ein weiteres Indiz – die Ausleihe des Dagobert-Buches in der Geithainer Bücherei – führte schließlich zu einem Tatverdächtigen. Der Alg II-Empfänger, der eigenen Worten zufolge eine Ausbildung im IT-Bereich hat, ließ sich bereitwillig mitnehmen, als die Polizei Mitte Dezember klingelte. Bei der Durchsuchung der Wohnung in der Goethestraße in Geithain wurden rund 180 Gramm explosionsartiger Stoffe sichergestellt. „Ich war froh, dass mich die Polizei mitgenommen hat, erklärte der 33-Jährige gestern. Er sei damals in einer ausweglosen Situation gewesen. „Es war in Albtraum für mich. Allein zu sein, war heftig". Rechtsanwältin Katja Hoger untermauerte die damalige Situation ihres Mandanten in einer Erklärung. Er habe bereits im Jugendalter „Suizidversuche als Lösung gesehen" und mehrere stationäre Behandlungen hinter sich. Zum Tatzeitraum habe er zu dem unter der Trennung von seiner Freundin gelitten.

Der Tatverdächtige wurde seinerzeit in Zschadraß eingewiesen. Ein Arzt attestierte „schwere depressive Episoden und Ängste" und schlug eine stationäre Behandlung vor. Die ist inzwischen Geschichte und der ehemalige Patient „auf gutem Weg", betonte die Verteidigerin. „Es tut mir sehr leid", versicherte der junge Mann voller Reue auf der Anklagebank. Das Ganze sei „ein großer Fehler" gewesen.

Wenngleich das LKA die Vorfälle letztlich als zu abstrakt einstufte und die Weihnachtsmärkte nicht räumen ließ, „haben die Drohungen zur erheblichen Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls geführt", betonte Staatsanwalt Christoph Brückner. Er plädierte für eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten, die bei einem geständigen Ersttäter zur Bewährung ausgesetzt werden könnten. Ein Antrag, dem sich Verteidigung und Gericht anschlossen.

Als weiteren Denkzettel verhängte das Gericht 120 Stunden gemeinnützige Arbeit, die binnen einer Frist abzuleisten sind. „Sie riskieren sonst den Widerruf der Bewährung", machte Richter Thomas Sternberger deutlich.

Saskia Grätz

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