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Borna Borna: Erntedankfest in Wyhra ermöglicht Einblick in Landwirtschaftsgeschichte
Region Borna Borna: Erntedankfest in Wyhra ermöglicht Einblick in Landwirtschaftsgeschichte
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00:19 20.09.2017
Die Folkloregruppe „Bube Dame König“ sorgt beim Erntedankfest für den richtigen Ton. Quelle: Roger Dietze
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Borna/Wyhra

Schuster, bleib’ bei deinem Leisten: Dem alten Stichwort gemäß handelt man im Volkskundemuseum Wyhra zumindest bei den Festivitäten wie dem traditionellen Erntedankfest. Das ging am Wochenende über die Bühne. Es behielt die bewährte Mischung aus Erntedankgottesdienst, einer Nachtwächterführung, kulinarischen Angeboten in Gestalt von Brot und Kuchen aus dem hauseigenen Bauernbackofen bereit. Für Musik sorgten die Halle’schen Folkloregruppe „Bube Dame König“ am Sonnabend, dem Frauenchor Kitzscher und dem Männerchor Eula am Sonntag.

Demgegenüber will sich die museale Einrichtung im Bornaer Ortsteil inhaltlich für die Zukunft neu aufstellen. In der Form, dass der inhaltliche Schwerpunkt zwar weiterhin auf dem bäuerlichen Leben um das Jahr 1900 liegen wird, dass jedoch dieser Themenkreis künftig an einzelnen Problemkreisen festgemacht werden. Wie aktuell am Thema Familie, um das herum Museumsleiter Hans-Jürgen Ketzer und sein Team einer Sonderausstellung mit dem Titel „Routine, Rituale, Risiken“ entwickelt haben. Allerdings gibt es Ketzer zufolge auch bei den Festivitäten seit einer geraumen Zeit die eine oder andere neue Nuance. „Wir verzichten weitgehend auf aufgesetzte Angebote wie etwa im Bereich der Musik, die nicht zu unserem Haus passen.“ Den Gästen werde beispielsweise zukünftig vor allem Folklore angeboten, die von lokalen Chören und anderen Musikschaffenden von Fall zu Fall ergänzt würde.

„Wir wollen darüber hinaus verstärkt Ensembles aus der Region Auftrittsmöglichkeiten geben, nicht zuletzt deshalb, weil sich dieser Themenbereich auch in unseren Ausstellungen widerspiegelt“, sagt der Kulturwissenschaftler und Germanist, der zu fortgeschrittener Stunde am ersten Tag des zweitägigen Erntedankfestes zum wiederholten Mal in die bei seinem Publikum beliebte Rolle des Nachtwächters schlüpfte. In der gab er unter dem Motto „Unheimliches und Geheimnisvolles aus dem alten Wyhra“ schaurig-interessante Geschichten aus dem Bornaer Ortsteil zum Besten.

Parallel zu den verschiedenen Angeboten konnte das Erntedankfest-Publikum einen Blick in besagte aktuelle Sonderausstellung werfen, in der bis zum 22. Oktober der Zusammenhang von Arbeitswelt und Familienleben auf nordwestsächsischen Bauernhöfen zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert thematisiert wird. Darin wird anhand von markanten Beispielen gezeigt, was sich auf dem Feld, im Stall, im Haushalt und bei der Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse veränderte und wie sich dies auf das Zusammenleben und Arbeiten in der Bauernfamilie auswirkte.

Von Roger Dietze

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