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Borna Borna: Anwohner nervt Lärm in der Bahnhofstraße
Region Borna Borna: Anwohner nervt Lärm in der Bahnhofstraße
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16:00 04.12.2018
Die Steine des Anstoßes in der Bornaer Bahnhofstraße: Sie sorgen für viel Lärm. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Abends und nachts ist es am schlimmsten. Dann, wenn sich der Durchschnitts-Bornaer ins Bett legt. So wie Charlotte Miehe in der Bahnhofstraße 37. An Schlaf ist allerdings oft nicht zu denken. Grund dafür ist ein gewaltiges Donnern auf der Straße vor dem Haus. Ein Problem, das Charlotte Miehe und zahlreiche Nachbarn seit der Umgestaltung des Areals an der Wettinsstraße, Einmündung Bahnhofstraße haben. Beschwerden bei der Stadtverwaltung, so Charlotte Miehe und Beate Peitzsch, haben bisher nichts gebracht.

Lautes Kopfsteinpflaster

Vor allem geht es um einen Streifen mit Kopfsteinpflaster, der wohl zur Beruhigung des Straßenverkehrs gedacht war, ganz offenkundig aber den gegenteiligen Effekt hat. „Abends fahren die Autos schneller“, sagt Beate Peitzsch, die in der Bahnhofstraße 41 wohnt. Und wenn dann noch die Ampel aus ist, rasen viele Kraftfahrer einfach durch die Bahnhofstraße.

Das Ergebnis ist Krach, der so laut ist, „dass wir kaum das Fenster aufmachen können“. Das sei besonders während der großen Hitze im Sommer ein Problem gewesen. Hinzu komme, dass viele Anwohner – so wie die 84-jährige Charlotte Miehe – ihre Schlafzimmer in Richtung Bahnhofstraße haben. Nachtruhe bei offenem Fenster? Nicht möglich.

Luedtke: Keine Einwände von Anwohnern

Die Anwohner und insbesondere Charlotte Miehe haben sich mehrfach an die Stadtverwaltung gewandt. „Es ist aber nichts passiert.“ Sie sei viermal im Rathaus gewesen, habe aber nichts erreicht, erzählt Charlotte Miehe. Auf einen Brief, den sie stellvertretend für zahlreiche Mieter an Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) schrieb, habe die auf die „umfangreichen Planungs- und Abstimmungsprozesse, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Verwaltung“ vor Beginn der Bauarbeiten verwiesen.

So habe die Stadtverwaltung am 16. März 2016 zu einer Informationsveranstaltung im Stadtkulturhaus eingeladen, auf der die Umgestaltung des so genannten Wettinplatzes und der angrenzenden Straßen vorgestellt worden sei. Am 15. März vorigen Jahres seien zudem die Anwohner im Rahmen einer Versammlung informiert worden. „Im Prozess der Planung hätten alle Bürger gern Einwände und Vorschläge zur Baumaßnahme vortragen können.“ Und weiter heißt es in dem Schreiben der Oberbürgermeisterin an Charlotte Miehe: „Dazu ist es nicht gekommen.“ Die Stadtverwaltung sehe keine Notwendigkeit, Veränderungen an der erfolgten Straßengestaltung vorzunehmen.

Anwohner: Sachsenallee ist nicht die Ursache für den Lärm

Das allerdings bringt die Anwohner auf die Palme, von denen sich über 30 in einem weiteren Brief an die Rathauschefin gewandt haben. Die hatte auch erklärt, die Lärmzunahme komme durch die Sperrung der Sachsenallee zustande, deretwegen die Bahnhofstraße besonders stark vom Straßenverkehr frequentiert wird. „Das stimmt nicht“, sagt Beate Peitzsch. Die Blechlawine und der dadurch entstehende Stau in der Bahnhofstraße sorgten vielmehr dafür, „dass die Autos stehen und es nicht so laut ist“. Zudem sei das Lärmproblem bereits nach Freigabe der Bahnhofstraße und des umgestalteten Platzes an der Wettinstraße entstanden – und damit vor Beginn der Arbeiten in der Sachsenallee. Die Bahnhofstraße war Ende Mai freigegeben worden.

Realistische Lärmmessung am Abend

Die Anwohner, so Beate Peitzsch, erwarten eine Lösung ihres Problemes. Vielleicht die Einrichtung einer Tempo-30-Zone, „sofern das auch kontrolliert wird“. Oder die Pflastersteine, Ursache des Lärms, werden mit einer Bitumenschicht überzogen. Das Mindeste aber sei eine realistische Lärmmessung – nicht tagsüber, sondern in den Abendstunden.

Von Nikos Natsidis

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