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Borna Borna: Frank Schirrmacher spricht beim Forum Wirtschaft über die alternde Gesellschaft
Region Borna Borna: Frank Schirrmacher spricht beim Forum Wirtschaft über die alternde Gesellschaft
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15:37 15.04.2011
Auf der Bühne: Bank-Vorstand Andreas Woda und Frank Schirrmacher. Quelle: Guenther Hunger
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Borna

Dnnerstag Abend war der 51-Jährige im Bornaer Stadtkulturhaus prominenter Gast beim diesjährigen Forum Wirtschaft der VR Bank Leipziger Land zum Thema „Das Methusalem-Komplott: Vergreist unsere Region?".

Steigende Lebenserwartung, geringe Geburtenrate, Abwanderung junger Menschen. Schirrmacher, preisgekrönter Autor des 2004 erschienenen und inzwischen in 18 Sprachen übersetzten Buches „Das Methusalem-Komplott", beleuchtete das Thema vor den 225 geladenen Gäste von vielen Seiten - kritisch und provozierend, unterhaltsam und humorvoll, vor allem aber zum Nachdenken anregend. Da passten die musikalischen Einlagen von Roman Petermann und Jane Maturelle: Der Puhdys-Hit „Alt wie ein Baum" und der Udo-Jürgens-Song „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an".

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„Wir sind sind die erste Gesellschaft, in der es mehr ältere als junge Menschen gibt", sagte Schirrmacher, der in Frankfurt am Main lebt, aber auch einen Wohnsitz in Potsdam hat. Der tiefgreifende Wandel, „den es historisch noch nicht gab", habe längst begonnen und werde an keinem vorbei gehen. VR-Bank-Vorstand Andreas Woda untermauerte das mit regionalen Zahlen. Das Durchschnittsalter der Sachsen steige von 39 im Jahr 1990 auf 49 im Jahr 2020. Und die Bevölkerung auch in den meisten Kommunen der Borna-Geithainer Region schrumpfe weiter, in den nächsten 15 Jahren um bis zu 20 Prozent.

Der Prozess stellt die momentane Finanzierung der Sozialsysteme in Frage.

Und das ist bei weitem nicht das einzige Problem. „Es gibt zu wenig junge Menschen", bekräftigte Schirrmacher. Ihre Zahl reduziere sich bis 2030/40 um 50, in einigen Gebieten um 75 Prozent. „Gleichzeitig steigt die Zahl der 80-Jährigen um 70 Prozent an." Die Politik „schenkt uns keinen reinen Wein ein, wie es jetzt läuft, kann es nicht funktionieren", so Schirrmacher. „Über die Kinder die Rente sichern, ist nicht mehr möglich." Lange Zeit sei auf politischer Ebene überhaupt nichts getan worden. Er hoffe, dass durch „ein neues Bewusstsein der Bevölkerung" der Druck auf die nächste Bundesregierung wächst.

Deutschland brauche eine qualifizierte Zuwanderung und könne auch niemanden durchs Bildungsraster fallen lassen, sagte Schirrmacher, der 2004 vom „Medium Magazin" zum „Journalisten des Jahres" gewählt wurde. Vor allem aber machte der 51-Jährige deutlich, dass die Gesellschaft im Arbeitsprozess auf die älteren Menschen nicht verzichten könne. „Wir leben erstmals in einer Gesellschaft mit vielen klugen, erfahrenen Menschen, die wir aktivieren müssen." Das Altern dürfe nicht - wie derzeit - negativ belegt werden.

Frank Prenzel

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