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Borna „Boomvillage“ Kitzen: Einwohnerzuwachs überdurchschnittlich hoch
Region Borna „Boomvillage“ Kitzen: Einwohnerzuwachs überdurchschnittlich hoch
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16:29 11.03.2018
Der Park hinter dem Herrenhaus in Kitzen soll in der zweiten Jahreshälfte saniert werden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Pegau/Kitzen

Im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schaffte es Kitzen im vergangenen Jahr nicht auf das Siegerpodest. Und dennoch ist der 870-Seelen-Ort auf einem guten Weg, findet Carsten Iwan, Stadtrat in Pegau für den Siedlerverein Kitzen. Die Zukunft habe hier längst schon begonnen.

„Ein bisschen sind wir enttäuscht über das Abschneiden“, spricht er vielen Menschen aus der Seele. Der Vereinsvorsitzende habe die Gewinnerdörfer deshalb unter die Lupe genommen und gefragt: Was haben sie, was wir nicht haben? Sein Fazit: „Fremdiswalde hatte im vergangenen Jahr ein Plus von zwei Einwohnern, Frankenhain liegt bei plus minus Null und Elstertrebnitz verzeichnet sogar einen Rückgang von zwölf Einwohnern“.

Carsten Iwan ist Vorsitzender des Siedlervereins Kitzen. Quelle: privat

Dagegen habe sein Heimatdorf ordentlich zugelegt – von 853 Bürgern Ende 2016 auf 876 im Dezember vergangenen Jahres. Das sei ein Bevölkerungswachstum von 2,7 Prozent und liege im Landkreis Leipzig mit an der Spitze. „Wenn man davon ausgeht, dass Leipzig derzeit die Boomtown von Deutschland ist, mit einem Bevölkerungswachstum von 2,1 Prozent, dann kann Kitzen nur das Boomvillage (Dorf) sein.“

Allein das Wohngebiet Rodeland wachse unaufhörlich weiter, acht Eigenheime sollen in diesem Jahr neu entstehen. Zusammen mit dem Wohnhaus der Agrarprodukte Kitzen (elf Wohnungen) und der Sanierung des ehemaligen Sozialgebäudes der Landtechnik knacke der Pegauer Ortsteil vermutlich noch in diesem Jahr die 900-Einwohner-Marke. „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, meint Carsten Iwan und sieht als realistische Zielgröße sogar tausend Einwohner.

Großes Entwicklungspotenzial

Über großes Entwicklungspotenzial verfüge seiner Ansicht nach die kulturhistorische Perlenkette mit Herrenhaus, Rittergutspark und Inspektorenhaus. Hier sei in den letzten Jahren einiges in Bewegung geraten. So erhielt der Bauingenieur 2017 für die Sanierung des Inspektorenhauses eine Urkunde mit Anerkennungstafel im Landeswettbewerb „Ländliches Bauen“ – als Einziger im Landkreis.

Heute beherbergt das schmucke Gebäude fünf Wohnungen sowie eine Remise mit Garagen und Abstellräumen. Hier will der Investor noch in diesem Jahr einen Geschichtsstrahl anbringen – an jedes Garagentor eine Tafel mit Informationen über die ehemaligen Besitzer.

Jugendclub soll wieder aktiviert werden

Das Herrenhaus ein paar Meter weiter wird derzeit nur sporadisch für den Jugendfreizeittreff und den Seniorenclub sowie die Landfrauen genutzt. Zu wenig für ein denkmalgeschütztes Haus, das seit Jahren mit aufsteigender Feuchtigkeit zu kämpfen hat und dem Leerstand nicht gut tut. „Durch den vermehrten Zuzug von jungen Familien möchten wir unseren Jugendclub wieder aktivieren und vor allem mehr Eltern in die Arbeit einbeziehen“, bringt es Carsten Iwan auf einen Nenner.

Der Club soll deshalb in die zweite Etage ziehen, dafür könne das Erdgeschoss als Sommercafé genutzt werden. Für die Umgestaltung des Rittergutsparks sollen in der zweiten Jahreshälfte Ile-Fördermittel aktiviert werden.

Grundschul-Außenstelle nicht ganz vom Tisch

Noch nicht ganz vom Tisch ist die Idee mit einer Außenstelle der Grundschule Pegau. Das Kultusministerium hatte eine entsprechende Anfrage mit Hinweis auf die Bevölkerungsentwicklung abgelehnt. „Doch Pegau wächst unaufhörlich weiter und in Elstertrebnitz und Kleinschkorlopp entstehen neue Wohngebiete, sodass die Grundschule Pegau bald ausgereizt ist“, so der Rodelandbewohner.

„Laut Statistik hätte Kitzen um ein Prozent schrumpfen müssen, tatsächlich sind wir aber 2,7 Prozent gewachsen.“ Daher könne eine Außenstelle bald wieder aktuell werden.

Großer Wunsch: Anbindung an Nahverkehr

Eine weitere Herzensangelegenheit ist dem Siedlerverein die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. So soll der Linienbus 121 (Kitzen-Pegau) bald die gesamte Woche im Zwei-Stunden-Takt verkehren und bis Elstertrebnitz verlängert werden. Auch eine Anbindung an Groitzsch sei vorgesehen. „Ich könnte mir Kitzen als kleinen Busknotenpunkt vorstellen“, meint Carsten Iwan und hat dazu bereits Gespräche mit dem Bürgermeister in Lützen geführt.

„Es ist schade, dass es derzeit keine Busverbindung von Sachsen-Anhalt nach Kitzen gibt. Das bedeutet auch für Lützen eine Aufwertung, weil es dann S-Bahn-Anschluss über Pegau nach Leipzig erhält.“

Die Linien 120 (Knautkleeberg-Zwenkau) und 164 (Markranstädt) werden von den Kitzenern schon gut genutzt. „Wir fühlen uns den Zwenkauer Orten sehr verbunden“, so der Vereinsvorsitzende, „aus unserer Sicht sollte Zwenkau in den grundzentralen Verbund mit Pegau und Groitzsch eintreten. Die Weichen sind jedenfalls gestellt.“

Von Kathrin Haase

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