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Borna Borna: Christoph Arnold leitet nun die Clemens-Thieme-Grundschule
Region Borna Borna: Christoph Arnold leitet nun die Clemens-Thieme-Grundschule
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00:19 11.08.2017
Christoph Arnold ist neuen Ideen und Vorschlägen zur Verbesserung des Schulalltags jederzeit aufgeschlossen. Quelle: Julia Tonne
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Borna

Für Christoph Arnold war der Wochenbeginn durchaus aufregend. Schließlich kam er am Montag in die Clemens-Thieme-Grundschule. Eine Zuckertüte gab es allerdings nicht, dafür ein umfangreiches Startprogramm, denn der 51-Jährige ist neuer Schulleiter in Borna Nord. Die Einschulung am Sonnabend war seine erste Amtshandlung, auch wenn er bereits am 1. August sein Büro bezogen hat.

Erfahrungen bringt der fünffache Familienvater in vielerlei Hinsicht mit – sowohl im praktischen als auch im theoretischen Bereich. Der gebürtige Leipziger war nicht nur am Oberschulamt tätig, sondern auch als Referent an der Akademie für Lehrerfortbildung. Es folgten Stationen im Kultusministerium, an der Technischen Universität Chemnitz und der 15 Jahre dauernde Schulleiterposten in Liebertwolkwitz. Und allein vor hier bringt Arnold etliche Kenntnisse mit – unter anderem über jahrgangsübergreifenden Unterricht, der dort seit mehreren Jahren praktiziert wird.

„So gesehen bin ich in Praxis, Theorie und in der Forschung unterwegs gewesen“, macht der neue Bornaer Schulleiter deutlich, dem als Stellvertreterin Marion Küttner zur Seite steht. Das werde ihm sicherlich zukünftig zugute kommen, denn Ideen gibt es viele. Allerdings will er die nicht auf eigene Faust umsetzen, „nur weil ich jetzt neu hier bin und alle frischen Wind erwarten“, betont er. Vielmehr sollten Ideen aus dem Kollegium oder von Eltern kommen. Seien das die Themen Stundenplan, Hausaufgaben, Lehrmethoden. Seine vorrangige Aufgabe sieht er zunächst einmal darin, Begleiter und Unterstützer zu sein. „Wenn es Vorschläge von Seiten der Lehrer gibt, wie Abläufe in den Klassen oder in der Schule verbessert werden können, bin ich der letzte, der sich diesen verschließt“, sagt der leidenschaftliche Kanute und Pferdesportler.

Eine andere Herausforderung, die auf das gesamte Team um Arnold wartet, ist der Lehrermangel. „Wir können davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren etwa 40 bis 50 Prozent der Lehrer Seiteneinsteiger sein werden“, erklärt Arnold. Diese müssten ins Team integriert werden und weitere Fortbildungen durchlaufen. Damit nicht genug, auch die Zusammensetzung der Schüler ändert sich – das Thema Inklusion ist in aller Munde. Schüler mit Handicaps sollen zukünftig in Regelschulen lernen, das setze allerdings bestimmte Bedingungen voraus, die geschaffen sein müssen. Dazu zählen unter anderem entsprechende Fortbildungen der Lehrer und kleinere Klassen. „Schulen müssen sich den Problemen der Zeit öffnen“, fordert er.

Eines hat er über all die Jahre in Forschung und in den Schulen gesehen: An Veränderungen kommen die Einrichtungen nicht vorbei. Und auch nicht an der Erkenntnis, dass nachhaltiges Lernen nur funktioniert, wenn die Kinder mit Spaß bei der Sache sind. Da sei es zum Beispiel nicht unbedingt zielführend, wenn der Schultag morgens um halb acht gleich mit Mathematik anfange, vielmehr sei die Motivation bei den Grundschülern viel größer, wenn es kurz nach dem Aufstehen mit Sport oder Musik losgehe. Auch der Tagesablauf könne das Lernen erleichtern, wenn beispielsweise nach der Vermittlung von schwierigem Stoff ausreichend Zeit für Pausen sei und dann am Nachmittag weitergelernt werde. „Doch wie gesagt, eigene Vorstellungen kann man haben, aber sollte sie anderen nicht aufzwingen“, denn eigene Ideen und Ziele könnten durchaus Stolpersteine sein.

Von Julia Tonne

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