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Borna Borna: Abrissbeschluss fürs ehemalige Freibad an der Wyhraaue hat Bestand
Region Borna Borna: Abrissbeschluss fürs ehemalige Freibad an der Wyhraaue hat Bestand
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18:59 26.02.2018
Bürgerentscheid zum Freibad in Borna. Quelle: Thomas Kube
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Borna

Es war eine Beerdigung zweiter Klasse. Dabei war bereits vor der Sitzung des Bornaer Stadtrates Donnerstagabend im Goldene Stern klar, dass die Uhren in Sachen Wiedereröffnung des Freibades an der Wyhraaue nicht wieder auf Anfang gestellt werden würden. Zwar ließ die Beschlussvorlage mit dem Inhalt, den Stadtratsbeschluss zum Rückbau des einstigen Bades aufzuheben, diese Möglichkeit theoretisch zu. Dann aber ging es schneller als gedacht, und die Herzensangelegenheit vieler Bornaer wurde zu den Akten gelegt.

Zuvor allerdings hatte SPD-Stadtrat Klaus Sachse noch einmal kräftig vom Leder gezogen. Der älteste Bornaer Stadtrat, Jahrgang 1932, erinnerte in einer emotionalen Erklärung an die Schließung des Bades vor zehn Jahren „und als Krönung des Ganzen“ an den Beschluss des Stadtrates zum Abriss des Bades vor Jahresfrist. Sachse bedauerte, dass beim Bürgerentscheid zur Frage des Wiederaufbaus des Bades am 22. Mai „70 Prozent der Bornaer“ zu Hause geblieben seien. Seinerzeit hatten nur 4128 von 16 509 Wahlberechtigten am Bürgerentscheid teilgenommen, womit das notwendige Quorum von 25 Prozent aller Wahlberechtigten verfehlt worden war, obwohl es mehr Ja-Stimmen (2974) als Nein-Stimmen (1259) gab. Sachse schäumte ob der geringen Beteiligung: „Die Bornaer Wahlberechtigten haben die Zeichen der Demokratie immer noch nicht verstanden.“ Und weiter: „Die Bürger waren denkfaul.“

Da platzte Brigitta Ast (Fraktion Bürger für Borna/BfB und Freie Wähler Borna/FWB) der Kragen: Sie beantragte die sofortige Abstimmung, in der es dann, wenig überraschend, keine Mehrheit der Stadträte gab, ihren eigenen Beschluss vom Juli 2015 zu canceln. Dass die erneute Behandlung des Themas nach dem eindeutigen Ergebnis des Bürgerentscheids überhaupt notwendig wurde, sei der sächsischen Gemeindeordnung geschuldet, machte Rathausjurist Daniel Andrae klar. Der Gesetzgeber wolle, „dass das Thema noch einmal reflektiert behandelt wird“.

Immerhin: Ganz ohne Hoffnung auf eine Freibademöglichkeit in ihren Stadtmauern müssen die Bornaer auch nach dem abschließenden Stadtratsvotum nicht bleiben. So jedenfalls lässt sich eine Erklärung des Stadtratsausschusses für die Entwicklung des Schul- und Sportstättencampus Borna-West lesen, die BfB-Stadtrat Maic Staudacher vorlas. Danach soll „im Zuge der Überplanung und Neuordnung des Schulhofes“ der Grundschule West geprüft werden, „in welcher Größe unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen die Errichtung eines Außenbeckens zur Schwimmhalle möglich ist“. Eine Idee, die bereits länger diskutiert wird, die aber nach dem Auftauchen eines Gutachtens, das insbesondere die Lärmemission eines möglichen Badebeckens für bedenklich einstuft (die LVZ berichtet), einen Dämpfer erhalten hatte.

Der Ausschuss hatte zudem die Sanierung der Schule West und den Neubau einer Turnhalle östlich der bisherigen Sporthalle als Handlungsempfehlungen für die Stadtverwaltung formuliert. Die Stadtverwaltung wurde aufgefordert, zu überprüfen, unter welchen Voraussetzungen es dafür Fördergelder geben könne. Die notwendigen Finanzen sollten im Haushalt berücksichtigt werden. Bis Ende September soll die Stadtverwaltung einen Terminplan dafür vorlegen.

Von Nikos Natsidis

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