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Borna Borna: Finanzamt-Ende naht
Region Borna Borna: Finanzamt-Ende naht
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15:15 19.05.2015
Das Finanzamt Grimma in der Lausicker Straße - rechts im sanierten Bau. Das linke Gebäude soll bis 2016 hergerichtet werden. Quelle: Andreas Röse

An dem Komplex, in dem das Land Sachsen die beiden Finanzämter Borna und Grimma zusammenführen will, wird seit dem Sommer geplant und demnächst gebaut. Im ersten Halbjahr 2016, so hieß es bei der Amtseinführung Jurchens vorgestern offiziell, werde das neue Haus in Grimma bezugsfertig sein (die LVZ berichtete kurz).

Unter der Hand wurde der Termin auf Ende Februar 2016 präzisiert. Dann befindet sich auf dem ehemaligen Kasernengelände der Sowjetarmee in Grimma neben dem sanierten Trakt, in dem das Finanzamt Grimma sitzt, ein zweiter, der heute Ruine ist. Ein gläserner Zwischenbau soll beide verbinden. Kostenpunkt der Investition: zehn Millionen Euro. "Die SIB hat im August den Bauauftrag erhalten", sagte Norbert Görlich, Abteilungsleiter im sächsischen Finanzministerium. Die SIB ist das Sächsische Immobilien- und Baumanagement. Weil die Zahl der Menschen im Freistaat sinke, vornehmlich in den ländlichen Regionen, und weil damit auch die Einnahmen zurückgingen, reduziere Sachsen die Zahl seiner Finanzämter von 27 auf 17. Nur eines soll es künftig pro Landkreis geben. Da die Behörde in Borna eingemietet ist, der Standort Grimma aber eine landeseigene Liegenschaft ist, liegt die Entscheidung für Grimma auf der Hand. Görlich: "Es ist ein Signal an die Steuerpflichtigen, dass ihre Gelder effizient verwendet werden." Die fusionierte Behörde soll an die 300 Mitarbeiter haben. Heute sind es 140 in Borna und in Grimma - inklusive der Sonderabteilung Betriebsprüfung - knapp 200.

Aus dem absehbaren Verlust des Finanzamtes müsse die Kreisstadt Borna, da die Würfel gefallen seien, "das Beste machen", meinte Landrat Gerhard Gey (CDU) bei Jurchens Amtseinführung, der auch Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) beiwohnte. Und erntete mit seinem Statement prompt Widerspruch bei Steffi Müller, der Präsidentin der Steuerberaterkammer Sachsens. "Wir haben uns gewöhnt an die kurzen Wege und daran, dass man sich persönlich kennt", stellte sie dem Team des Finanzamtes ein gutes Zeugnis aus. Was der Verlust für Borna bedeute, sei nicht absehbar.

"Die Bediensteten in den Prozess der Fusion einbeziehen, dafür möchte ich mich einsetzen", sagte der neue Vorsteher Ronald Jurchen. Vor allem aber gehe es um Transparenz der Arbeit und die Nähe zu Steuerbürgern, Unternehmen und Verwaltungen. Er bekräftigte den Anspruch, den Norbert Görlich so formulierte: "Die Verbesserung der Bürgerfreundlichkeit ist für uns ein großes Thema." Aufgaben gebe es in den verbleibenden zweieinhalb Jahren eine Menge: die weitere Durchsetzung des elektronischen Lohnsteuerverfahrens namens Elster; der Ausbau des elektronischen Datenaustauschs mit den Arbeitgebern auf 95 Prozent bis zum Jahresende; die Einführung einer vorausgefüllten Steuererklärung, die dem Bürger einen virtuellen Blick auf seine Daten erlaubt; der Ausbau der elektronischen Bilanz für Unternehmen. Ekkehard Schulreich

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.11.2013
Ekkehard Schulreich

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