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Borna Borna: 27-Jähriger wegen falscher Fahrerlaubnis vor Gericht
Region Borna Borna: 27-Jähriger wegen falscher Fahrerlaubnis vor Gericht
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09:56 19.09.2017
Fahren ohne den erforderlichen Führerschein – das Bornaer Gericht hatte zu entscheiden. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Der junge Mann aus Borna ist groß, schwer beleibt und hat einen freundlichen Blick. Daniel* ist 27 und sieht nicht aus wie einer, der absichtlich mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Eher geschieht das leichtfertig oder gar aus Gutmütigkeit.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zweimal ohne den erforderlichen Führerschein gefahren zu sein. Was in seinem Fall heißt: mit dem falschen. Einmal zog er mit seinem Transporter einen Anhänger, dessen zulässige Gesamtmasse über 750 Kilogramm lag. Dafür reicht der Pkw-Führerschein Klasse B nicht aus, er müsste BE heißen. Hat man, wie Daniel damals, nur den B-Schein und zieht den Hänger doch, gilt das – wenn man erwischt wird – als Straftat. Und man landet vor Gericht.

Fall zwei ist noch ein bisschen verrückter und komplizierter: Daniel zog diesmal an einer Stange einen anderen Transporter hinterher, in dem zum Lenken ein Kumpel saß. Der hatte keinen Führerschein und stand unter Einfluss von Amphetaminen, also unerlaubten Drogen. Doch das spielte in dem Verfahren am Amtsgericht Borna keine Rolle. Sondern: Weil der Transporter im Schlepp nicht mehr fahrtüchtig war und nur noch zum Ausschlachten auf den Schrottplatz sollte, galt die Fahrt in den Augen der Polizisten und der Staatsanwaltschaft nicht als Abschleppen. Das wäre mit dem Pkw-Führerschein erlaubt gewesen. So aber wurde das Anhängsel als Hänger angesehen, der wieder zu schwer für Daniels Lappen war...

Zwei Straftaten also, mit der Aussicht auf eine Verurteilung zur Geldstrafe und damit zusätzlich auf vier Punkte in Flensburg. Harter Tobak für einen jungen Mann, der sich ansonsten nichts zu schulden kommen lässt, wie sein Anwalt sagt, der gerade zum dritten Mal Vater geworden ist, für zwei Kinder Unterhalt zahlt, aktuell eine Lehre zum Berufskraftfahrer macht und in seinem Ausbildungsbetrieb die Chance auf eine Stelle hat. Vier Punkte wären da kein gutes Startkapital. Mit diesen Argumenten suchte Daniels Verteidiger die Staatsanwältin und den Richter von einer Verfahrenseinstellung gegen eine Geldzahlung zu bewegen. Die Staatsanwältin gab erst nach, als sie sah, dass der 29-Jährige jetzt nach fast beendeter Ausbildung alle nötigen Führerscheine besitzt.

Allerdings muss Daniel sich die erhaltene Chance teuer erkaufen: 1000 Euro hat er innerhalb von sechs Monaten an die Aktion Bärenherz zu zahlen.

*Name geändert

Von André Neumann

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