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Borna Borna: 35-Jähriger misshandelt im Vollrausch seine Freundin
Region Borna Borna: 35-Jähriger misshandelt im Vollrausch seine Freundin
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11:48 03.11.2016
Die Verhandlung hat vor dem Amtsgericht in Borna stattgefunden.  Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

 Peter K.* ist 35 Jahre alt und hat ein beachtliches Strafregister aufzuweisen: Drogen, Diebstahl, immer wieder Bedrohung, Nötigung und Körperverletzung haben dem gelernten Schlosser Geldstrafen, Bewährungsstrafen und ein paar Jahre Haft eingebracht. Bisher befassten sich Gerichte in Baden-Württemberg mit dem Mann aus einem Städtchen bei Heidelberg. Am Mittwoch saß er erstmals in Borna vor einem Schöffengericht, weil er einer jungen Frau aus Borna ein mehrstündiges Martyrium bereitet hatte.

Der Vorwurf lautete: Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung, Beleidigung und Sachbeschädigung. Erst bei Verhandlungsbeginn und auf Hinweis seines Verteidigers wurden K. die Handschellen abgenommen. Er sitzt in Untersuchungshaft, nachdem er zum ersten Verhandlungstermin im Frühjahr dieses Jahres nicht erschienen war. Danach wurde er mit Haftbefehl gesucht. Am 7. September wurde er festgenommen.

Nach Borna hatte es den Mann wegen einer noch jungen Beziehung zu Peggy Z.* verschlagen. Er hatte die rund sieben Jahre jüngere Frau über Facebook kennengelernt. Nach zwei, drei Monaten zog er nach Borna, wo es schon nach wenigen Tagen, in der Nacht zum 29. Juli 2015, zum Eklat kam. K. hatte reichlich getrunken und zugleich Chrystal und das Beruhigungsmittel Rohypnol eingenommen. Warum er sich derart in einen heftigen Rausch versetzte, blieb offen. K. selbst meinte, die Schwester seiner Freundin hätte ihm von deren Untreue berichtet. Peggy Z. erinnerte sich unter Tränen und mit stockender Stimme, K. sei „von dann auf jetzt aggressiv geworden“.

Der gab zu, Peggy Z. geschlagen zu haben, an alles andere wollte er sich nicht erinnern können. Nicht an das Schieben ins Schlafzimmer, wo er sie aufs Bett warf und weiter schlug und trat. Nicht an den Rotwein, den er über ihr ausgoss, nicht daran, dass er auf sie urinierte und sie am Verlassen des Schlafzimmers hinderte. Das, sagte K. dem Gericht, habe er am nächsten Tag von der Schwester des Opfers erfahren. Er bestritt die Taten nicht. Auch nicht, dass er zuvor die Sim-Karte aus Z.s Handy nahm, damit sie nicht nach Hilfe rufen konnte.

Für den Staatsanwalt war die Sache klar, er sah alle Vorwürfe bestätigt, für ihn hatte die „Zeugin ihr Martyrium glaubhaft geschildert“. Er forderte zwei Jahre Haft ohne Bewährung. Vor allem, weil K. die Bewährung nach früheren Verurteilungen immer wieder gebrochen hatte und weil er auch zum Zeitpunkt der jetzt verhandelten Tat noch unter Bewährung stand.

Der Verteidiger plädierte für ein deutlich geringeres Strafmaß von nur einem Jahr Haft. Er gab zu bedenken, dass man die Gründe für K.’s „komplettes Versagen“ nicht kenne. Den Vorwurf der Freiheitsberaubung sah er als nicht bewiesen an. Die Wohnungstür sei nicht verschlossen gewesen und K. habe sie nicht mit Gewalt am Weggehen gehindert. Außerdem stellte der Anwalt die Frage in den Raum, „ob nicht die Möglichkeit bestanden hatte, die Wohnung über die Fenster zu verlassen.“ Die Wohnung befindet sich im Erdgeschoss.

Das Gericht folgte diesem Zweifel nicht, bezog die Freiheitsberaubung in die Reihe der Taten mit ein. Peter K. wurde zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

*Namen geändert

Von André Neumann

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