Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Borna: Freistaat will Kulturmittel kürzen
Region Borna Borna: Freistaat will Kulturmittel kürzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:37 06.07.2010
Anzeige

. Manfred Schön, Kultusamtsleiter des Landkreises Leipzig und Kultursekretär des Kulturraumes Leipzig, fürchtet aufgrund der neuesten Dresdener Pläne nachhaltigen Schaden für die Region.

„Unsere Region wird nachhaltig Schaden nehmen, Schaden, der auch eine wirtschaftliche Dimension hat, denn regional bedeutende Kulturangebote sind mit Arbeitsplätzen verbunden und wichtiger Standortfaktor für Investoren", so Schön wörtlich. Was ihn auf die berühmte Palme bringt: „Sieben Millionen Euro will das Land künftig nicht mehr den Kulturräumen zur Verfügung stellen, sondern zweckgebunden in die Landesbühnen Radebeul geben." Die seien aber gar keine Einrichtung der Kulturräume, sondern würden vom Freistaat getragen.

Klaus-Jürgen Linke, Beigeordneter und Finanzfachmann im Landratsamt, sieht in diesen Plänen einen weiteren Versuch des Freistaates, sich auf Kosten der Kommunen von Kosten zu entlasten. Eigentlich gelte der Grundsatz, dass jeder seine Einrichtungen finanziere, so Linke, und demnach müsste das Land auch für sein Landestheater aufkommen. Dafür auf Mittel des Kulturraumes zurückgreifen zu wollen, ist für Linke „nicht im Geist des Gesetzes", denn diese Mittel seien für Kultur in kommunaler Trägerschaft gedacht und nicht zur Unterstützung von Landeseinrichtungen. Als die Landesregierung ihre Pläne ankündigte, die Schön als „Rückzug aus dem Solidarverbund" bezeichnet, regte sich bereits heftiger Protest in der Landrätekonferenz.

„Noch hat der Landtag diesen Paradigmenwechsel nicht beschlossen", erklärt Schön, „aber die Beratungen hierzu laufen bereits." Die Folgen hat er berechnet. Wenn sieben Millionen Euro nach Radebeul umgeleitet und weitere 1,3 Millionen in Strukturmittel des Freistaates fließen würden, fehlten in der Kulturraumförderung im Jahr 2011 insgesamt 8,3 Millionen Euro. „Für unseren Kulturraum bedeutet dies etwa 700 000 Euro weniger Landesmittel. Hinzu kommen noch Kürzungen, die sich aus der Neuverteilung dieser Mittel auf die ländlichen Kulturräume ergeben. Am Ende dieses Weges stehen Schließungen von Kultureinrichtungen."

Schön befürchtet, dass ein Weg enden könnte, der seit 1995 zu einem „farbenfrohen und abwechslungsreichen Kulturraum" geführt habe. Basis war das Sächsische Kulturraumgesetz, das 1994 verabschiedet wurde und das einmalig ist in der Bundesrepublik Deutschland. Mit den Kulturräumen wurde eine Ebene geschaffen, auf der die Kommunen gemeinsame Verantwortung für regional bedeutsame kulturelle Einrichtungen und Vorhaben tragen und dabei vom Land mit einem gesetzlich garantierten Betrag unterstützt werden. Insbesondere sollen solche Angebote gefördert werden, die für das Selbstverständnis der Region von Bedeutung sind und auf den gesamten Kulturraum ausstrahlen.

„Die Mittel der Kommunen bedürfen der zusätzlichen Landesmittel, damit der vorhandene Kulturreichtum auf dem Lande erhalten bleibt", lautet deshalb Schönes Forderung.

Heinrich Lillie

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Borna. Dauerbaustelle Bundesstraße 95: Wer derzeit mit Auto oder Laster zwischen Borna und Leipzig unterwegs ist, braucht starke Nerven.

06.07.2010

[image:phpYbCrTT20100705183424.jpg]
Neukieritzsch. Für die Erschließung der Lagune Kahnsdorf am Hainer See erhält die Gemeinde Neukieritzsch Fördergeld in Höhe von 3,5 Millionen Euro.

05.07.2010

Ob es im Mittelalter auch so heiß war wie an diesem Wochenende? Nach dem Groitzscher Burgfest zu urteilen, das um historische Authentizität bemüht ist: dreimal ja! Bei 35 Grad im Schatten schlugen ein gutes Dutzend Handwerker, Gaukler, Vogelfreie, Rittersleut´ und Schotten auf dem Burgberg ihr Lager auf und tauchten ein ins düstere Zeitalter.

05.07.2010
Anzeige