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Region Borna Borna: Die kleine Emily ist jetzt erlöst
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02:00 17.10.2012
Emily, wie sie in Erinnerung bleiben wird.
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Im Alter von fünf Jahren erlag sie ihrer schweren Krankheit. Sie kämpfte, wie berichtet, mit einem Hirntumor, der durch seinen Sitz nicht entfernt werden konnte.

„Liebe Emily, heute Nacht haben sich ganz viele Schmetterlinge auf den Weg zu Dir gemacht. Den schönsten hast Du Dir ausgesucht, dieser hat gern seine Flügel ausgebreitet, damit Du darauf klettern kannst, um mitzufliegen. Du bist jetzt auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke, befreit von Schmerz und Leid, und winkst uns freudestrahlend zu. Wir vermissen Dich unendlich!" – Diese zu Herzen gehenden Worte von Emilys Tante Nadine Haimerl auf der von ihr gegründeten Facebook-Seite „Lichtblicke für Emily" haben bis Dienstag Abend etwa 1700 Reaktionen hervorgerufen. Die Bestürzung und Trauer, dass die Krankheit über das lebenslustige Mädchen mit den vielen Träumen gesiegt hat, sind ebenso groß wie das Mitgefühl und der Wunsch nach Kraft. „Sie fehlt uns allen." Emilys Mutter Nancy Haimerl kämpft mit den Tränen. Der Schmerz, den die Familie empfindet, ist groß. Es macht sich aber auch Erleichterung breit. „Emily hat sieben schlimme Wochen hinter sich", erzählt die Mutter, „sie ist jetzt erlöst." Das Mädchen lebte ab Ende August gemeinsam mit seinen Eltern im Markkleeberger Kinderhospiz „Bärenherz". „Wir hatten ihr versprochen, dass sie nicht im Krankenhaus sterben muss", so Nancy Haimerl. „Sie hat lange gekämpft, sie wollte nicht gehen." Am 12. September feierte die Familie im Hospiz Emilys fünften Geburtstag, da war sie vom Tumor schon sehr gezeichnet. Dem „Bärenherz"-Team sei die Familie „unendlich dankbar", wie Emilys Mutter sagt. Die Mitarbeiter „haben uns aufgefangen und aufgebaut, wenn wir ganz unten waren. Ohne sie hätten wir es nicht geschafft." Genau so dankbar ist die Familie allen, die Emilys großen Wunsch in Erfüllung gehen ließen. Viele Menschen, die im Frühjahr über die LVZ und im Internet vom Schicksal des Mädchens aus Kesselshain erfahren hatten, trugen mit Aktionen und Spenden dazu bei, dass die Reise ins Disneyland nach Paris ermöglicht werden konnte. Die Familie genoss im Mai den Kurztrip zu Mickey Mouse, ehe auf Emily eine große Chemotherapie wartete. Dank der Facebook-Seite weiß die Familie, wie viele Menschen bei ihr sind. „Das hat uns sehr geholfen", betont Emilys Mutter. Nadine Haimerl wollte ihrer Nichte mit der Seite „ein persönliches Denkmal setzen", wie sie sagt. „Ich wollte die Spuren, die sie hinterlassen hat, dokumentieren und allen mitteilen, wie ihr es geht." Auch Nadine Haimerl ist auf der einen Seite vom Tod ihres Lieblings bestürzt und auf der einen Seite erleichtert, dass das Leiden ein Ende hat. „Es ist ein Alptraum, aber wir sind froh, dass sie es geschafft hat." Das Erzieherteam des Eulaer Kindergartens „Am Rehgarten", in den Emily bis zur schockierenden Diagnose ging, half ebenfalls mit Spenden und wird an der Trauerfeier teilnehmen. Emily wird am Sonnabend, 14 Uhr, in Eula beerdigt. Der Tod der Fünfjährigen soll aber in der Einrichtung nicht in den Vordergrund gerückt werden. „Emily ist schon seit Februar nicht mehr hier, das ist für Kinder eine lange Zeit", sagt Leiterin Ulrike Gorzitze. Zudem gebe es Emilys Gruppe in der seinerzeitigen Form nicht mehr. „Wir wollen nicht sagen, dass etwas Schlimmes passiert ist." Sobald ein Kind frage, werde aber mit ihm darüber gesprochen, sagt die Kita-Leiterin. Sie selbst findet kaum Worte für ihre Gefühle: „Es ist ganz furchtbar und schlimm."

Frank Prenzel

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