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Borna Bombendrohung in Borna: Seniorenheim wird evakuiert
Region Borna Bombendrohung in Borna: Seniorenheim wird evakuiert
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14:29 04.03.2018
Die Bewohner des Seniorenheimes warten im Schatten auf dem Bergmannsplatz darauf, in die Behelfsunterkunft gefahren zu werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Ausnahmezustand am Montagnachmittag und -abend in Borna-West: Nach einer anonymen Bombendrohung gegen das Seniorenpflegeheim Borna-West in der Bergmannstraße wurden alle Bewohner der Einrichtung in Sicherheit gebracht. Mehrere Dutzend Feuerwehrleute und vor allem Kräfte des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes sorgten dafür, dass die älteren und zum Teil bettlägerigen Menschen vorübergehend in einem Ausweichquartier unterkamen. Das wurde binnen einer Stunde in der Turnhalle der Grundschule Borna-West in der Deutzener Straße eingerichtet.

„Ein Unbekannter rief gegen 15.44 Uhr in dem Pflegeheim an und drohte mit einer Bombe“, beschrieb Uwe Voigt, Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, die Ausgangslage. Man habe sich in Abstimmung mit dem Betreiber entschlossen, das Haus zu räumen. Die Feuerwehren Borna und Zedtlitz, Notärzte und der Rettungsdienst seien alarmiert. Zudem habe man Spezialisten mit einem Suchhund angefordert.

Großaufgebot der Polizei vor dem Seniorenheim in der Bergmannstraße. Quelle: Jens Paul Taubert

„Alle Patienten, die gehfähig sind, sind raus“, konstatierte Rico Lengefeld, der Einsatzleiter der Bornaer Freiwilligen Feuerwehr gut eine Stunde nach der Alarmierung. Viele der 77 älteren, teils gebrechlichen Frauen und Männer hatten, begleitet vom 16-köpfigen Personal der Pflegeeinrichtung, unter den Kronen der Bäume und im Schatten benachbarter Wohngebäude auf Stühlen Platz genommen. Sie warteten darauf, von Fahrzeugen des Krankentransports und des Katastrophenschutzes in das Interim transportiert zu werden. Um den großen Andrang zu bewältigen, wurde auch ein Bus eingesetzt, den das Verkehrsunternehmen Thüsac kurzfristig zur Verfügung stellte. Als aufwendiger erwies es sich, die nur schwer transportfähigen Bewohner, 24 an der Zahl, zu verlegen. Hier kamen zahlreiche Rettungswagen, in Eile aus der gesamten Region zusammengezogen, zum Einsatz.

Zahlreiche Rettungswagen sind für das Befördern der schwer transportfähigen Bewohner im Einsatz. Quelle: Jens Paul Taubert

Parallel dazu kümmerte sich die Schnelle Einsatzgruppe des DRK Zwenkau um das Herrichten der Schulturnhalle. Unterstützt wurden sie dabei unter anderem durch Kräfte der Feuerwehr Zedtlitz. Beinahe im Minutentakt rollten hier schließlich die Fahrzeuge mit Blaulicht vor, um die Pflegeheim-Patienten gut unterzubringen und zu versorgen.

Während der Abtransport der Bewohner vor dem Gebäude in vollem Gange war, durchsuchten Spezialkräfte den abgeriegelten Komplex am Südwestrand der Kreisstadt. Dabei kam auch ein auf Sprengstoffe spezialisierter Hund zum Einsatz. Die Durchsuchung blieb ohne Ergebnis. 19.30 Uhr gab die Polizei das Seniorenheim frei, der Rücktransport der Bewohner konnte beginnen. Die Ermittlungen nach dem Urheber der Drohung laufen.

Der Träger der Pflegeeinrichtung, das Diakonische Werk im Kirchenbezirk Borna, war Montagabend für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar.

Bereits im März 2010 hatte es eine Bombendrohung gegen das Bornaer Altenpflegeheim Carl-Heinrich-Haus in der Lausicker Straße gegeben.

Von Ekkehard Schulreich

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