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Borna: Gutes Jahr für den Karpfen – aber Vögel und Otter setzen ihm zu

Fischwirtschaft Borna: Gutes Jahr für den Karpfen – aber Vögel und Otter setzen ihm zu

Die Karpfen sind in diesem Jahr gut gewachsen. Fischer Jürgen Etzold rechnet mit 25 bis 30 Tonnen. Allerdings sind teilweise auch die Verluste groß. Bis zu 60 Prozent der Fische wurden Opfer von Vögeln und Ottern.

Fünf Pfund küchenfertig, so mögen die meisten Fischliebhaber der Region ihren Karpfen.

Quelle: André Neumann

Borna/Deutzen/Regis-Breitingen. Noch muss Fischereiwirtschaftsmeister Jürgen Etzold, der mit seinem Betrieb an der Straße zwischen Borna und Deutzen ansässig ist, ein paar seiner Teiche abfischen. Doch im großen und ganzen ist die Saison vorbei. Und es war alles in allem ein gutes Jahr für den Karpfen. „Sie sind gut gewachsen, wir haben sie fleißig gefüttert.“ Etzold rechnet mit 25 bis 30 Tonnen aus seinen Pachtgewässern.

Der Fischereibetrieb Etzold bewirtschaftet gut ein Dutzend Teiche. Zu den bekanntesten gehören der Lindenteich, der Hegeteich und der Gentschteich im Kohrener Land. Weitere befinden sich bei Windischleuba und Nobitz. Die meisten, nämlich neun Teiche, unterhält er bei Regis-Breitingen im sächsischen Teil der sogenannten Teichwirtschaft Haselbach, zu der weitere zehn Gewässer auf Thüringer Seite gehören. Dort hat der Freistaat Thüringen die Teiche an den Naturschutzbund (Nabu) verpachtet, und mit diesem Nachbarn hat der Fischwirt so seine Probleme.

Denn das Selbstverständnis des Nabu ist ein ganz anderes, als das des Fischers. „Wir als ’Naturschutz-Teichwirte’“ haben die Aufgabe, Fisch fressenden Vögeln und Fischottern einen reichen Tisch zu decken“, heißt es im Internet bei der Naturschutzorganisation. Kormorane, Reiher und Otter machen aber nicht an der Landesgrenze halt. Deswegen beobachtet der 58-Jährige mit Sorge, wie viele der Fischjäger auf einer Insel im „Große See“ genannten Teich ungestört übernachten. „Dann haben sie den ganzen Tag Zeit, ungestört die Teiche in der Umgebung zu plündern.“

Zwar darf er als Jäger mit einer Ausnahmegenehmigung den Kormoran ganzjährig schießen, doch seien die Vögel schlau. „Die merken, bei welchen Lichtverhältnissen und bei welcher Entfernung der Jäger keine Chance mehr hat.“ Und auch die Jagdspuren des Otters würden zunehmend häufiger zu sehen sein, sagt Etzold und spricht von angebissenen Köpfen und durch Krallen aufgerissene Seiten.

Deswegen betrachtet er das „gute Jahr für den Karpfen“ relativ. Denn diese Einschätzung gilt nur für die Fische, die überlebt haben. Zehn Prozent Verluste seien über einen Sommer hinweg durchaus normal, sagt Etzold. In manchen der von ihm gepachteten Teiche würden von 1000 eingesetzten Fischen allerdings nur 400 übrig bleiben, der Verlust liege also bei bis zu 60 Prozent. Zwar gebe es dafür in begrenztem Umfang Ausgleichszahlungen vom Freistaat Sachsen, doch löse das das Problem nur teilweise, denn: „Die Fische fehlen uns dann einfach für unsere Kunden“ bedauert Etzold.

Die mögen, das ist Etzolds Erfahrung, hier in der Region am liebsten einen Fünfpfünder in Topf oder Pfanne. Das heißt, der Karpfen muss lebend rund drei Kilo schwer sein. Das schafft er im bewirtschafteten Teich in vier Jahren. Bevor er über den Ladentisch geht, wird er ausgehältert. Das geschieht in speziellen Teichen mit viel Frischwasser, wo der Fisch kaum noch frisst und auf diese Weise Kiemen und Darm gereinigt werden. Wo sich diese Gewässer mit den schlachtreifen Flossentieren befinden, verrät der Fischwirt natürlich nicht.

Jürgen Etzold betreibt die Binnenfischerei seit 1974. Bis zur Wende war er für den VEB Wermsdorfer Fisch Betriebsteilleiter in Borna, seit 1992 führt er den Betrieb mit heute vier Angestellten privat. Dazu gehören auch noch Forellenzuchtanlagen in der Adria und im Witznitzer Speicher, wo im Netzgehege auch Welse, Saibling, Zander und Störe heranwachsen.

Von André Neumann

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