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Borna Borna: Behörde ratlos – Autowrack bleibt möglicherweise für immer im Wald
Region Borna Borna: Behörde ratlos – Autowrack bleibt möglicherweise für immer im Wald
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09:00 07.04.2017
Autowrack nahe des Witznitzer Speichers Ende März 2017. Es steht seit rund dreieinhalb Jahren dort – und bleibt vielleicht für immer. Quelle: André Neumann
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Borna

Das Landratsamt schließt nicht mehr aus, dass ein Autowrack, dass seit rund dreieinhalb Jahren in einem Waldstück nahe der alten Witznitzer Brikettfabrik liegt, für immer dort bleiben könnte. Das Wrack eines BMW war erstmals im Spätsommer 2013 in der Nähe des Witznitzer Speicherbeckens aufgetaucht. Eine Polizeisprecherin hatte schon damals ein „langwieriges zivilrechtliches Verfahren“ prophezeit, ehe der Schandfleck beseitigt werden könnte. Das hat sich bewahrheitet. Zwar stand schon damals schnell fest, dass das Landratsamt sich um die Entsorgung des Schrotthaufens kümmern muss, weil der sich in einem öffentlich zugänglichen Waldstück befindet. Doch dreieinhalb Jahre später stehen die Überreste des Wagens noch immer an gleicher Stelle. Zwei Bäume sind darauf gefallen.

In dieser Zeit hat das Landratsamt erst versucht, den Urheber der wilden Entsorgung ausfindig zu machen. Also den, der das Auto wie auch immer an seinen jetzigen Platz gebracht hat. Allein das ist schon rätselhaft, denn auch damals standen die Bäume so dicht, dass man sich fragen musste, wie ein Auto überhaupt dahin gelangen konnte. Außerdem waren keine Spuren zu sehen.

Den Verursacher fand das Landratsamt nicht. Auch beim Halter des Wagens kam die Behörde nicht weiter. Sowohl die Beräumungsanordnung mit Zwangsgeldandrohung als auch die Festsetzung eines Zwangsgeldes seien laut Behördensprecherin Brigitte Laux ergebnislos geblieben. „Das Zwangsgeld konnte nicht beigetrieben werden, da der Halter des Fahrzeuges nicht auffindbar ist“, bedauert die Sprecherin.

Seit diesem Februar prüft das Umweltamt nun die Möglichkeit einer so genannten „Ersatzvornahme“, also einer Entsorgung, deren Kosten dem Halter später auferlegt werden könnten, falls man ihn findet. Die nach Lage der Dinge aber beim Steuerzahler hängen bleiben würden.

Vorausgesetzt, es fände sich überhaupt eine Firma, die das Wrack aus dem Wald schafft, müsste die Behörde die Verhältnismäßigkeit im Blick haben, wie Laux sagt. Ein Kran kommt augenscheinlich an die Stelle nicht ran, ohne das Bäume gefällt werden müssten. Zerlegt werden darf ein Auto im Wald normalerweise nicht. Das heißt: „Sollte der Aufwand finanziell nicht mehr vertretbar sein, muss tatsächlich geprüft werden, ob das Wrack im Wald verbleiben kann“, deutet Brigitte Laux an. Und stellt klar: „Eine besenreine Landschaft kann es nicht geben, sie ist schlichtweg nicht bezahlbar. Wir sind daher für jeden Frühjahrsputz, den Vereine und Bürger ehrenamtlich veranstalten, sehr dankbar.“

Von André Neumann

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