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Region Borna Borna: Ehrenamtliche Helfer schenken den Patienten der Sana Klinik Zeit
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14:00 31.12.2016
Für Jan Kahle (Name geändert) ist der Besuch von der Grünen Dame Margitta Penke eine schöne Abwechslung vom Stationsalltag. Denn sie bringt Zeit für Gespräche mit. Quelle: Julia Tonne
Borna

Wenn Margitta Penke die Zimmertüren öffnet, weiß sie nicht, was sie erwartet. Freuen sich die Patienten über ihren Besuch oder bitten sie darum, alleine gelassen zu werden? Meist ist ersteres der Fall, und dann nimmt sich Penke viel Zeit, um zuzuhören und zu unterhalten. Seit einem Dreivierteljahr ist sie eine sogenannte Grüne Dame, besucht Patienten der Sana Klinik in Borna ehrenamtlich einmal in der Woche, um ein offenes Ohr zu haben oder um einfach nur da zu sein.

Jan Kahle (Name von der Redaktion geändert) huscht ein Lächeln über das Gesicht, als Penke sein Zimmer betritt. Er kennt die Grüne Dame schon, hatte während seines Krankenhausaufenthaltes auf der Inneren Station bereits mehrmals mit ihr zusammengesessen. Das ist selten, meist trifft die ehrenamtliche Begleiterin die Menschen einmal, „was sicher daran liegt, dass die Patienten immer früher entlassen werden“, sagt die frisch gebackene Rentnerin, die bis vor kurzem als Diplomwirtschaftsingenieurin gearbeitet hat. Zuhause sitzen wollte sie nicht, als sie in Rente ging – ihr ganzes Leben lang hatte sie Menschen um sich herum. Durch einen Zeitungsartikel in der LVZ wurde sie darauf aufmerksam, dass nach wie vor ehrenamtliche Begleiter in der Klinik gesucht werden.

Seit mittlerweile acht Jahren gibt es die Gruppe um Monika Kupsch, die derzeit acht Frauen und zwei Männer um sich scharrt. „Wir helfen mit Zeit“, macht Kupsch deutlich. Zeit, die im Klinikalltag manches Mal zu kurz komme. Das ist auch der Grund, weshalb die Grünen Damen und Herren im Bornaer Krankenhaus gerne gesehen sind. „Die Schwestern auf den Stationen pflegen und hören zu, wo sie können, unsere ehrenamtlichen Helfer sind eine wundervolle Ergänzung“, sagt Oliver Winklmüller von der Unternehmenskommunikation.

Vor allem ältere Menschen zeigen sich Penke gegenüber aufgeschlossen. „Bei ihnen ist der Gesprächsbedarf groß“, begründet sie. Denn oft seien die Senioren alleine oder aber die Familien wollten von der Krankheitsgeschichte nichts mehr hören. Für sie ist wichtig, unvoreingenommen zuzuhören, Ratschläge erteilt sie nicht. Für viele der Patienten sei es auch eine Erleichterung, mit Fremden sprechen zu können, „alleine das Reden darüber hilft“, betont die Helferin, die anhand ihres grünes Tuches unverkennbar ist. Auch Kahle genießt die Augenblicke mit Penke sehr, erzählt von seiner Familie, vom Krankheitsverlauf und von der Odyssee durch die verschiedenen Krankenhäuser. „Es tut so gut, Abwechslung vom Stationsalltag zu haben“, sagt er. Natürlich aber kommen auch gesellschaftliche und politische Themen nicht zu kurz. Oft entwickelten sich auch ganze Gruppengespräche mit den anderen Patienten in den Zwei- und Dreibettzimmern. Und dann wird es zuweilen lustig. Wer denkt, dass sich während der Zeit alles um Krankheiten dreht, der irrt. Gelacht wird auch – und nicht zu selten. „Und Lachen ist, wie viele wissen, eine sehr gute Medizin“, sagt Penke.

Kupsch sucht noch immer weiter Ehrenamtliche, die gerne Zeit mit Patienten teilen wollen. Gefragt sind vor allem Kommunikationsfähigkeit und die Gabe, anderen zuzuhören. Eines aber macht sie deutlich: „Wer eine Grüne Dame oder ein Grüner Herr werden will, muss stark sein, denn so manches Schicksal geht doch sehr nah.“

Interessenten können sich an den Sozialdienst der Sana Klinik unter der Nummer 03433 211715 wenden. Wo die Helfer dann eingesetzt werden, hänge von den Stationen ab. Wer einmal eine Station betreue, bleibe auch dort.

Von Julia Tonne

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