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Borna: Abwasseranlage wird erneuert und geschützt

Borna: Abwasseranlage wird erneuert und geschützt

In der Abtsdorfer Straße in Borna investiert der Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) in die Zukunft. Dort wird derzeit Bornas Abwasser-Pumpstation nicht nur erneuert, sondern auch vor Hochwasser geschützt.

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Seit Mitte Mai ist die Abtsdorfer Straße für voraussichtlich vier Monate gesperrt. Hier werden Abwasserleitungen in den Boden gebracht.

Quelle: Thomas Kube

Borna. Außerdem wird im Westen der Stadt die sogenannte Mischwasser-Behandlung vervollständigt, indem Abtsdorfer, Haubitzer und Jahnstraße in das System integriert werden. Das umfangreiche Projekt ist mit einer Bauzeit von einem Jahr veranschlagt und kostet etwa 2,1 Millionen Euro. Vermutlich im kommenden Frühjahr ist alles fertig. Das Baufinale ist für Ende Mai avisiert.

Rückblende: Bei der Juniflut im vorigen Jahr trat die Wyhra massiv über die Ufer. Die Abwasser-Pumpstation, die in der Abtsdorfer Straße gleich neben dem Fluss liegt, glich einem See und fiel aus. Das Hauptpumpwerk mit allen Armaturen, Sensoren und elektrischen Anlagen stand unter dem braunen Wasser. Etwa drei Wochen lang flossen Bornas Abwässer ungeklärt in die Wyhra.

Die Abwasser-Pumpstation liegt an der tiefsten Stelle in Borna. In fünf Kanälen kommen hier alle Abwässer der Kernstadt und der Neubaugebiete ebenso an wie das Niederschlagswasser. Pumpen befördern das verunreinigte Wasser in die ZBL-Abwasserdruckleitung nach Eula, wo es in die Druckleitung des Abwasserzweckverbandes Espenhain fließt und schließlich in die Biologische Kläranlage der Mueg GmbH in Espenhain gelangt. Lediglich bei Starkregen wird ein Teil des vermischten Wassers in die Wyhra abgeschlagen (siehe Stichwort).

Der Verband wollte schon vor dem verheerenden Hochwasser im vorigen Jahr die drei Pumpen erneuern. Sie haben 15 Jahre auf dem Buckel und damit ihren Dienst getan. "Solche Pumpen sind nach sechs bis acht Jahren abgeschrieben", erklärt Matthias Renger, Technischer Leiter beim ZBL. Doch nach den Ereignissen des vorigen Jahres wurden die Planungen noch einmal überarbeitet, um die Anlage und das Kanalnetz künftig besser vor Hochwasser zu schützen und damit Umweltgefährdungen zu vermeiden.

Zunächst wurde vom Herbst vorigen Jahres bis zum Frühjahr die vollautomatisch laufende Elektro-, Mess-, Steuer- und Regelanlage, sozusagen das Herz der Station, neu gebaut und höher gelegt. Sie soll jetzt einem Hochwasser standhalten, das statistisch gesehen nur alle 100 Jahre auftritt. Derzeit sind Tiefbauarbeiten im Gange, und es laufen die Vorbereitungen zum Wechsel der drei Abwasser-Pumpen - alles bei laufendem Betrieb. Das neue Hauptpumpenwerk wird später noch mit einer Schutzmauer versehen. Außerdem wird vor dem Bauwerk ein Rechen errichtet, der künftig grobe Gegenstände wie Steine, Holz oder Textilien aus dem ankommenden Wasser fischt und somit die Pumpen schont.

Das Projekt beinhaltet aber noch mehr, wie Peter Zötzsche, Gesellschafter des für die Planung verantwortlichen Bornaer Ingenieurbüros Ukam, erklärt. Denn es werden auch neue Stauräume errichtet und ein Hochwasserschutz fürs Kanalnetz geschaffen. Zum einen werden, um bei einer Flut das Eindringen von Wyhrawasser in die Kanäle zu verhindern, an allen Ausläufen Rückschlagklappen eingebaut. Zum anderen "bauen wir ein Hochwasser-Pumpwerk", erläutert der Fachmann. Wenn die Wyhra Hochwasser führt und es auch noch wie aus Eimern schüttet, können die drei zusätzlichen Pumpen je Sekunde bis zu 1500 Liter Mischwasser, das in den Leitungen heranrauscht, gegen den Hochwasserpegel in die Wyhra befördern. Dadurch werde der Wasserstand im Kanalnetz tief gehalten, sagt Zötzsche. Keller und Straßen im Westen der Stadt und in der Innenstadt würden deshalb nicht überflutet.

Durch die Größe und Komplexität sei diese Baustelle durchaus eine Herausforderung, sagt Zötzsche. Und Renger freut sich, dass mit der Florack Bauunternehmung aus Eula als Generalauftragnehmer, der PVS Espenhain (Pumpen und Ausrüstung) und der Eulaer Firma Alltec (elektrische Anlagen) sich im Wettbewerb durchweg einheimische Unternehmen durchsetzten. "Wir haben gute Firmen in der Region, die in der Lage sind, so ein Projekt umzusetzen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2014
Frank Prenzel

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