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Borna Borna: Besucher dürfen sogar selber operieren
Region Borna Borna: Besucher dürfen sogar selber operieren
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10:45 28.09.2018
Klinik-Besucher versuchen sich an einer Operation in 3-D. Quelle: Julia Tonne
Borna

Operation am lebenden Objekt: Besucher der Bornaer Sana-Klinik durften am Mittwoch einer 3-D-OP an einer Paprika beiwohnen – und gar selbst zu Besteck und Kamera greifen, um die Kerne zu entfernen. Der Einblick in die Operationssäle gehörte zum „Abend der Medizin“, den das Klinikum zweimal im Jahr anbietet. Rund 100 Interessierte nutzten die Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Schon die Vorträge der Mitarbeiter des Onkologischen Zentrums am Nachmittag waren gut besucht. Thematisch drehte sich alles um Krebserkrankungen – unter anderem um verschiedene Krankheitsbilder, Diagnostik, um Chemotherapie, Auswirkungen der Strahlentherapie, gesunde Ernährung und Sport während der Behandlung. Zahlreiche Ärzte standen anschließend noch für persönliche Gespräche zur Verfügung und beantworteten Fragen.

Unsicherheiten können abgebaut werden

Für den Zentrumsleiter Dr. Kay Kohlhaw ist ein solcher Abend der Medizin vor allem deshalb wichtig, um Unsicherheiten bei den Besuchern zu mindern. „Eine solche Diagnose stellt das bisherige Leben total auf den Kopf – beim Betroffenen selbst, aber auch im direkten Lebensumfeld. Jeder Mensch erlebt seine Erkrankung und die Diagnose anders. Der Abend bietet daher viel Raum für Erfahrungsaustausch und Fragen“, machte er deutlich.

Vorträge und Führungen kommen an

Heidrun Kretzschmann aus Kohren-Sahlis war eine der vielen Zuhörer der Vorträge. „Das ist eine gute Möglichkeit, mit Ärzten zu sprechen und mehr über Krebserkrankungen zu erfahren“, begründete sie ihren Besuch. Zudem interessierten sie die unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten. Evelin Claus aus Borna war hingegen erst zu den anschließenden Führungen gekommen. Im Fokus standen am Mittwoch die Radiologie mit MRT, Röntgen und Angiographie, die Palliativstation sowie die Endoskopie.

Besucher dürfen selbst operieren

Erste Anlaufstelle für Claus war jedoch der OP-Bereich. Rein durfte nur, wer sich Kittel, Haube und Füßlinge übergezogen hatte. Mit zahlreichen anderen Neugierigen bekam sie Gelegenheit, eine 3-D-Operation durchzuführen. Eine Kamera lieferte die entsprechenden Bilder aus dem (Kunststoff-)Bauch auf den Monitor, eine 3-D-Brille half beim detaillierten Sehen. Dr. Andreas Metzig, stellvertretender Chefarzt der chirurgischen Klinik, hatte die passenden Patienten mitgebracht: eine Paprika und einen Kürbis.

Praktische Übung zur Hand-Hygiene

Mit von der Partie war am Mittwoch auch die leitende Ärztin der Hygiene. Roswitha Tauchnitz-Hiemisch und ihr Team hatten eine präparierte Desinfektionslösung mitgebracht. Wer beim Betreten der Klinik die Hände desinfizierte, konnte unmittelbar danach unter UV-Licht seine Bemühungen erkennen. „Ich dachte, ich habe wirklich alle Stellen erwischt“, sagte Besucherin Claudia Wiltschko, die ob der großen dunklen Flecken, die sie eben nicht getroffen hatte, überrascht war.

„Es ist aber oft so, dass gerade die Daumen und die Fingergelenke vernachlässigt werden“, erklärte die Ärztin. Sie wies noch einmal darauf hin, auch nach einem Besuch im Krankenhaus die Hände am Ausgang zu desinfizieren, denn die Keime, die ja durchaus in einer Klinik vorkommen, „muss man nicht nach Hause mitnehmen“.

Von Julia Tonne

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