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Borna Borna: Abrisse unvermeidlich – ein Viertel aller BWS-Wohnungen steht leer
Region Borna Borna: Abrisse unvermeidlich – ein Viertel aller BWS-Wohnungen steht leer
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10:00 31.03.2017
BWS-Geschäftsführer Jan Cinkewitz. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Die Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS) kommt auch in diesem Jahr nicht um den Abriss von Wohnungen herum. Sollte es für die entsprechenden Fördermittel grünes Licht geben, wird das Gebäude Schulstraße 14 bis 18 zurückgebaut, wie es neudeutsch heißt. Der Abriss ist eine Konsequenz des anhaltend hohen Wohnungsleerstandes bei der BWS, wie Geschäftsführer Jan Cinkewitz sagt.

Der liegt aktuell bei 24,2 Prozent des Gesamtwohnungsbestandes von 2558 Wohneinheiten. Eine Zahl, die viel zu hoch ist. Allerdings müsse sie differenziert werden, macht der BWS-Geschäftsführer, der seit Dezember 2015 auf seinem Stuhl sitzt, klar. Bei der BWS gebe es einen so genannten Kernbestand von derzeit 2159 Wohn- und Gewerbeeinheiten, in die das Unternehmen investiert und der auch in der Perspektive nicht zum Verkauf steht. Hier konnte die Leerstandsquote im letzten Jahr von 19,5 Prozent auf unter 16 Prozent gesenkt werden.

Anders sieht es beim Entwicklungsbestand aus. Dabei handelt es sich um Wohnungen, „die zum Teil seit Jahren leer stehen“. Zwar betont Cinkewitz, dass es bei diesen Wohnungen darum geht, „für jedes Objekt eine passende Strategie zu finden“. Klar ist aber auch, dass es sich dabei um potenzielle Abrissobjekte handelt. Um Gebäude wie etwa einen Block in der Raupenhainer Straße, den die BWS vom Markt nehmen will. Dort wohnen noch einige Mieter, „aber die wissen Bescheid“, ebenso wie drei Gewerbetreibende. Allerdings steht der Abriss in der Raupenhainer Straße in diesem Jahr noch nicht auf der Agenda.

Idealerweise läge der Leerstand bei null Prozent. Völlig unrealistisch, wie der BWS-Chef weiß. „Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es, den Leerstand auf zehn Prozent zu senken.“ Das wäre wirtschaftlich gesund. Und die BWS muss die demografische Entwicklung in Borna berücksichtigen. Immerhin ist die Hälfte der etwa 3500 bis 4000 BWS-Mieter 60 Jahre und älter. „Von denen kommen viele nicht mehr in den dritten Stock.“ Dafür steigt die Nachfrage nach barrierefreien Wohnungen.

Das allerdings ist auch eine ökonomische Herausforderung. Die Sanierungskosten für die Wohnungen steigen nicht nur ständig, „sie stehen auch in einem schwierigen Verhältnis zu den Mieteinnahmen“, so Cinkewitz. Heißt: Wenn die Herrichtung einer Wohnung vielleicht 12 000 Euro kostet, „dann müssen wir uns fragen, ob sich das für uns am Ende auch rechnet“.

Dennoch ist Cinkewitz optimistisch – sofern es bei der Entwicklung der Einwohnerzahlen beim Trend der letzten Jahre bleibt. Immerhin hat Borna seine Einwohnerzahl im Prinzip gehalten. Dann würde es womöglich ausreichen, wenn die BWS in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch 200 bis 300 Wohnungen vom Markt nimmt.

Von Nikos Natsidis

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