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Borna Borna: Handys verdrängen Telefonzellen
Region Borna Borna: Handys verdrängen Telefonzellen
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15:25 19.05.2015
Lieber Handy statt Telefonsäule: Allerdings steht auf dem Bornaer Markt ein sogenannter Hot Spot, in dessen Umgebung über WLAN im Internet gesurft werden kann. Quelle: Julia Tonne

Kein Wunder: Im Zeitalter von Handy und Smartphone sind öffentliche Telefone quasi ein Relikt aus früheren Jahrzehnten.

Bis vor Kurzem stand eine Telefonsäule in Eula vor dem Kindergarten der Volkssolidarität. Wann sie aus dem Ortsbild verschwunden ist, weiß keiner der gefragten Bewohner. Eine Erzieherin des Kindergartens guckt deutlich verdutzt, als sie auf Nachfrage die Säule zeigen will und lediglich ein zugeschüttetes Loch findet. "Ich wusste gar nicht, dass sie weg ist", sagt sie.

Dass die Säule verschwunden ist, verwundert sie aber kaum. Denn in den vergangenen Jahren stand sie nur noch ungenutzt in der Gegend herum. Zwar ist die Deutsche Telekom AG zur Grundversorgung mit öffentlichen Münz- und Kartentelefonen verpflichtet. Doch gemäß einer Übereinkunft mit Bundesnetzagentur und Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände ist es der Telekom gestattet, Städte und Gemeinden, auf deren Gebiet "extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatzsatz von weniger als monatlich 50 Euro gelegen sind", um Zustimmung zum Abbau der Anlagen zu bitten, teilt Telekom-Sprecher Georg von Wagner mit.

Bundesweit gibt es nur noch rund 40 000 Telefonzellen, denn die Zahl der Gespräche hat in den vergangenen Jahren rapide abgenommen. Waren es 1999 noch etwa eine Milliarde Gespräche, sank die Zahl 2010 auf 120 Millionen. Doch für die verbleibenden Fernsprecher hat die Telekom neue Angebote entwickelt. So wurde auf dem Marktplatz in Borna ein sogenannter Hot Spot eingerichtet. An deutschlandweit rund 2000 Tele- und Multimediastationen ist der kabellose Internet-Zugang über WLAN verfügbar. In der Umgebung dieser Hot Spots können Passanten und Touristen per Laptop oder Smartphone im Internet surfen. Ein weiterer Hot Spot steht am Bornaer Bahnhof.

Laut von Wagner haben viele Telefon-Standorte, gerade im ländlichen Raum, zunehmend an Bedeutung verloren. Dennoch stelle die Telekom eine bedarfsgerechte Versorgung mit öffentlichen Telefonstellen sicher. "Wenn eine Telefonzelle nicht mehr genutzt wird, dann sprechen wir mit der Gemeinde über einen Abbau", sagt er. Sollte die Gemeinde dennoch an dem Standort festhalten, sei die Ausstattung mit einem Basistelefon, die kostengünstige Alternative, möglich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2013
Julia Tonne

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