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Bombenfund in Espenhain

Bombenfund in Espenhain


Espenhain. Erneut der Industrie- und Gewerbepark Espenhain: Gegen 12 Uhr entdeckte LKW-Fahrer Ronny Baumann (37) gestern eine englische Fünf-Zentner-Flieger-Bombe mit Heckzünder.

. Baggerfahrer Manfred Simon (51) hatte sie ihm unbemerkt auf den Laster geladen. Baumann sah das gefährliche Metall, als er die Plane über seinen Hänger ziehen wollte. Nach der Alarmierung sperrte die Polizei das Gebiet im Umkreis von 900 Metern ab. Das Berufliche Gymnasium Espenhain, die umliegenden Büros und Einrichtungen wurden evakuiert. Kurzzeitig sperrte die Polizei die Zufahrten zum Gewerbegebiet, die B 95, die S 48 und den Luftraum ab. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärfte die Bombe schließlich.

Alle verfügbaren Beamten der Polizeidirektion Westsachsen, die sich in der Nähe des Bombenfundes befanden, waren im Einsatz, um die Beschäftigten in den Unternehmen und die Berufsschüler zu evakuieren und Absperrmaßnahmen vorzunehmen. „Insgesamt wurden 300 Leute evakuiert", sagte Polizeisprecher Michael Hille, der vor Ort war.

„Gegen 13.30 Uhr wurde uns mitgeteilt, dass wir das Gebäude räumen müssen", erklärte René Pistor von der Wermsdorfer Fisch GmbH. Daraufhin veranlasste er, dass die zehn Beschäftigten sich zum Fischimbiss nach Thierbach begeben. „Wir mussten schon beim letzten Bombenfund im Februar unsere Arbeit unterbrechen", so Pistor. Er nutzte die Gelegenheit, seinen Mitarbeitern einen Kaffee auszugeben. Denn nach der Bombenentschärfung mussten sie Überstunden in Kauf nehmen, um Karpfen und Forellen auszunehmen, die für die Auslieferung am nächsten Tag gebraucht werden. Den Frischfisch hatten sie noch ins Kühlhaus gebracht, damit er nicht verdarb.

Wie schon beim Bombenfund im Februar (die LVZ berichtete) rückte erneut Thomas Lange, der Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Dresden, an. Er begann die Bombe um 14.30 Uhr zu entschärfen. 40 Minuten benötigte er dazu. „Das ist diesmal eine englische Fliegerbombe", informierte er. „Das letzte Mal hatte ich mit Wasser zu kämpfen. Jetzt musste ich auf einem beengten Platz auf dem LKW mitten im Teeraushub die Bombe entschärfen", erklärte Lange und zeigte auf seine beschmutzte Kleidung. Seit 1988 beseitigt der Experte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Das war mittlerweile seine 136. Bombe, die er entschärfte.

Richtig zu sehen war die ein Meter lange Bombe erst, als Ronny Baumann vom Unternehmen Fleck und Schleipen aus Altenburg sie mit der gesamten Ladung wieder auf die Baustelle gekippt hatte. Auf dem gleichen Gelände war im Februar eine amerikanische Fliegerbombe gefunden worden.

Die Ladung von Baumann sollte eigentlich nach Hirschfeld zur Firma Bauer und Mourik Umwelttechnik (BMU) gehen. „Ich bin froh, dass ich noch einen Blick in den LKW geworfen habe, bevor ich losgefahren bin", erklärte der Vater von einem eineinhalbjährigen Kind.

Baggerfahrer Manfred Simon von der Bauer Umwelt GmbH sorgte dafür, dass die Bombe in den Kampfmittelbeseitigungswagen transportiert wurde. Dort bereiteten Jörg Zowalla und Tino Arndt vom Kampfmittelbeseitigungsdienst den Findling auf seine Entsorgung in Zeithain vor.

Im Oktober hatte die LMBV die Bauer Umwelt GmbH, die ihre Niederlassung in Roßwein bei Döbeln hat, mit der Bodensanierung des Grundstückes zwischen der Stromstraße und der Werner-Boie-Straße beauftragt. Ein private Kampfmittelbeseitigungsdienst ist regelmäßig mit einer Sonde vor Ort. „Das kontaminierte Material kann verhindern, dass die Sonde anschlägt", erklärte Lange. „Das müsste künftig beachtet werden. Denn es wird nicht die letzte Bombe sein, die im Gewerbegebiet liegt", so der Sprengmeister.

Manfred Heise und weitere Autofahrer, die auf der S 48 nicht weiterkamen, warteten am Straßenrand. „Ich habe über den Rundfunk erfahren, dass die B 95 gesperrt ist", so Heise. Die Bundesstraße 95 und die S 48 konnten nach etwa einer Dreiviertelstunde wieder befahren werden.

LKW-Fahrer Baumann musste jedoch noch eine Weile warten, ehe sein Fahrzeug wieder gefüllt war und er sich auf den Weg nach Hirschfeld machen konnte. „Am Wochenende werde ich mit meiner Frau anstoßen, dass ich solches Glück gehabt habe und mir nichts passiert ist", sagte er.

Cornelia Braun

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